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Gladbach auf Bewährung

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Von: Thomas Kilchenstein

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Liegestütz zum Auftakt: Borussia Mönchengladbach legt mit neuem Trainer los.
Liegestütz zum Auftakt: Borussia Mönchengladbach legt mit neuem Trainer los. © dpa

Die neue Sportliche Führung wird die Scherben zusammenkehren müssen, wird die - unter Ex-Trainer Hütter - zerstrittene Kabine hinter sich bringen müssen, was nicht leicht sein wird.

Was sind sie draußen im Borussia-Park froh, diese letzte, vermaledeite Saison hinter sich zu haben, eine Saison zum Vergessen, so schlecht schnitt eine Gladbacher Mannschaft seit der Relegation 2011 nicht mehr ab. Sie haben einiges zu tun am Niederrhein, gestern bat Daniel Farke, der neue Trainer, der Norwich City mal in die Premier League geführt hat, zum Aufgalopp.

Es wird spannend sein zu beobachten, wie Borussia Mönchengladbach versucht, sich aus der selbst gestellten Falle zu befreien. Viele Probleme sind ja immer noch nicht gelöst, Spieler, die man los haben möchte, haben noch Vertrag, frisches Blut ist ebenfalls nicht zugefügt worden, schon bittet Roland Virkus, der Manager, der immer noch so wirkt wie ein Spielausschussvorsitzender eines Kreisoberligisten, um Geduld auf dem Transfermarkt. Nach Aufbruchstimmung klingt das alles im Moment nicht.

Die Gladbacher haben im vergangenen Jahr viel verspielt, Geld sowieso, etwa die 7,5 Millionen Euro für den Flop Adi Hütter, aber der Klub hat binnen zwölf Monaten zudem mehr verloren als Geld: nämlich den Anschluss an die Topteams, Sympathien im Land und bei den eigenen Fans, in der Branche ein gewisses Standing, etwa, als - nach dem Rücktritt des allerwichtigsten Mannes im Klub, Max Eberl, Lokomotive, Motor und Seele in Personalunion - zwei angefragte Sportdirektoren abgesagt haben. Die ließen lieber die Finger von den Fohlen.

Die neue Sportliche Führung wird jetzt die Scherben zusammenkehren müssen, wird die - unter Hütter - zerstrittene Kabine hinter sich bringen müssen, was nicht leicht sein wird angesichts von Grüppchenbildung, durchgesteckten Interna, mangelnder Harmonie, respektloser Umgang miteinander und anderer Undiszipliniertheiten. Marcus Thuram, einer jener Spieler, die gehen sollen, hat das Klima einst so beschrieben: „Immer, wenn es schlecht lief, waren die Franzosen schuld.“ Daniel Farke, der mit 47 Jahren zum ersten Mal einen Bundesligisten trainiert, hat ein weites Feld zu beackern. Ist er dieser Aufgabe gewachsen? Auch so eine Frage, die im Gladbach niemand seriös beantworten kann.

Immerhin wissen sie, dass die Borussia wie ein angeschlagener Boxer wirkt, sie wissen, dass eine harte Saison auf sie wartet, und sie wissen, was sie sein wollen, „eine Ballbesitzmannschaft“, dies hat Virkus zum Auftakt festgelegt. Unter Hütter war das anders: Er sprach zum Einstand davon, „die neue Kampftruppe zu sein“. Da begann das Missverständnis.

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