Gentleman: "Habe selbst im "Bataclan" gespielt"

Der Sänger und Köln-Fan Gentleman (41) will sich von der Angst vor neuen Terroranschlägen nicht den Spaß an der Fußball-EM verderben lassen.

Der Sänger und Köln-Fan Gentleman (41) will sich von der Angst vor neuen Terroranschlägen nicht den Spaß an der Fußball-EM verderben lassen.

Wer wird Ihrer Meinung nach Europameister und warum?

Das kann man bei einer EM eigentlich nicht beantworten - ich meine, Griechenland ist auch Europameister geworden. Ich traue diesmal Polen viel zu, Deutschland, Spanien, Frankreich. Ich sage mal Deutschland.

Wie und wo schauen Sie die Spiele?

Am liebsten zu Hause mit meinen Jungs. Auch auf den Festivals gibt es immer Möglichkeiten. Das Deutschland-Spiel gegen Polen habe ich mit einem polnischen Jungenchor in einer Bar in Posen geguckt.

Was war der größte Fußball-Moment Ihres Lebens?

Paul Breitner, der im WM-Finale 1982 gegen Italien das Ding einfach aus Frust aus 30 Metern zum 1:3 in den Winkel hämmert. Alles war vorbei und er zimmert das Ding rein. Da war ich sieben, fand das aber unglaublich zu sehen, wie man den Frust mit Mut transformieren kann. Ansonsten natürlich das 7:1 gegen Brasilien. Da weiß, glaub ich, jeder noch, mit wem er das wo geguckt hat.

Wirken sich die Terroranschläge von Paris im vergangenen November auf Ihre EM-Begeisterung aus?

Wir blenden mit dem Anpfiff alles aus - was in Katar passiert, die Kommerzialisierung, die Korruption in dieser riesigen Geldmaschine. Da habe ich mich auch selbst bei ertappt. Ich mag einfach das Spiel Fußball so gerne. In Bezug auf den Terror dürfen wir uns aber auch nicht einschränken lassen. Ich habe ein Jahr vor den Anschlägen im "Bataclan" gespielt, war genau in diesem Backstage-Zimmer. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.

Gentleman (41) ist der erfolgreichste deutsche Reggaemusiker und als überzeugter Kölner ein Fan des 1. FC. Mit Ky-Mani Marley, einem Sohn von Bob Marley, hat er das neue Album "Conversations" aufgenommen und steht mit "Ahnma" von den Beginnern in den Charts. (dpa)

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