Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gilt als autoritär: Trainer Christian Gross.
+
Gilt als autoritär: Trainer Christian Gross.

Schalke 04

Gross, nicht artig

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
    schließen

Christian Gross ist der siebte Trainer im fünften Jahr bei Schalke 04, der vierte in der laufenden Saison, und um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Ein Kommentar.

So genau weiß man aktuell nicht, die wievielte letzte Patrone der einstmals ruhmreiche, mittlerweile tief im Schlamassel steckende FC Schalke 04 mit der neuerlichen Trainerverpflichtung verschossen hat. Die vierte, fünfte, sechste? Fakt ist jedenfalls: Christian Gross ist der siebte Trainer im fünften Jahr, der vierte in der laufenden Saison, und um seine Aufgabe nicht zu beneiden.

Er muss mit einer völlig falsch zusammengestellten Mannschaft die Quadratur des Kreises versuchen, nach 29 sieglosen Spielen mal wieder eine Partie in der höchsten deutschen Fußballklasse zu gewinnen. Unmöglich ist das natürlich nicht, allein es fehlt der Glaube, dass es dieses Team, das gegen alle unmittelbaren Mitkonkurrenten nicht zum Erfolg gekommen war, es ausgerechnet jetzt noch schaffen sollte. Um wenigstens die Relegationsspiele zu erreichen, bräuchten die Knappen noch 27 Punkte, um auf jene 31 Zähler zu kommen, die in der vergangenen Saison dem SV Werder Bremen gereicht hatten, um in zwei denkwürdig schlechten Entscheidungsspielen sieglos die Erstklassigkeit abzusichern. Vier von 31 Punkten hat der einstmalige Meister der Herzen bisher in 13 Spielen geholt, viel ist das nicht.

Der angeschlagene, hoch verschuldete Traditionsklub will dieses kleine Wunder schaffen mit einem Auslaufmodell. Christian Gross, 66, ist jetzt nicht gerade für innovativen Fußball bekannt, das muss er in dieser absoluten Notsituation auch nicht. Er ist in erster Linie autoritär, kompromisslos, ein harter Hund. Ob er der richtige Mann für eine bis ins Mark verunsicherte Mannschaft ist, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest war er in den letzten zehn Jahren ziemlich weit weg von dem, was in der Bundesliga gespielt wurde. Vier Jahre in Saudi-Arabien, in einem streng religiösen Land, in dem die Scharia gilt und in dem Fußball nicht im Entferntesten die Bedeutung hat wie etwa in Gelsenkirchen-Buer. Dazu war Gross ein Jahr in Kairo tätig, was die Sache an sich nicht viel besser macht. Aber Jochen Schneider, der Schalker Sportvorstand, der zuletzt auch ziemlich viel in den Sand gesetzt hat, kennt den Schweizer noch aus besseren vergangenen Stuttgarter Zeiten. Das mag aus folkloristischen Gesichtspunkten zählen, ob es auf dem Rasen funktioniert, werden die nächsten 21 Spiele zeigen müssen.

21 Spiele. Das ist die große Hoffnung all jener, die es mit Schalke halten, in 21 Spielen kann noch eine ganze Menge passieren, womöglich können die Knappen sogar noch das eine oder andere Spiel gewinnen. Sie müssen aber ziemlich bald mit dem Siegen beginnen, um wenigstens einen kleinen Lichtstreif am Horizont zu erkennen. Wer aber selbst in Partien gegen direkte Konkurrenz um den Klassenerhalt, wie etwa gegen Arminia Bielefeld, im eigenen Stadion praktisch chancenlos ist, dem hilft womöglich auch ein „Alpen-Magath“ nicht mehr.

Der eigentliche Treppenwitz aber wird 200 Kilometer weiter südlich erzählt: Da soll ausgerechnet Christian Heidel den nur unwesentlich besseren FSV Mainz 05 vor dem Abstieg retten, jener Mann, der auf Schalke doch genau die Basis gelegt hat, die sich jetzt als viel zu brüchig erweist. Das gibt es nur im Fußball.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare