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Oliver Kahn (rechts), Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, erklärt die Welt, wie sie ihm gefällt.
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Oliver Kahn (rechts), Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, erklärt die Welt, wie sie ihm gefällt.

Kommentar

Gemach, Herr Kahn!

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Der FC Bayern München ist beileibe nicht der erste Klub, der unter den Corona-Regeln leidet - er hat sie selbst mit zu verantworten. Der Kommentar.

Man stelle sich vor, ein deutscher Profifußballklub versuche eine drohende Pleite abzuwenden, zum Beispiel mit der Einwechslung eines langen Lulatschs ins Angriffszentrum - oft genug erlebt. Nun stelle man sich aber vor, dieser Lulatsch sei qua fußballerischer Ausbildung gar kein Angreifer, kein Mittelfeldmann, nicht mal Verteidiger, sondern Torwart. Seltsam, oder? Auf alle Fälle wenig erfolgversprechend und daher tauglich für bundesweite Schlagzeilen. Kann so was sein? Es kann. Eric Verstappen, Ersatzersatztorwart der Würzburger Kickers, eingewechselt Ende 2020 in Darmstadt – coronabedingt war kein anderer Kollege übrig. Bloß: Große Wellen schlug’s damals nicht. Würzburg, zweite Liga, zieht halt nicht.

Anders ist das in diesen Tagen, da Omikron mit Macht übernimmt, da zwar kein weiterer stürmender Torwart spielen musste in den deutschen Eliteklassen, sehr wohl aber Teenager wie Wanner, Raebiger und Copado. Die kennt kaum einer, dafür aber deren Klubs: Leipzig und Bayern. Und wo die Bayern sind, da ist die Aufmerksamkeit. Also mosert Oliver Kahn, Münchner Oberboss, dessen Team ja tatsächlich arg corona-gebeutelt zurückkam aus winterlichen Sommerurlauben rund um den Globus (Ergo: Auch mal an die eigene Nase fassen): „Es gibt Regularien von der DFL, und die nehmen wir an. Ich glaube nur, dass die Regularien in einer Zeit gemacht worden sind, in der es Corona noch nicht gegeben hat.“ Nicht ganz richtig, Herr Kahn.

In der Tat sind die Regularien überdenkenswert, wonach ein Spiel angepfiffen wird, sobald 15 spielberechtigte Profis (darunter ein Torwart) zur Verfügung stehen, zu diesen jedoch auch Verletzte zählen. Doch nicht die DFL als unnahbare Regierung des Fußballs hat das im Alleingang entschieden, sondern in Abstimmung mit den 36 Klubs der ersten und zweiten Liga. Mitte Dezember noch, als Omikron längst wissentlich im Anmarsch war, scherte sich - zumindest öffentlich - bei der DFL-Mitgliederversammlung niemand darum - auch die Bayern nicht. Wenig weitsichtig,

Gleiches gilt für die Testungen: Die sind für doppelt geimpfte oder geboosterte Spieler wie Trainer derzeit nicht verpflichtend. Die meisten Klubs erhöhten zuletzt zwar ihren Testrhythmus im Gegensatz zu Saisonbeginn freiwillig wieder (vielerorts täglich), sie hätten dies aber nicht tun müssen. Manch sich kerngesund fühlender, aber infizierter Spieler konnte somit nicht auflaufen, was zur Eindämmung der Pandemie sinnvoll ist, die Teams aber schwächt. Ein Schlupfloch also, das im Sinne der Chancengleichheit und Pandemiebekämpfung möglichst geschlossen werden sollte.

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