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Klaus-Michael Kühne hält rund 20 Prozent an der HSV Fußball-AG.

HSV-Investor Kühne

Oller Nörgelpott: HSV-Investor Klaus-Michael Kühne murrt mal wieder zur Unzeit

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Klaus-Michael Kühne hat rausgefunden, dass sein Investment beim Hamburger SV ein „Flop“ ist. Ob die Erkenntnis, dass das auch an ihm selbst liegt, folgt, bleibt offen. Ein Kommentar.

Pünktlich zum neuen Jahr hat Klaus-Michael Kühne nicht an sich halten können und im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ seine Meinung zum Herzensverein kundgetan. Der heißt noch immer HaEsVau. Nach einer äußerst dürftigen Punktausbeute aus den letzten Spielen des verblichenen Jahrzehnts ist die Lage dort traditionsgemäß mehr wolkig als heiter. Es kommt ergo zur Unzeit, dass der olle Kühne mal wieder rumnörgelt. Was die weitere Saison angeht, murrt der 82-Jährige, sei er „eher skeptisch“, und ohjeohje, die 60 Millionen, die er in den Klub gesteckt hat im vergangenen Jahrzehnt seien ein „Flop“ gewesen.

Hamburger SV: Klaus-Michael Kühne und seine Störfeuerchen

Das stimmt zwar ziemlich haargenau, aber weil das sowieso bundesweit bekannt ist, fragt man sich dann schon, was derlei sich ständig wiederholende Störfeuerchen aus dem Hause des rund zehn Milliarden schweren Großspediteurs eigentlich bewirken sollen? Bisher, das dürfte auch Kühne bekannt sein, haben seine öffentlich gewordenen Anmerkungen – etwa: „Ich habe schriftlich empfohlen, den Trainer auszuwechseln“ oder: „Die Mannschaft scheint mir kunterbunt zusammengewürfelt“ – ebenso wenig Gutes bewirkt wie seine vielen Millionen. 

In Co-Produktion aus Wort- und Geldbeiträgen führte das dazu, dass der HSV unkoordiniert teure Spieler holte, dem Investor dafür noch – sportjuristisch heftig umstritten – Beteiligungen an den Transferechten zubilligte und sich von dem in Fußballfachfragen weitgehend ahnungslosen Top-Unternehmer alternde, überbezahlte Stars wie Rafael van der Vaart zurück ins Team drücken ließ.

Hamburger SV: Kühne hält rund 20 Prozent an der HSV Fußball-AG

Rund 20 Prozent hält Kühne nach wie vor an der HSV Fußball-AG, zudem finanziert er großzügig mit rund vier Millionen Euro pro Saison die Namensrechte am Volksparkstadion. So einer sollte deshalb auch in seiner Kommunikation doch großes Interesse daran haben, dass es mit dem schwer erziehbaren Klub wieder aufwärts geht. Sich dennoch alle Jahre wieder wie ein Habicht auf eine Hühnerwiese zu stürzen und dort Durcheinander anzurichten, ziemt sich nicht. Denn 20 Prozent Huhn ist Kühne ja selber. Das ist mehr als bloß ein Schenkel, das ist schon die ganze Brust.

Hamburger SV: Kühne und Hoffmann sind grotesk gescheitert

Das Verhältnis des Mannes, an dessen Tropf der Hamburger SV nach einiger gemeinsamer Finanzakrobatik nicht mehr ganz so sehr hängt wie noch in ärgsten Nöten, zum Vorstandschef Bernd Hoffmann gilt als angespannt. Hoffmann, zwischenzeitlich mehrere Jahre lang ausgeschieden, war zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts derjenige, der Kühne mit ins Speedboot holte, das dann mit dem Abstieg 2018 endgültig auf Grund gelaufen ist. Gemeinsam wollten sie mit frischen Millionen den Spitzenfußball in der Stadt dynamisieren – und sind damit grotesk gescheitert.

Ironie des Schicksals: Vom aktuellen HSV-Präsidenten Marcell Jansen gehörte Kühne einstmals ein Drittel. Das starke linke Schussbein und der halbe Kopf sozusagen. Mit Jansen kann der gutbetuchte Unternehmer noch immer ganz gut, wie man hört. Zumindest bis Donnerstag.

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