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Gute Aussichten für den FC Bayern

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Von: José Carlos Menzel López

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Münchner Feierlichkeiten: Robert Lewandowski (Mitte) wird von Kingsley Coman (links) und Niklas Süle beglückwünscht.
Münchner Feierlichkeiten: Robert Lewandowski (Mitte) wird von Kingsley Coman (links) und Niklas Süle beglückwünscht. © AFP

Das Remis in Hoffenheim tut dem Meister nicht weh, deshalb bleibt auch Trainer Nagelsmann entspannt.

Julian Nagelsmann spricht dieser Tage gerne von Balance. Wolle man Konter unterbinden und Gegentreffer vermeiden, so müsse man wieder vermehrt an der Balance arbeiten, wird der Cheftrainer des FC Bayern nicht müde zu betonen. Nur zu gut also, dass er in naher Zukunft wieder auf seinen alten Stabilisator in der Zentrale bauen kann. Die Rede ist von Leon Goretzka, der nach monatelanger Qualen an der Patellasehne am Dienstag endlich wieder zum Mannschaftstraining stoßen soll. Das verkündete Nagelsmann, der damit nach gut drei Monaten Ausfallzeit in Kürze wieder auf seinen Mittelfeldmuskelprotz zurückgreifen kann.

„Das Knie reagiert aktuell nicht“, so der Fußballlehrer nach Schlusspfiff des spektakulären 1:1 (1:1) bei der TSG Hoffenheim über den Nationalspieler, der seit dem 3:2-Sieg gegen Dortmund am 4. Dezember des vergangenen Jahres ausfällt. Es versteht sich also von selbst, dass der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler noch die eine oder andere Einheit mit der Mannschaft absolvieren muss, bevor er physisch und mental wieder bereit ist für den Wettkampf. Bis zum Viertelfinalhinspiel in der Champions League am 5. oder 6. April sind es ziemlich genau noch drei Wochen Zeit. Sollte er es schaffen, wäre es gut für Joshua Kimmich, der endlich wieder mit seinem angestammten Partner die Doppelsechs der Münchner bilden könnte. Und schlecht für Jamal Musiala, dem dann die Rückkehr auf die Bank droht?

Gute und schlechte Nachrichten gab es auch bei Alphonso Davies. Der Kanadier, der seit Mitte Januar aufgrund einer Herzmuskelentzündung fehlt, absolvierte am Sonntag erstmals wieder eine individuelle Einheit an der Säbener Straße. Beim Linksverteidiger dürfte es jedoch noch eine Weile dauern, bis er wieder ins Mannschaftstraining einsteigt. Nagelsmann dazu: „Die Herzmuskelentzündung ist weg. Die Flüssigkeit aus dem Herzbeutel ist weg und es sieht gut aus. Er wird aber auf jeden Fall, noch drei bis vier Wochen fehlen.“ Und damit wohl beide Spiele im Viertelfinale der Königsklasse verpassen, schließlich findet das Rückspiel bereits eine Woche nach dem ersten Duell statt.

In Hoffenheim schwankte seine Mannschaft zwischen Genie und Schlampigkeit und trieb ihren Trainer teilweise zur Verzweiflung. „Das Problem ist, graue Haaren wachsen mir nicht, sondern sie fallen aus. Ich finde graue Haare nicht so schlecht, aber ich krieg’ keine“, sagte er in Sinsheim grinsend. Den Chancenwucher seiner Profis trug er gelassen. „Vergleiche ich das Spiel mit den Leistungen der letzten Wochen, ist es ein Schritt in die richtige Richtung – auch wenn es skurrilerweise nur ein Punkt geworden ist“, sagte Münchens Coach, der erstmals in seiner Amtszeit beim Rekordmeister zwei Ligaspiele nacheinander nicht gewinnen konnte.

Eine Woche nach dem selben Ergebnis gegen Bayer Leverkusen und vier Tage nach der 7:1-Gala in der Champions League gegen RB Salzburg wirbelte der Tabellenführer nach Herzenslust. Nur: Am Ende standen drei Abseitstore, ein Pfostenschuss von Serge Gnabry, Gelegenheiten quasi als Dutzendware und ein einziger Treffer. Zehn Schüsse der Bayern gingen auf das Gehäuse von Keeper Oliver Baumann, acht flogen daneben. An Nagelsmanns früherer Arbeitsstelle glich Robert Lewandowski in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit seinem 29. Saisontreffer die vorangegangene TSG-Führung von Christoph Baumgartner aus. Mehr gab es nicht zu bejubeln für die Gäste.

Torwart und Kapitän Manuel Neuer fand es „enttäuschend“, dass kein Sieg herausgesprungen war. Er räumte aber auch ein: „Normalerweise rächt sich so ein Spiel noch, wenn du die Chancen liegen lässt.“ Vor 25 600 Zuschauenden, bester Besuch bei der TSG diese Saison, ließ Nagelsmann Lewandowski, Gnabry, Thomas Müller, Leroy Sané und Kingsley Coman stürmen. Und den 19-jährigen Jamal Musiala, der als jüngster Spieler der Bayern-Historie sein 50. Bundesliga-Spiel bestritt.

Die Frage, ob das nicht zulasten der Defensive ging, war angesichts der Vielzahl der Hoffenheimer Chancen durchaus berechtigt, nervte Nagelsmann jedoch hinterher erkennbar. „Nee“, sagte er. „Nee! Ich habe die Frage die letzten vier Wochen 1734-mal gestellt gekriegt. Ich finde es despektierlich Spielern wie Serge und King gegenüber. Das sind zwei Weltklassespieler, die verteidigen können.“. mit dpa/sid

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