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Jeder darf mal mitjubeln, hier wird Niklas Süle (Mitte) zu seinem Tor gratuliert.
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Jeder darf mal mitjubeln, hier wird Niklas Süle (Mitte) zu seinem Tor gratuliert.

Botschaft an die Bundesliga

Gnadenlos effektive Bayern

  • VonManuel Bonke
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Der Abo-Meister macht mit Bayer Leverkusen, was er will, und führt schon zur Pause 5:0

Wenn Robert Lewandowski trotz früher Auswechslung bestens gelaunt mit Thomas Müller auf der Ersatzbank scherzt, muss etwas Außergewöhnliches beim FC Bayern geschehen sein. So wie am Sonntag in Leverkusen. Nicht nur, dass die Münchner das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayer souverän mit 5:1 (5:0) gewannen, sie spielten darüber hinaus eine erste Halbzeit, die ihres gleichen sucht. Denn: Der deutsche Rekordmeister erzielte sämtliche Tore vor dem Halbzeitpfiff.

Zwei dieser Treffer gingen auf das Konto von Weltfußballer Lewandowski, was seine gute (Bank-)Laune erklärte. „Es zeigt, was wir für einen Fußball gespielt haben, wenn wir in 45 Minuten fünf Tore schießen“, frohlockte der polnische Torjäger nach der Partie am Dazn-Mikrofon. Und für Joshua Kimmich war der Bayern-Auftritt ab der 30. Minute „gigantisch. Ab diesem Zeitpunkt haben wir das Spiel dominiert“.

Dabei kam im Vorfeld der Partie seit langer Zeit wieder so etwas wie Spannung im Bundesligaspielbetrieb auf. Immerhin waren die Leverkusener punktgleich. Und im Falle einer Niederlage hätten die Bayern den Platz an der Sonne an die Werkself abtreten müssen. Darauf hatten die Bayern jedoch überhaupt keine Lust. Das ließen sie ihren Gegner bereits nach vier Minuten spüren, als Kimmich einen Freistoß in den Strafraum chippte, Abwehrspieler Dayot Upamecano am langen Pfosten lauerte und scharf auf Lewandowski passte, der technisch anspruchsvoll mit der Hacke zum 0:1 vollstreckte.

Viel Lob vom Trainer

Die frühe Führung spielte Bayern natürlich in die Karten, doch dass die Mannschaft von Julian Nagelsmann eine solch gnadenlose Machtdemonstration auf den Rasen zaubern würde, war nicht zwingend zu erwarten. Dementsprechend großes Lob hatte der gebürtige Landsberger später für sein Team parat: „Wir hatten unfassbar viele Abschlüsse und eine sensationelle Struktur mit Ball. Leverkusen hatte sehr wenig Zugriff in der ersten Halbzeit.“

Das war noch höflich formuliert, die Werkself war an diesem Tag nicht mehr als ein Sparringspartner. Beim zweiten Treffer von Lewandowski (30.) ließ die Leverkusener Hintermannschaft Leroy Sané und Alphonso Davies ohne Gegenwehr auf dem linken Flügel gewähren, ehe der Doppeltorschütze aus kurzer Distanz ins linke Eck schoss. Dem 3:0 durch Thomas Müller (34.) ging erneut eine Standardsituation voraus. Diesmal lauerte Niklas Süle nach einem Eckstoß am langen Pfosten. Der Abwehrspieler vernaschte Jonathan Tah am Strafraumeck und zog ab. Müller bekam seinen Oberschenkel in die Schussbahn und lenkte den Ball ins Netz.

Beim anschließenden Anstoß setzte Bayern die Hausherren gleich unter Druck, erzwangen dadurch einen Ballverlust und setzten zum Konterangriff an, den Serge Gnabry vollendete. Der Nationalspieler war es auch, der für die 5:0-Führung vor der Halbzeit sorgte, als er nach einem Doppelpass mit Leon Goretzka seinen zweiten Treffer erzielte (37.).

„Es waren herausragend gut herausgespielte Tore“, freute sich Nagelsmann. In der zweiten Hälfte gönnte er einigen Stars eine Pause, weshalb das Münchner Spiel nicht mehr ganz so dominant war und Leverkusen zum Ehrentreffer durch Patrick Schick kam (55.). Doch das interessierte an diesem – selbst für Bayern-Verhältnisse – außergewöhnlichen Fußball-Sonntag keinen mehr. Die Münchner Blicke richten sich ab sofort ohnehin Richtung Lissabon, wo am Mittwoch das Champions-League-Spiel bei Benfica ansteht.

Nagelsmann hatte nach dem Torfestival doch glatt noch etwas zu bemängeln. „Wir hatten noch die Chance auf das sechste, siebte oder achte Tor in der ersten Halbzeit“, sagte er. Merke: Kritik übt ein trotz seiner Jugend schon recht erfahrener Trainer am liebsten, wenn am Ende ein Sieg steht. „Die Stimmung im Stadion haben wir heute nicht verdient“, sagte ein ziemlich frustrierter Bayer-Keeper Lukas Hradecky.

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