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Parade der Enttäuschten: Die unterlegenen SVWW-Profis.

Wehen Wiesbaden

Gut, aber nicht gut genug

Das Pokalaus gegen Köln ist symptomatisch für Wehen Wiesbaden.

Gut gespielt und wieder verloren. Auch im DFB-Pokal hatte der SV Wehen Wiesbaden beim 5:6 im Elfmeterschießen gegen den Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln unglücklich das Nachsehen. „Im vergangenen Jahr hatten wir auch keinen anderen Start und am Ende stand der Aufstieg“, sagte Wehens-Chefcoach Rüdiger Rehm nach dem Erstrundenaus und der dritten Pflichtspielniederlage am Sonntag. Die Aufsteiger steht in der Zweiten Bundesliga noch ohne Punkt da.

„Es ist wie ein Déjà-vu. Wir spielen nicht schlecht, sind nicht die schlechtere Mannschaft und holen aber die Punkte nicht“, klagte er und betonte nach leidenschaftlichem Pokalkampf zu Recht: „Man hat den Klassenunterschied nicht gesehen. Wir sind marschiert, wir haben dagegen gehalten und guten Fußball gespielt.“ Deshalb sieht Rehm das Spiel auch als Ermutigung für Liga Zwei, in der es am Samstag gegen Hannover 96 weitergeht. „Wir müssen jeden Woche Vollgas geben, versuchen den Bock umzustoßen“, forderte er.

Zunächst muss Rehm seine „total geknickten“ Spieler nach einer großen, aber am Ende vergeblichen Energieleistung wieder aufrichten. „Es tut weh, aber wir sind erhobenen Hauptes vom Platz gegangen. Das wirft uns nicht um“, sagte der Coach, der selbst nach dem Pokaldrama zwischen „unglaublicher Enttäuschung und Stolz“ schwankte.

Schließlich hatte sich seine Mannschaft nie aufgegeben und das Spiel zweimal gedreht: Nach dem 0:2 durch die Tore der Kölner Jhon Cordoba (32.) und Florian Kainz (42.), sorgte Jeremias Lorch (53./56.) für den ersten Gleichstand. In der Verlängerung schoss Louis Schaub (107.) die Gäste zum 3:2, doch kurz vor dem Abpfiff brachte Daniel-Kofi Kyereh (118.) Wiesbaden noch ins Elfmeterschießen.

Kurios war, dass Rehm Mühe hatte, Spieler zu finden, die die Elfmeter schießen wollten. „Im Elfmeterschießen war es schwierig für uns Schützen zu finden – und gegen einen guten Kölner Torwart“, berichtete SVWW-Sportdirektor Christian Hock. „Manche Jungs hatten keine Kraft mehr, manche sind nicht so prädestiniert für solche Situationen. Für viele war es auch das erste Elfmeterschießen“, meinte Niklas Shipnowski entschuldigend. Trainer Rehm hatte dafür Verständnis: „Die Jungs mussten nach 120 Minuten mal runterkommen. Wenn sich da fünf andere melden, schicken sie die nach vorne.“

Etwas um seinen Lohn gebracht fühlte sich Wehens Torwart Lukas Watkowiak. „Das ist natürlich bitter, wenn man zwei Bälle hält und man dennoch als Verlierer den Platz verlässt“, sagte der Keeper nach seinem ersten Elfmeterschießen im Profibereich. Denn Kölns Schlussmann Timo Horn („Balsam für die Seele eines Torwarts“) parierte drei Elfer: Die von Gökhan Gül, Michael Guthörl und Kyereh.

„Unser Spiel hat gezeigt, dass riesiges Potenzial in der Truppe steckt und mit uns zu rechnen ist“, sagte Shipnowski. Sportchef Hock sieht es ähnlich: „Wir haben gezeigt, dass wir gegen einen Bundesligisten mithalten können. Das stimmt mich optimistisch, dass wir auch in der Saison Siege einfahren können.“ (dpa)

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