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Erzielt Tore am Fließband für die TSG Hoffenheim: Andrej Kramaric.
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Erzielt Tore am Fließband für die TSG Hoffenheim: Andrej Kramaric.

TSG 1899 Hoffenheim

Gewachsene Gemeinschaft

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Bundesliga-Check, Teil16: TSG Hoffenheim: Wenn endlich mal wieder mehr Spieler gesund bleiben, ist auch mehr drin als in den vergangenen Jahren

Die TSG Hoffenheim hat es geschafft, seit dem Aufstieg 2008 stabil zur Bundesliga zu gehören. Einerseits. Andererseits ist der Dorfklub zwischen Heidelberg und Sinsheim dabei ein wenig zu einer Art grauen Maus geworden, ohne viel falsch gemacht zu haben. Große Trainerhelden wie Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann sind weg. Und mit ihnen der Heldenfußball. Derzeit läuft es pragmatisch und damit besser als bei vielen Traditionsklubs. Was auch an der nach wie vor hervorragenden Nachwuchsarbeit liegt. Aber in Hoffenheim wissen sie natürlich: Überregional positiv auffallen kann die TSG nur, wenn sie höchst attraktiven Fußball bietet.

Wie stark ist der Kader?

Gewachsen, sehr gut eingespielt und somit aktuell stärker als vergangene Saison, die immerhin noch Platz elf brachte, obwohl ebenso viele Stammspieler zeitweise fast gleichzeitig ausgefallen waren. Kein anderer Klub wurde so sehr von Corona getroffen, was nicht an der Bevölkerungsdichte am Trainingszentrum in Zuzenhausen gelegen haben kann. Und es geht schon wieder los: Stürmer Ilas Bebou ist wegen einer Covid-19-Erkrankung in Isolation geschickt worden. Die TSG hat sich am Transfermarkt bisher auffällig zurückgehalten. Toptransfer ist U21-Europameister und Olympiateilnehmer David Raum. Der linke Verteidiger, aus Fürth gekommen, ist ein Kraftpaket und war vergangene Saison einer der überragenden Zweitligaprofis.

Worauf steht der Trainer?

Sebastian Hoeneß hat ein hochkompliziertes erstes Jahr überstanden, auch, weil Sportchef Alex Rosen stets zum 39-Jährigen hielt. Rosen lobt: „Unser Trainer hat nie geklagt, kann extrem gut mit Rückschlägen umgehen und denkt immer nach vorne. Das ist eine tolle Haltung. Jetzt wollen wir wieder angreifen.“ Hoeneß Junior, Sohn von Ex-Nationalspieler Dieter Hoeneß, soll das Team nun wieder zurück in höhere Gefilde führen. Als ehemaliger Nachwuchscoach bei Bayern München hat er gelernt, jungen Spielern Vertrauen zu schenken. Genau das, was in Hoffenheim verlangt wird. Momentan macht der erst 16-jährige Tom Bischof auf sich aufmerksam. Der Junge durfte im Trainingslager komplett dabeisein.

Wo hapert es noch?

Die Aufmerksamkeit und Konsequenz im Defensivverhalten lässt in Hoffenheim fast schon traditionell zu wünschen übrig. Die TSG lässt sich zu oft zu leicht übertölpeln. Dass die Abwehrrecken Ermin Bicakcic (Kreuzbandriss) und Benjamin Hübner (schwere Sprunggelenksverletzung) seit fast einem Jahr fehlen, konnte nicht kompensiert werden. Und die Frage ist: Schaffen die beiden Mentalitätsspieler es, nach noch nicht abgeschlossener Genesung wieder an ihre Topform zu gelangen? Besser werden wollen die Hoffenheimer unbedingt auch bei Standards. Die waren in der vergangenen Saison oft ein Ärgernis.

Zu- und Abgänge

Zugänge: Sebastian Rudy (FC Schalke 04, nach Leihe fest verpflichtet), David Raum (SpVgg Greuther Fürth), Angelo Stiller (FC Bayern München), Jacob Bruun Larsen (RSC Anderlecht, Leihe endet), Lucas Riberio (Internacional, Leihe endet)

Abgänge: Konstantinos Stafylidis (VfL Bochum, Leihe), Alfons Amade (KV Oostende), Justin Hoogma (SpVgg Greuther Fürth, Leihe), Ilay Elmkies (Admira Wacker Mödling, Leihe, war zuvor an ADO Den Haag ausgeliehen), Ryan Sessegnon (Tottenham Hotspur, Leihe endet), Chris Richards (FC Bayern München, Leihe endet), Bruno Nazario (America Futebol Clube, Leihe verlängert)

Wer sticht heraus?

Nach wie vor Andrej Kramaric, der All-time-best Spieler der TSG, der Saison für Saison Tore am Fließband erzielt und vorbereitet, aber auch Florian Grillitsch Christoph Baumgartner - allesamt schon seit vielen Jahren in Hoffenheim und fast schon heimisch geworden. Was aber nicht heißt, dass vor allem Topstürmer Kramaric und Mittelfeldmann Grillitsch nicht auch Verkaufskandidaten sein könnten. Dazu müssten die Angebote aber schon unmoralisch sein.

Wie geht’s dem Schatzmeister?

Der heißt seit ewigen Zeiten Frank Briel und ist als Geschäftsführer der Fußball-GmbH ein Top-Finanzfachmann. Ihm geht es nicht nur deshalb gut, weil Dietmar Hopp als Investor mit Netz und doppeltem Boden zur Stelle wäre, wenn es Probleme gäbe. Die sind dank Alex Rosens kluger Transferpolitik (Kerem Demirbay, Nico Schulz, Nadiem Amiri und Vincenzo Grifo für 114 Millionen Euro verkauft) mit einem Rekordgewinn von 56 Millionen Euro in der Coronasaison 2019/20 überschaubar. Die Saison 2020/21 wird finanziell wie überall in der Bundesliga ein Krisenjahr, aber das ist eingeplant. Es ist sogar Geld übrig, um den hochdekorierten Psychologen Hans-Dieter Hermann, der auch die Nationalspieler coacht, zurückzuholen.

Was ist drin?

Sollten Kramaric und Grillitsch bleiben, auf jeden Fall mehr als zuletzt. Die internationalen Plätze sind nicht komplett aussichtslos, aber doch fern.

Online finden Sie die Bundesliga-Serie und alle veröffentlichten Tipptabellen unter: fr.de/tipptabelle

Die FR-Tipptabelle.

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