Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hochtalentiert, heiß begehrt: Karim Adeyemi.
+
Hochtalentiert, heiß begehrt: Karim Adeyemi.

Kommentar

Gold digger an der Basis

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
    schließen

Das Beispiel Karim Adeyemi zeigt, dass sich Jugendarbeit auszahlen kann. Die Spielvereinigung Unterhaching könnte besonders profitieren. Ein Kommentar.

Natürlich hat Manfred Schwabl die Salzburger Fußballer in der Champions League verfolgt, genauer guckte der Klub-Boss aber auf einen Spieler: Karim Adeyemi, und dem wünscht er nur das Allerbeste. Schwabl, dessen bayerisch kein Mensch jenseits des Weißwurstäquators versteht, kennt den gebürtigen Münchener bestens, sechs Jahre hat er in seinem Klub gespielt, in der Jugend der Spielvereinigung Unterhaching, Adeyemi war zehn Jahre alt, als er kam, vom FC Bayern rausgeschmissen, und 16, als er zu RB Salzburg ging. Der schwer Erziehbare hat sich prächtig entwickelt, er schießt in der Königsklasse seine Tore und neuerdings auch in der Nationalmannschaft. Der Stürmer ist heißbegehrt bei den großen Fußballklubs, sein Marktwert wird auf 20 Millionen Euro taxiert. Da sind 30 bis 40 Millionen an Ablöse durchaus denkbar. Borussia Dortmund, Paris St. Germain, Real Madrid, auch Tochter RB Leipzig, sollen interessiert sein.

Und jetzt kommt wieder Manfred Schwabl ins Spiel. Der Ex-Profi hat beim Wechsel des Hochbegabten nach Österreich eine Klausel verankert, wonach, sein Klub, die kleine Spvgg Unterhaching, vierte Liga, bei einem Transfer mit stolzen 22,5 Prozent an der Ablösesumme beteiligt ist, die RB Salzburg kassiert. Das wären bei den in Rede stehenden Beträgen zwischen sechs und sieben Millionen Euro - und damit ein Vielfaches des Gesamtetats des sich als Ausbildungsvereins verstehenden, börsenorientierten Klubs im Süden von München. Jugendarbeit, selbst ab der U11, hätte sich damit bezahlt gemacht.

Die Spvgg Unterhaching ist nur das krasseste Beispiel. Das Schürfen von Talenten taugt vielen kleinen Klubs als Erfolgsmodell: Buchholzer FC und JFC Nordwest etwa haben am Wechsel von Anton Stach in die Bundesliga profitiert. Der SV Blau-Gelb Frankfurt hat rund 70 000 Euro dafür bekommen, dass er Nationalspieler Emre Can ausgebildet hat. Grün-Weiß Brauweiler 8000 Euro erhalten, weil Florian Wirtz dort als Kind zwei Jahre spielte, der SVG Göttingen 07 kassierte 36 000 Euro, als Ansgar Knauff bei Borussia Dortmund sein Bundesligadebüt gab.

Es ist haarklein geregelt, was die Amateurklubs für ihre Arbeit an der Basis erhalten, falls einer ihrer ehemaligen Jugendspieler den Sprung in erste oder zweite Liga schafft: Im Alter von sechs bis elf Jahren erhält der Verein 4200 Euro pro Saison von der Deutschen Fußball-Liga als Ausbildungshonorar für einen, der es nach oben geschafft hat, 5400 pro Jahr gibt es für die Altersspanne von zwölf bis 21 Jahren. 107 Klubs hat die DFL in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro ausgezahlt. Bei internationalen Wechseln ist die Summe höher, da gibt es ab dem Alter von 12 bis 15 0,25 Prozent der Ablösesumme, und 0,5 Prozent bei jenen von 16 bis 23.

Da kommen dann oft Summen zusammen, die für die kleinen Klubs mehr sind als ein warmer Regen, Summen, mit denen die Vereinsarbeit auf Jahre gesichert werden kann. Gute Arbeit an der Basis wird belohnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare