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Goldjunge Jude Bellingham

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Von: Daniel Schmitt

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Treffer ins lange Eck: Jude Bellingham schießt mit viel Gefühl.
Treffer ins lange Eck: Jude Bellingham schießt mit viel Gefühl. © dpa

Dortmund-Star Jude Bellingham beweist beim 5:0 gegen Stuttgart einmal mehr, weshalb er „unfassbar wertvoll“ ist und der Bundesliga bald entwachsen dürfte.

Sein Statement gab Jude Victor William Bellingham, dieser Wunderknabe in Diensten des Ballspielvereins Borussia, ab, ohne dafür auch nur ein Wort sagen zu müssen. Noch im Wochenverlauf war der hochtalentierte Engländer, 19, bei zwei Auszeichnungen recht beiläufig übergangen worden. Vierter in der Nachwuchswertung des Ballon d’Or, Zweiter bei der von europäischen Medien getätigten Wahl des Golden Boy, des besten Jungfußballers auf Erden. Die Expertenmeinungen: Gavi, Mittelfeldmann in Barcelona, war besser. Empfanden nicht alle so, in Dortmund sowieso nicht, selbst in München stutzte Julian Nagelsmann, und dem Vernehmen nach war Jude Bellingham darob einigermaßen angefressen.

Mündliche Beschwerde aber legte er nicht ein, sinnigerweise ließ er lieber seine Füße sprechen und schoss am Samstag beim locker-furios erspielten Dortmunder 5:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart zwei Tore. Zudem zeigte er ganz nebenbei eine seiner besten Saisonleistungen - was recht schwierig ist, zeigt man Woche für Woche allerbeste Leistungen.

„Jude hat es richtig gut gemacht. Es ist außergewöhnlich, in dem Alter, mit 19, so konstant Fußball zu spielen“, lobte der Dortmunder Trainer Edin Terzic, während BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl sagte: „Er war für uns wieder derjenige, der das Spiel in die richtige Richtung lenkt. So ist er unfassbar wertvoll für die Mannschaft.“ Und für den ganze Klub - sportlich wie finanziell.

Neben dem bajuwarischen Alleskönner Jamal Musiala, bekanntlich ein enger Kumpel von Bellingham aus Insel-Tagen, ist der englische Nationalspieler (17 Länderspiele) der derzeit heißeste Spieler in der Bundesliga, jener Mann also, mit dem größten Potenzial zum Weltstar. Der Marktwert des noch bis 2025 vertraglich in Dortmund gebundenen Mittelfeldmannes, einer exquisiten Mischung aus Sechser, Achter und Zehner, liegt bei 90 Millionen Euro, was keineswegs übertrieben erscheint.

England, die Heimat des in Birmingham fußballerisch ausgebildeten Spielers mit Leader-Gen, der bereits mit 16 Jahren und 38 Tagen sein Profidebüt in der zweiten Liga feierte, strecken längst ihre mit Geldscheinen behangenen Tentakeln nach ihm aus. Erstaunlich in diesem Kontext allemal, dass es der FC Bayern laut Oberboss Oliver Kahn nicht für nötig hält mit Blick auf den eigenen Kader, mitzumachen im Werben um Bellingham. Ob das deutsche Schwergewicht aus dem Süden die relative Chancenlosigkeit bereits akzeptiert hat?

Die Insel ruft - nur wann?

Als sehr wahrscheinlich, auch logisch, gilt, dass der Weg von Jude Bellingham, dessen jüngerer Bruder Jobe, 17, ebenfalls Profi bei Birmingham City ist, über kurz oder lang zurück in die Heimat führt, in die beste Fußballliga der Welt. Wann genau? Ziemliche Spekulation. Bis dahin werden sie bei der Borussia die Fußballkunst ihres Goldjungen einfach weiter genießen, das nächste Mal bereits am Dienstag in der Champions League daheim gegen Manchester City und am Samstag in der Liga bei Eintracht Frankfurt.

In der Bundesliga nämlich ist Bellingham in quasi allen für einen zentralen Mittelfeldmann relevanten Statistiken in der Spitze vertreten: Er gewann die meisten Zweikämpfe aller Profis, läuft die viertmeisten Kilometer, legt die elftmeisten Sprints hin, die viertmeisten intensiven Läufe. Dazu schoss er wettbewerbsübgreifend bereits acht Tore, ist bei der noch immer wankelmütigen Borussia der in seinen Leistungen stabilste Profi. Ein Doppelpack wie gegen den VfB (2., 52.) ist da nur die logische Folge. Die weiteren BVB-Treffer erzielten Niklas Süle (13.), Giovanni Reyna (44.) und Youssoufa Moukoko (72.).

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