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Tragende Säule und Torjäger: Leon Goretzka (re.) und Serge Gnabry jubeln gemeinsam.
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Tragende Säule und Torjäger: Leon Goretzka (re.) und Serge Gnabry jubeln gemeinsam.

Fußball-Nationalmannschaft

DFB-Auswahl: Goretzka und Gnabry - Der Wegweiser und der Vollstrecker

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Die Münchner haben nach einer Fußball-EM zum Vergessen ihre Stärken wiedergefunden - und sind Teil eines wieder wichtiger werdenden Bayern-Blocks beim DFB.

Es ist keine Selbstverständlichkeit für einen Stürmer, immerfort zu treffen. Serge Gnabry schafft es allerdings an guten Tagen, das Toreschießen kinderleicht aussehen zu lassen. An schlechten Tagen kann der 26-Jährige aber auch als Mensch gewordene Ernüchterung daherkommen. Bei der Europameisterschaft war das in diesem Sommer der Fall. Gnabry bekam kaum mal einen Fuß auf den Boden. Er rundete seine Nicht-Leistung im Achtelfinale im Wembleystadion mit einem grotesken Ballverlust vor dem 0:2-Endstand nach unten ab. All das Urvertrauen, dass Ex-Bundestrainer Joachim Löw („Gnabry spielt immer“) in den Wusel gesteckt hatte, wurde da nicht angemessen erwidert.

DFB-Auswahl gegen Island

Etwas mehr als zwei Monate später freut sich Löws Nachfolger Hansi Flick nach dem 6:0 gegen Armenien und vor dem nächsten WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) auf Island über den „Türöffner“ Gnabry. Dessen beiden blitzsauberen Treffer gleich zu Beginn hatten Flicks Bundestrainer-Heimspielpremiere zu einem Fest werden lassen.

Besondere Unterstützung erfuhr Gnabry dabei vom Münchner Teamkollegen Leon Goretzka. Auch der hat eine insgesamt dürftige EM erlebt, verletzungsbedingt fehlte er zunächst und konnte, als es drauf ankam, gegen die Engländer auch nicht mehr massiv dagegenhalten.

Die Sommerpause hat Gnabry und Goretzka offenbar gutgetan. Bei den Bayern präsentierten sie sich in den ersten Pflichtspielen in ordentlicher Frühform, in der Nationalmannschaft überragten sie gegen Armenien die allesamt sehr guten Kollegen noch ein wenig. Das gestrenge Fachblatt „Kicker“ honorierte die Leistungen des Stürmers und des Mittelfeldspielers jeweils mit einer glatten eins, was selten vorkommt, aber allemal seine Berechtigung hatte.

Gnabry ist der einzige Spieler des U21-Europameisters von 2017, der es zur Stammkraft in der A-Nationalmannschaft geschafft hat. Gleichzeitig war Leon Goretzka bester deutscher Spieler beim Confederations Cup. Damals, als die Fußballwelt den Deutschen noch zu Füßen zu liegen schien.

Die vermaledeite WM 2018 verpasste Gnabry dann wegen eines Muskelbündelrisses, Goretzka blieb beim Vorrundenaus gegen Südkorea unsichtbar, war als Rechtsaußen aber auch unglücklich positioniert worden. Er ist ein Mann, der mit raumgreifenden Schritten durch die Mitte oder die Halbpositionen kommen muss.

Rechtsaußen ist eine Position, die dem antrittsschnellen Gnabry behagt, vor allem dann, wenn er sich von dort vors Tor schleichen darf. Im bisher besten Spiel seiner Laufbahn, einem 7:2 in der Champions League bei Tottenham Hotspur vor zwei Jahren, traf er gleich viermal. Seitdem wird Serge David Gnabry, geboren in Stuttgart, geschliffen beim VfB, dem FC Arsenal, Hoffenheim und Werder Bremen, als Weltklassespieler angesehen.

Tiefere Einblicke, warum er bei der EM nur ein Schatten seiner selbst war, gewährt der Offensivmann nicht. Sagt nur: „Man muss hart arbeiten und einfach weitermachen. Es nicht gut gelaufen, das war’s.“ Und: „An Dingen, die nicht so gut gelaufen sind, schöpft man wieder neue Motivation,“ Professionelle Floskeln halt.

Gnabrys bester Kumpel bei den Bayern und im DFB-Team ist Joshua Kimmich, mit dem er sechs Jahre lang in der Jugend des VfB Stuttgart zusammenspielte, Kimmich wiederum ist dick mit Leon Goretzka. Der sagt über sein Zusammenspiel mit Kimmich: „Wir verstehen uns auf dem Platz blind und denken ähnlich über Fußball.“ Viele Experten waren schon vor der Europameisterschaft der Meinung gewesen, dass das Tandem Goretzka/Kimmich in der Schaltzentrale die bessere, aggressivere und vorwärtsorientiertere Lösung wäre als Toni Kroos und Ilkay Gündogan. Goretzkas Muskelverletzung machte diese Alternative aber von vorne herein unmöglich.

DFB-Auswahl mit Bayern-Block

Nun, nach dem Rücktritt von Kroos, sind Goretzka und Kimmich in deren besten Fußballalter die beiden Gehirne des deutschen Spiels, Serge Gnabry und Leroy Sané, zunehmend auch Jamal Musiala, allesamt aus einem Klub, sind die Gliedmaßen. Selbst in Abwesenheit des verletzten Thomas Müller ist der Bayernblock unschwer als eine Säule des deutschen Spiels zu identifizieren, zumal dieser vom Ex-Bayerncoach Hansi Flick und Ex-Bayernassistenten Danny Röhl angeleitet wird.

Bemerkenswert, dass bei der Gala gegen Armenien neben Müller auch die von der Öffentlichkeit vor der EM dringend herbeigesehnten Mats Hummels (angeschlagen) und Jerome Boateng fehlten und nicht vermisst wurden, ebenso wie Matthias Ginter (Covid-19-Infektion). Somit stieg am Dienstagnachmittag kein einziger Feldspieler aus dem Weltmeisterkader 2014 mehr in den Flieger nach Keflavik/Island. Auch Marco Reus (Kniebeschwerden) fehlte, ebenso wie Ridle Baku, der es nach seiner enttäuschenden Vorstellung gegen Liechtenstein nicht in den 23er-Flugkader schaffte und zurück nach Wolfsburg reisen musste. Seinen Platz auf der rechten Abwehrseite hat Jonas Hofmann eingenommen. Noch so einer, den die Bayern bald in ihren Block aufnehmen könnten. Die Pläne liegen in der Schublade. (Jan Christian Müller)

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