Goetze_201020
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Flink: Götze überlistet Zwolle-Torhüter Zetterer und trifft.

Debüt für Eindhoven

Götzes Spurt zurück ins Glück

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Mario Götzes gelungener Einstand weckt bei PSV Eindhoven große Hoffnungen.

Mario Götze besitzt das, was man im Fußballjargon als Näschen bezeichnet. Wer solch ein Näschen hat, kann sich häufig auf den richtigen Riecher verlassen, der schnüffelt zielsicher über den Platz und erahnt Räume und Pässe und Fehler, bevor sie existieren. Das Schöne an so einem Näschen: Es bleibt für immer dran am Fußballer. Wer eins hat, der darf es auch behalten. Und so streckte Mario Götze am Sonntagnachmittag im niederländischen Zwolle sein Näschen kurz in den Wind, der vom nahen Ijsselmeeres herüberweht, und witterte sofort, dass sich dieser Spurt lohnen würde: Richtung Zwolle-Torwart, den Deutschen Michael Zetterer, den der Zwolle-Stürmer Clint Leemans mit einem Rückpass anspielen wollte. Götze war rechtzeitig da, klaute den Rückpass, umkurvte Zetterer mit dem ersten Ballkontakt, und mit dem zweiten erzielte er das 1:0 für PSV Eindhoven, in der neunten Spielminute seines ersten Spiels für den Klub.

„Schneller Denker“

„Es ist ein gutes Gefühl, zurück auf dem Platz zu sein, wieder zu treffen und dem Team zu helfen“, sagte der 28-Jährige später, als PSV 3:0 gewonnen hatte und so die Tabellenführung in der niederländischen Eredivisie verteidigte: „Das war sehr, sehr wichtig für mich nach den letzten Wochen und Monaten.“ Trainer Roger Schmidt sprach von einem „typischen Götze-Tor. Intelligent, klug. Außerdem hat er auch gut gespielt.“ Allerdings: „Er braucht mehr Spiele.“ Nach 67 Spielminuten wechselte Schmidt Götze aus, für mehr reicht die Kraft noch nicht. Zu selten kam er in der vergangenen Saison zum Einsatz bei seinem alten Klub Borussia Dortmund. „Ich weiß, dass es sicher ein paar Spiele braucht, um wieder bei 100 Prozent zu sein“, sagte Götze. „Vielleicht dauert es noch ein paar Wochen und dann werde ich sogar noch besser sein.“

Alleine die Ankunft des (Stand jetzt) ehemaligen deutschen Nationalspielers hatte genügt, um eine Welle der Begeisterung rund um den niederländischen Traditionsklub loszutreten; Götzes Trikot mit der Nummer 27 ist ein Hit im PSV-Fanshop. Das Debüt verstärkt nun die Hoffnungen, dass der Offensivspieler zurück zur alten Stärke finden könnte. „Die Eredivisie hat einen klugen Spieler und schnellen Denker mehr“, schrieb die Tageszeitung „Algemeen Dagblad“. Im Hinblick auf Talente im PSV-Kader wie den 18-jährigen Mohammed Ihattaren, der seinen Platz in der Startelf vorerst an Götze verloren hat, meinte das Blatt: „Wenn sie dafür offen sind, können sie diese Saison viel lernen von jemand, der schon in der internationalen Spitze gewesen ist.“

Nur die Sache mit dem Näschen werden die Talente von Götze eher nicht lernen können. Das hat man. Oder man hat es nicht. (mit dpa)

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