Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Wir kommen nicht wirklich weiter in der Früherkennung“ , sagt Schatzmeister Stephan Osnabrügge.
+
„Wir kommen nicht wirklich weiter in der Früherkennung“ , sagt Schatzmeister Stephan Osnabrügge.

DFB stellt Kampagne vor

Hände weg im Fußballverein

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

DFB intensiviert mit Partner Zartbitter e.V. den Schutz und die Aufklärung bei Kindesmissbrauch.

Die Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im Sport haben für Schlagzeilen gesorgt. Einige Beispiele: „Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schwimmtrainer“, „Skandal um Missbrauch im Turnen“, „Fußball-Jugendtrainer steht vor Gericht“. Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) verfolgt man solche Taten mit Sorge. Der Verband von sieben Millionen Mitgliedern will deshalb verstärkt sein Netzwerk nutzen, um die Angriffsflächen zu minimieren. Zu diesem Zweck stellte der DFB am Dienstag gemeinsam mit dem seit 35 Jahren in der Prävention und Beratung tätigen Verein Zartbitter e.V. den 19-minütigen Film „Blick hinter die Maske – Strategien der Täter und Täterinnen bei sexualisierter Gewalt“ vor.

Schatzmeister Stephan Osnabrügge ist gleichzeitig der Kinderbeauftragte im DFB. Er räumt ein: „Wir kommen nicht wirklich weiter in der Früherkennung“ bei Missbrauchsfällen in Fußballvereinen. Datenschutz und Persönlichkeitsschutz würden noch zu oft höher bewertet als Kinder - und Jugendschutz. Die Politik sei also gefordert. Aber auch in den Klubs müssten Vorstände, Trainer, Eltern und Jugendliche noch mehr sensibilisiert werden: „Täterstrategien zu erkennen, ist der erste Schritt, um den Kindern zu helfen.“

Ursula Enders weiß, wovon sie spricht. Die 67-Jährige hat den Zartbitter e.V. schon vor 35 Jahren gegründet und erinnert sich: „Die ersten Fälle, die uns in den 80-er Jahren bekannt geworden sind, hatten wir im Fußball. Wir konnten beobachten, wie sich Täter von einem Verein zum anderen bewegten.“ Deren Strategien zu erkennen, sei das „entscheidende Thema“, mit dem sich der Film sehr eindrücklich beschäftigt.

Schuldgefühle bei Opfern

Dabei wird auch deutlich, wie Täter (im Fußball viel seltener Täterinnen) für Schuldgefühle bei Opfern sorgen, die sich im Nachgang kaum trauen, sich gegenüber Erwachsenen zu offenbaren. Also sind die Erwachsenen gefordert, genauer hinzuschauen. „Jugendliche“, sagt Ursula Enders, „können sexuelle Erregung erfahren, obwohl sie in Angst und Schrecken sind.“ Täter redeten ihnen oft eine Mittäterschaft ein, eine perfide Strategie. „Wenn wir Jugendliche über Täterstrategien informieren, bauen sie ganz schnell Schuldgefühle ab.“

Die Fachfrau weiß außerdem: „Täter halten sich nur in den Vereinen, in denen eine Kultur der Grenzverletzung herrscht.“ Stephan Osnabrügge will deshalb die „soziale Kontrolle in den Vereinen schärfen“. Der Film richtet sich laut des im kommenden März aus seinem Amt scheidenden DFB-Schatzmeisters an Kinder und Jugendliche, aber auch Vereine, Trainerinnen und Trainer. Er soll in Fortbildungsschulungen über die Landesverbände vorgestellt werden.

Ursula Enders ist froh darüber, einen derart prominenten Partner wie den Deutschen Fußball-Bund an ihrer Seite zu wissen. „Der DFB erfährt bei Kindern und Jugendlichen in der Breite höchste Anerkennung“, sagt sie ohne jeden Anflug von Sarkasmus, „deshalb freuen wir uns sehr, dass der Verband diesen Film öffentlich verbreitet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare