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Polizeikräfte sichern bei Risikospielen den Eingang zum Gästeblock am Weserstadion. dpa
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Polizeikräfte sichern bei Risikospielen den Eingang zum Gästeblock am Weserstadion.

Dauerzwist mit der DFL

DFB gibt Bremen eine Abfuhr

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Auch auf absehbare Zeit gibt es keine Länderspiele im Weserstadion. Der DFB folgt damit der Linie der DFL, auch wenn nicht bei allen Partien ein Sicherheitsrisiko besteht.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) macht Bremen keinerlei Hoffnung, bald wieder Austragungsort von Länderspielen zu werden. Der Verband hatte der Hansestadt auf Druck der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Jahr 2014 unter dem damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach eine im Weserstadion angesetzte Partie der Nationalmannschaft gegen Gibraltar entzogen. „Unveränderte Position des gesamten DFB-Präsidiums ist, dass keine Länderspiele in ein Bundesland vergeben werden, in dem Streit um die Rückerstattung von Polizeikosten droht“, hieß es auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Damit geraten kleine und große Fußballfans aus der Region auch weiterhin schuldlos zwischen die Mühlen der Sportpolitik.

Das DFB-Votum ist eine deutliche Abfuhr an Forderungen von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte im „Weser-Kurier“-Interview: „Man muss vom DFB immer wieder verlangen, dass er diese willkürliche und ungerechte Strafmaßnahme zurücknimmt.“ Es sei bei dem Länderspiel nicht um ein Risikospiel gegangen, „es ging nur darum zu zeigen: Ihr in Bremen habt aufgemuckt, jetzt kriegt ihr die Quittung.“ Diese Haltung sei „nicht akzeptabel“, so der Bürgermeister. „Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass auch der DFB das erkennt. So kann man einfach nicht miteinander umgehen.“

Kann man offenbar doch. Der DFB bleibt jedenfalls auch unter Präsident Fritz Keller und trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts aus dem März 2019, das eine Beteiligung von Klubs an Polizeikosten bei Hochrisikospielen als grundsätzlich rechtens ansieht, treu an der Seite der federführenden DFL. Man bleibe weiter bei der „Auffassung, dass eine grundsätzliche Lösung für die Polizeikostenfrage gefunden werden muss“. Denn, so der DFB: „Bestimmungen in Landespolizeigesetzen, nach denen die Kosten für Polizeieinsätze im Rahmen von Fußballspielen vom Veranstalter zu tragen sind, sind verfassungswidrig. Die Gewährleistung der staatlichen Sicherheit gehört zu den Kernaufgaben des Staates ... aus Steuermitteln“. Dabei sei auch zu bedenken, dass das Steueraufkommen des Fußballs immens sei.

Wichtig ist es dem DFB außerdem, darauf hinzuweisen: „Der Fußball ist nicht Störer. Störer sind die Gewalttäter, die die Plattform des Fußballs ausnutzen.“ Der Kampf gegen Gewalt dürfe nicht privatisiert und kommerzialisiert werden, „sondern ist und bleibt Aufgabe der Polizei“. Übersetzt heißt all das: So lange das aufmüpfige Bremen sich weiter renitent gebärdet, gibt es vom großen Onkel DFB weiter Stubenarrest und somit kein noch so risikoloses Länderspiel gegen Zwergenstaaten im Weserstadion.

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