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Götterdämmerung

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Von: Hannes Bohne, Hanna Raif

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Schießt jetzt die Torhüter warm: Tom Starke. Foto: dpa
Schießt jetzt die Torhüter warm: Tom Starke. Foto: dpa © Matthias Balk/dpa

Die Trennung von Neuer-Intimus Toni Tapalovic könnte der Auftakt zu einem großen Umbruch im Tor des FC Bayern sein.

ünf Zeilen – viel mehr war dem FC Bayern die offizielle Meldung über die Trennung von Torwarttrainer Toni Tapalovic (42) nach mehr als elf Jahren nicht wert. Neben den obligatorischen Danksagungen und den guten Wünschen für die Zukunft ließ sich Sportvorstand Hasan Salihamidzic wie folgt zitieren: „Insbesondere Differenzen über die Art und Weise der Zusammenarbeit haben jetzt dazu geführt, dass wir getrennte Wege gehen.“ Ein kurzes Statement mit enormer Sprengkraft. Denn der verletzte Manuel Neuer (36) verlor seinen engsten Vertrauten im Klub. Wie geht er damit um?

Dreikampf ums Tor

Die Situation ist ein bisschen verzwickt, zur Wahrheit gehört jedenfalls, dass sich Neuer durch seinen leichtsinnigen, selbst verschuldeten Skitouren-Ausflug nicht professionell verhalten – und damit den Zorn der Münchner Chefetage auf sich gezogen hat. Trotzdem scheint es,, als nähmen die Verantwortlichen die Lage zum Anlass, den Abgesang auf den 36-Jährigen anzustimmen. Zunächst wurde Yann Sommer (34) mit einem Vertrag bis Sommer 2025 ausgestattet – und hat damit um ein Jahr länger gültige Arbeitspapiere als Neuer. Nun wurde seiner engsten Vertrauensperson das Vertrauen entzogen. Und im Sommer scheint eine Rückkehr von Alexander Nübel (26) aus Monaco durch das Tapalovic-Aus realistisch. Auch der verliehene Keeper ist bis 2025 gebunden - und sein Nicht-Verhältnis zu Tapalovic ist verbürgt.

Stand jetzt: Neuer müsste sich, frisch aus einer schweren Verletzung kommend, einem Dreikampf auf höchstem Niveau stellen – angeleitet von einem neuen Torwarttrainer. Ein Szenario, das ihm nicht schmeckt, aber ganz nach dem Geschmack von Nübel ist – und den großen Torwart-Umbruch an der Säbener Straße einleiten könnte. Es passt ins Bild, dass die Neuer-Seite seit der schweren Verletzung nicht los wird: Die Verdienste des mehrmaligen Welttorhüters für den Abonnementsmeister haben inzwischen weniger Gewicht. Dass nur Uli Hoeneß daran erinnerte („Man darf nicht vergessen, was dieser Mann für den FC Bayern geleistet hat“) und den Abgesang auf Neuer als „unglaublich“ bezeichnete, ist registriert worden.

Beliebt im Team

Starke Worte wie diese hätte Neuer gerne von Salihamidzic oder Trainer Julian Nagelsmann (35) gehört, dessen Verhältnis zum Ex-Torwarttrainer freilich als gestört gilt. Stattdessen liest er jetzt Abschiedsworte seiner Teamkollegen in Richtung Tapalovic. „Es war mir eine Ehre. Auch wegen dir war es eine absolute Erfolgsgeschichte im letzten Jahrzehnt“, schrieb etwa Thomas Müller. Die Reaktion lässt tief blicken und zeigt, wie beliebt „Tapa“ nicht nur bei Neuer, sondern auch im restlichen Team war. Neuer ist sich sicher, dass sein Intimus bald auf einer anderen Bundesliga-Bank sitzen – und geschätzt werden – wird.

Nachfolger wird Tom Starke - der bisher als Koordinator der Torwarttrainer im Nachwuchsbereich beim FCB arbeitete.

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