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Boykott Katar: „Großer Erfolg“

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Von: Jan Christian Müller

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Aufruf zum Boykott, mit Erfolg.
Aufruf zum Boykott, mit Erfolg. © dpa

Die Initiative „Boycott Qatar“ ist stolz auf die kritische Kampagne.

Die Initiative „BoycottQatar2022“ wertet ihre Kampagne als „großen Erfolg“, und zwar „nicht nur, weil die TV-Einschaltquoten (in Deutschland: Anm. d. Red.) um rund 50 Prozent gegenüber der WM 2018 abgesackt“ seien. Was aus Sicht der Initiative noch wichtiger gewesen sei: „Es liefen in fast allen Städten viele Alternativprogramme: Diskussionsveranstaltungen und Vorträge, Fanturniere, Ausstellungen, Film- und Quizabende oder Musikveranstaltungen.“ Viel Aufsehen hätten auch die Aufrufe erregt, Spiele unterer Ligen oder der Frauen-Bundesliga zu besuchen, die bisweilen zu Publikums-Rekorden geführt hätten.

Den größten Teil des Geldbetrages, der durch Spenden oder mit dem Verkauf von Materialien wie Aufklebern oder Bannern eingenommen wurde, leiten die Initiatoren um die beiden Autoren Dietrich Schulze-Marmeling und Bernd Beyer weiter an das Migrant-Defenders-Netzwerk, das der Aktivist und ehemalige Arbeitsmigrant in Katar, Malcolm Bidali, in Kenia gegründet hat. Eine zweite Spende wird an ein ähnliches Netzwerk in asiatischen Herkunftsländern gehen.

Schulze-Marmeling begrüßt es ausdrücklich, „dass der Protest in Deutschland besonders stark war“. Und er begründet: „Vermutlich hat Deutschland die stärkste kritische Fanbewegung in Europa“ mit vielen Leuten, die sich seit Jahren in den Stadien gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie engagieren.

Für die Kampagne „BoycottQatar2022“, die von Fangruppierungen an den letzten Bundesligaspieltage vor der WM auch weithin sichtbar in die Stadien getragen worden war, sei es von großer Bedeutung gewesen, „dass hier ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt wurde: dagegen, dass Menschenrechte relativiert und der tausendfache Tod von Arbeitsmigrant:innen bagatellisiert wurden. Und dagegen, dass es im internationalen Profifußball so weitergeht wie bisher“. Über Zukunftsfragen solle weiter debattiert werden, „beispielsweise, ob es Sinn macht, in dieser Fifa weiterhin Mitglied zu sein“.

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