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Vorstandsmitglied Bernd Hoffmann.

HSV

Hamburger Chaos

Im laufenden Machtkampf könnte nun ein Vorstandsmitglied des Klubs seinen Job verlieren. Und womöglich trifft es den Chef, Bernd Hoffmann.

Die Einlassungen von Klaus-Michael Kühne sind im Volkspark ja schon lange gefürchtet – und jetzt war es mal wieder so weit. Der Milliardär löste mitten in der Coronakrise weiteren Wirbel beim Hamburger SV aus. Im laufenden Machtkampf könnte nun ein Vorstandsmitglied des Klubs seinen Job verlieren. Und womöglich trifft es den Chef, Bernd Hoffmann. „Ich hoffe es“, sagte Kühne der „Zeit“ auf die Frage, ob es in absehbarer Zeit zu einer personellen Neuaufstellung beim HSV kommen werde.

Die Reibereien zwischen Hoffmann und seinen Vorstandskollegen Frank Wettstein (Finanzen) sowie Jonas Boldt (Sport) bezeichnete der 82-Jährige als „degoutant“, was so viel bedeutet wie ekelhaft oder widerlich. Während die meisten Klubs damit beschäftigt sind, die Folgen der Sars-CoV-2-Pandemie einzudämmen, spielt sich an der Elbe ein eigenes kleines Drama ab. Am Mittwoch mussten Hoffmann, Wettstein und Boldt erneut einzeln vor ausgewählten Mitgliedern des Aufsichtsrates um dessen Vorsitzenden Max-Arnold Köttgen vorstellig werden, um über die Zerwürfnisse zu beraten. Offenbar kommt das Kontrollgremium am Samstag wieder zusammen, um die „entscheidende Frage“ zu beantworten: „Findet sich im Aufsichtsrat eine Mehrheit, um entweder Vorstandschef Hoffmann oder dessen Kollegen Boldt und Wettstein zu kündigen?“

Wie so oft geht es um Macht und verletzte Eitelkeiten. Schon lange wird getuschelt, dass Hoffmann und Boldt kein Wort mehr als nötig miteinander sprechen. Entstanden sein sollen die atmosphärischen Störungen unter anderem durch Eingriffe von Hoffmann in Boldts Kompetenzbereich – wie bei der Abwicklung des Wechsels von Douglas Santos zu Zenit St. Petersburg.

Hoffmanns erklärtes Ziel war es seit Beginn seiner zweiten Amtszeit beim HSV vor etwa zwei Jahren auch, die finanzielle Abhängigkeit von Kühne zu verringern. So laufen derzeit etwa keine Gespräche über die Verlängerung des Namenssponsorings am Volksparkstadion. Wettstein wird hingegen ein gutes Verhältnis zu dem umstrittenen Investor nachgesagt. (sid)

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