Berater

Das große Fressen

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Fußball-Bundesligisten zahlen Beratern 204 Millionen Euro pro Saison.

Fast unbemerkt hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) am Donnerstag die teils hervorragenden, zum Teil aber auch irritierend negativen Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnungen der Fußball-Bundesligisten veröffentlicht. Während die Jubelzahlen der bis zur Corona-Krise jahrzehntelang ständig steigenden Gesamtumsätze stets von bunten Statistiken mit nach oben gerichteten Kurven und einer aktiven Medienarbeit begleitet werden, verhält sich die DFL bei der sehr transparenten Offenlegung einzelner Klubfinanzen deutlich zurückhaltender. Bloß nicht zu viel Brimborium.

Es sind tatsächlich einige unangenehme Salden, die nicht unter den Tisch gekehrt werden. Vom Coronavirus sind diese Zahlen noch nicht infiziert. So weist der VfL Wolfsburg für den letzten Berichtszeitraum bei einem Umsatz von 193,6 Millionen Euro einen Verlust von gigantischen 44,8 Millionen Euro aus, der komplett von der Mutterfirma Volkswagen ausgeglichen wird. So viel zum fairen Wettbewerb in der Fußball-Bundesliga.

Ebenfalls schlecht gewirtschaftet haben: Schalke 04 (Verlust 27,1 Millionen Euro/Umsatz: 263,2 Millionen) und Hertha BSC (minus 26,03 Millionen/Umsatz 140,8 Millionen).

Vorbildlich dagegen: der Meister FC Bayern (Überschuss 52,6 Millionen Euro/Umsatz 713,8 Millionen Euro), der Europapokal-Überflieger Eintracht Frankfurt (plus 36,9 Millionen/Umsatz 301,4 Millionen), Borussia Dortmund (plus 17,4 Millionen/475,9), Mainz 05 (plus 15,8/144,5), Borussia Mönchengladbach (plus 12,2/200,5), der FC Augsburg (plus 9,6 Millionen/95,5) sowie der SC Freiburg (plus 6,9 Millionen/91,8).

In der DFL-Veröffentlichung finden sich auch die Beträge, die jeder Klub binnen zwölf Monaten für Spielerberater ausgab. Wie in der Vorsaison fällt dabei besonders Borussia Dortmund auf. Der BVB überwies an Agenten der Profis die stolze Summe von 44,4 Millionen Euro. Es folgt der FC Bayern mit 30,2 Millionen Euro, Schalke 04 (16,6), Eintracht Frankfurt (15,5), Leverkusen (13,6), RB Leipzig (13,6), Mönchengladbach (13,3), Wolfsburg (10,6), Mainz (9,3), Freiburg und Hoffenheim (je 7,2 Millionen Euro). Insgesamt zahlten die 18 Erstligisten 204 Millionen Euro alleine an Spielerberater.

Eintracht im Mittelfeld

Interessant ist auch ein Blick auf die Personalkosten. Sie betreffen freilich nicht alleine die Profikader, sondern den gesamten Apparat an Mitarbeitern. Bei den Bayern sind das mehr als tausend, bei Mainz 05 nur um die hundert. Der Branchenführer aus München überweist 356 Millionen Euro an die Angestellten, Mainz bloß 48 Millionen Euro. Dazwischen stehen Klubs wie Hertha BSC (62 Millionen Euro), Werder Bremen (71), Hoffenheim (77), Eintracht Frankfurt (92 Millionen), Gladbach (98), Schalke (124), Leipzig (125), Wolfsburg (131), Leverkusen (136) und Borussia Dortmund (205),

In der zweiten Liga bildet der Hamburger SV bei einem Umsatz von 126,2 Millionen und Gehältern von 47 Millionen Euro mit 7,9 Millionen Euro Verlust das Schlusslicht. Erwartungsgemäß.

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