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„Ich habe die Gelbe Karte verdient“: Tottenham-Trainer José Mourinho (links), verständnisvoll.

England

Gelb für Spickeln

José Mourinho gerät in England mal wieder in die Schlagzeilen.

Tottenham-Coach José Mourinho ist mal wieder seinem Ruf als „Special One“ gerecht geworden. Nach dem 0:1 (0:1) seines Teams beim FC Southampton am Mittwoch bezeichnete der Portugiese einen Co-Trainer der Saints als „Idiot“. Mourinho war während des Spiels zur gegnerischen Bank spaziert und hatte Southamptons Torwarttrainer Andrew Sparkes in die Notizen geschaut. Zudem lieferte er sich ein Wortgefecht mit Sparkes. „Ich war unhöflich“, gab Mourinho beim TV-Sender BT Sport zu, „aber ich war unhöflich zu einem Idioten. Ich habe die Gelbe Karte absolut verdient. Ich hatte üble Worte mit dem Kerl.“

Was der Anlass für die Provokation und den Streit mit Sparkes war, wollte Mourinho nicht verraten. „Es gab natürlich einen Grund dafür“, sagte er später am BBC-Mikrofon „Ich werde Ihnen das nicht sagen, aber es gab einen Grund für meine Reaktion.“ Britische Medien spekulierten anschließend allerdings, der Tottenham-Coach habe sich über angebliches Zeitschinden des FC Southampton geärgert.

Southamptons Cheftrainer, der frühere Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl, gab sich hingegen diplomatisch. „Ich möchte dazu nichts sagen“, sagte er. „Ich habe eine sehr hohe Meinung von diesem Trainer, er hat so viel für den Fußball getan.“ Southampton verbesserte sich auf den zwölften Rang der Premier-League-Tabelle. Die Spurs belegen nach der unglücklichen Auswärtsniederlage, bei der ein Tor von Harry Kane aberkannt wurde, Platz sechs.

Mesut Özil blüht auf

Tottenhams Nord-Londoner Erzrivale Arsenal steht derweil auf Rang zehn noch schlechter da, fühlt sich aber plötzlich um einiges besser, Auch dank Mesut Özil. Der deutsche Ex-Nationalspieler schloss den neuen Teammanager Mikel Arteta am Mittwochabend in die Arme und verließ mit stolzer Miene den Platz. Beim wichtigen 2:0 (2:0) im Klassiker gegen Manchester United ließ der Spielmacher des FC Arsenal seine alte Klasse wieder aufblitzen. Der ehemalige United-Profi und heutige TV-Experte Rio Ferdinand war nach Abpfiff voll des Lobes für Özil. „Schaut euch Özil an. Ich denke, es ist das erste Mal seit 18 Monaten, dass ich ihn lächeln sehe“, sagte Ferdinand: „Ich denke, es liegt daran, dass er im Training wieder Spaß hat.“

Unter Artetas Vorgänger Unai Emery war Özil nur noch ein Schatten seiner selbst, stand viele Wochen nicht einmal mehr im Kader. „Es muss Gespräche mit einzelnen Spielern gegeben haben, in denen Arteta gesagt hat: Du bist mein Typ“, mutmaßte Ferdinand.

Durch den ersten Sieg im dritten Spiel unter Arteta stellten die Gunners den Anschluss zu den Europacup-Plätzen wieder her. Nicolas Pepe (8.) und der frühere Bundesliga-Profi Sokratis (43.) waren für die Londoner erfolgreich, Özil spielte durch und leitete mit einem Eckball das 2:0 ein. (dpa/sid)

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