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Lewis Holtby hat dafür gesorgt, dass es beim HSV einen Nebenschauplatz mehr gibt.

Hamburger SV

Lewis Holtby sorgt für Störfeuer - und gefährdet damit den Aufstieg des HSV

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Lewis Holtby stellt sein Ego über die Mannschaft. Das kann sich ein Klub nicht bieten lassen. Ein Kommentar.

Lewis Holtby, mittlerweile auch schon 28 Jahre alt, hat sich dann doch noch zu einer öffentlichen Entschuldigung durchringen können. 

Auf Instagram kehrte der suspendierte Mittelfeldspieler des Hamburger SV seine innere Einsicht nach außen. „Mit mir sind die Gäule durchgegangen“, schrieb der reumütige Profi, der seinen Trainer Hannes Wolf am Wochenende darum gebeten hatte, die Reise zum Auswärtsspiel nach Berlin gar nicht erst antreten zu müssen (was er dann auch nicht musste). „Die Reaktion war emotional, geschah im Affekt und war absolut nicht in Ordnung – das habe ich nach einer kalten Dusche wenige Minuten nach dem Training eingesehen und umgehend die Entscheidung gegenüber dem Trainer revidiert.“ 

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Nach den Ereignissen der letzten beiden Tage halte ich es für angebracht mich hier auch mal kurz zu Wort zu melden. Nach Ende des gestrigen Abschlusstrainings habe ich mich im Affekt zu einer Kurzschlussreaktion hinreissen lassen. Aufgrund einiger Enttäuschungen in den letzten Wochen und dem unbedingten Willen den Aufstieg zu erreichen und der Mannschaft bzw. dem HSV helfen zu wollen, sind die Gäule im wahrsten Sinne des Wortes mit mir durchgegangen. Die Reaktion war emotional, geschah im Affekt und war absolut nicht in Ordnung - das habe ich nach einer kalten Dusche wenige Minuten nach dem Training eingesehen und umgehend die Entscheidung gegenüber dem Trainer revidiert. Leider wurde mir die Tür nicht mehr aufgemacht, was ich mir aber unbedingt gewünscht hätte. Ich werde die Entscheidung des Vereins akzeptieren müssen.

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War aber zu spät. Für Holtby ist die Tür zu. Und das ist richtig so. 

Es ehrt den Spieler, dass er seinen Fehler eingestanden und um Verzeihung gebeten hat. Niemand ist unfehlbar, und gerade dann, wenn Emotionen, Frust und Wut eine Verbindung eingehen, kommt selten etwas Kluges dabei heraus. Und doch haben die Hamburger richtig gehandelt, den dreifachen Nationalspieler freizustellen. Er, der Vizekapitän, wird nie mehr für den HSV auflaufen. 

Holtby, mit einem Verdienst von 3,5 Millionen Euro einst Großverdiener, hat sich mit seiner Arbeitsverweigerung selbst ins Abseits gestellt. Er hat die beleidigte Leberwurst gespielt und sein Ego über die Mannschaft gestellt, seine persönliche Befindlichkeit war ihm wichtiger als der Erfolg des Kollektivs – auch wenn er jetzt das Gegenteil behauptet („Habe den unbedingten Willen, den Aufstieg zu erreichen“). Ein solches Verhalten kann sich ein Klub nicht bieten lassen, da muss er, auch im Hinblick auf das Binnenklima, hart durchgreifen. 

Holtby, der nach Siegen sehr gerne sehr exaltiert mit den Fans feierte und nicht nur einmal die Raute küsste, hat das Team mitten in der Krise im Stich gelassen und zudem dafür gesorgt, dass es bei dem rumorenden HSV ein Störfeuer und einen Nebenschauplatz mehr gibt. So gefährdet man den Aufstieg wirklich – auch wenn Lewis Holtby das bewusst sicher nicht wollte.

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