Primera Division

Großer Frust bei Barcelona

Ärger um Griezmann und Trainer Setien.

Nicht nur die vielen Punktverluste bereiten dem FC Barcelona Sorgen. Nach dem 2:2 am Dienstagabend daheim gegen Atletico Madrid, das ein weiterer Rückschlag für die Titelverteidigung in der Primera Division war, hat der Klub von Nationaltorwart Marc-André ter Stegen Probleme mit einem seiner größten Stars. Antoine Griezmann musste am Dienstag im Camp Nou zum zweiten Mal in Serie die Bank drücken und durfte erst in der 90. Minute aufs Feld. Der französische Weltmeister, der nie richtig angekommen ist, fühle sich vom Coach Quique Setien „gedemütigt“, schrieben Medien am Mittwoch übereinstimmend.

Die Reaktionen auf den „Fall Griezmann“, wie die Zeitung „Sport“ titelte, ließen nicht lange auf sich warten – und überschatteten das 700. Pflichtspiel-Tor von Lionel Messi. Die Entscheidung Setiens, den Stürmer so lange auf der Bank zu lassen, sei „völlig unverständlich“ gewesen, schrieb das Fachblatt „Mundo Deportivo“. Griezmanns Atletico-Trainer Diego Simeone, der den 29 Jahre alten Stürmer in Madrid zum Weltstar machte, sagte zum Reservisten-Dasein seines Ex-Schützlings: „Griezmann? Ohne Worte.“

Setien räumte noch am Abend ein, es erscheine „wohl nicht logisch“, Griezmann so spät einzuwechseln. Es könnten aber ja nicht alle gleichzeitig spielen. „Morgen werde ich mit ihm reden, aber ich werde mich nicht entschuldigen“, sagte Setién, der angesichts der schwachen Ergebnisse immer mehr unter Druck gerät. Angst um seinen Job hat er aber nicht, wie der 61-Jährige sagte. Real Madrid kann heute mit einem Sieg gegen den FC Getafe den Vorsprung auf Barça auf vier Zähler ausbauen

Medien schrieben unterdessen, dass Griezmann auch bei einem als sicher geltenden Weggang Setiens wohl die Koffer werde packen müssen. Er habe seit seinem Wechsel im vorigen Sommer nie wirklich überzeugen können. Barça wolle deshalb Paris Saint-Germain ein Angebot machen: Das Franzosen-Trio Griezmann, Ousmane Dembélé und Samuel Umtiti im Tausch gegen Neymar. Der Brasilianer will nach Medienberichten unbedingt zurück zu Messi und Co.

Zurück zu Barcelona will auch Xavi. Der frühere Welt- und Europameister bereitet sich nach eigener Aussage bereits „intensiv“ auf ein Engagement bei seinem Ex-Klub vor. „Die größte Hoffnung, die ich jetzt habe, ist es, Barça zu trainieren und ihnen zurück auf den Erfolgsweg zu verhelfen“, sagte der 40-Jährige der Zeitung „Sport“. (dpa/sid)

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