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Das, was sich in den Amateurklassen abspielt, ist Spiegelbild der Gesellschaft.

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Gewalt gegen Schiedsrichter: Die Verrohung der Sitten

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Ein Fußballspieler hat im Kreis Dieburg in der Kreisliga einen Schiedsrichter K.o. geschlagen. Der Respekt vor dem 23. Mann tendiert gegen Null. Ein Kommentar.

Natürlich ist es nicht die Regel, dass ein Schiedsrichter bei einem unterklassigen Fußballspiel von einem Spieler bewusstlos geschlagen wird, so wie das jetzt im Kreis Dieburg bei einer Begegnung der untersten Liga geschehen ist, wirklich nicht. Woche für Woche leiten in ganz Deutschland etwa 75 000 Unparteiische rund 1,5 Millionen Fußballspiele, sie tun dies aus freien Stücken heraus, weil es ihr Hobby ist, weil sie Spaß daran haben, nicht weil sie Geld dafür bekommen – bei Jugendspielen gibt es gerade mal zwischen zwölf und 15 Euro plus Spesen. Sie tun es auch, weil ohne Schiedsrichter kein Fußballspiel stattfinden würde.

Der Fall in Münster, wo ein 28-Jähriger nach einem Platzverweis auf den 22 Jahre alten Schiri einschlug, ist dessen ungeachtet immer noch eine Ausnahme, körperliche Gewalt gegenüber den Männern und Frauen an der Pfeife ist eher selten. Dennoch stellt dieser Fall eine weitere Eskalationsstufe dar. Die Verrohung der Sitten auf den Sportplätzen nimmt überhand, es herrscht oft genug eine von Aggressivität und Feindschaft aufgeheizte Atmosphäre. Der Respekt vor dem 23. Mann tendiert mittlerweile gegen Null, jeder, der auf dem Feld steht oder hinter der Barriere zuschaut, glaubt, mit seiner Meinung nicht hinter den Berg halten zu müssen. Verbale Gewalt, Drohungen und Beschimpfungen nennen die Hobby-Schiris als die häufigsten Begleiterscheinung eines ganz „normalen“ Spieltags.

Gewalt gegen Schiedsrichter: Ein Spiegelbild der Gesellschaft

Natürlich ist das, was sich auf den Amateursportplätzen Woche für Woche abspielt, auch ein Spiegelbild dieser Gesellschaft, es geht rauer und kälter zu, es wird mit harten Bandagen und oft unter der Gürtellinie attackiert. Die Hemmschwellen sind gesunken, gibt es überhaupt noch welche? Scheinbar ist es opportun geworden, wonach jeder seine persönlichen Befindlichkeiten binnen dieser 90 Minuten unter freiem Himmel auf dem Mann abzuladen versucht, der für die Einhaltung der Regeln zuständig ist. Anstand, Rücksicht, gar Empathie sind Tugenden, die mehr und mehr in den Hintergrund rücken. Das ist schlimm, passt aber zum allgemeinen Trend offenen Hasses in den Sozialen Medien. Dass die Protagonisten in erster und zweiter Liga alles andere als Vorbilder sind, ist daher nicht gerade hilfreich.

In Berlin, wo just an diesem Wochenende Schiedsrichter in den Streik getreten und deshalb alle Spiele ausgefallen waren, werden drastische Maßnahmen gefordert: Sicherheitspersonal für die Unparteiischen, härtere Strafen für Täter und Klubs, Punktabzug. Ob dies grundsätzlich was ändert?

Man könnte sich vielleicht einfach einer alten Benimmregel erinnern: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst. Das würde schon reichen.

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