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Freud und Leid, eng beieinander: Eisenbichler (re.), Geiger.
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Freud und Leid, eng beieinander: Eisenbichler (re.), Geiger.

Vierschanzentournee

Geknickter Vorflieger

  • VonPatrick Reichelt
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Karl Geiger enttäuscht bei der Tournee, hadert aber weniger mit dem Wind als mit sich selbst.

Am Tag danach blieb Karl Geiger lieber im Verborgenen. Kumpel Markus Eisenbichler übernahm die Öffentlichkeitsarbeit. Das lag auch nahe nach diesem grandiosen zweiten Platz am Neujahrstag mit dem er sich ganz nebenbei in der Gesamtwertung an Geiger vorbeischob. Doch die Gedanken galten dem Oberstdorfer: „Das ist bitter für ihn“, sagte er, „aber der Karl steckt das weg.“

Tags zuvor hatte es in dieser Hinsicht noch nicht allzu gut ausgesehen. Da war Karl Geiger ziemlich zornig durch den Auslauf der Olympiaschanze gestapft. „Ich war in der Form, ich habe alles getan“, murrte er, „und jetzt ist schon wieder alles gegessen. Das kotzt mich an“ Sprünge auf 130 und 127,5 Meter hatten für ihn nur zu Platz sieben gereicht. Zum neuerlichen Tagessieger und Gesamtführenden Ryoyu Kobayashi fehlen ihm vor der österreichischen Tournee-Halbzeit nun 32 Punkte, umgerechnet 18 Meter.

Geiger hätte gute Argumente gehabt, die Schuld für die geplatzten Tourneehoffnungen beim Wind zu suchen. Schon im Finale von Oberstdorf hatten sich die Lüfte gegen ihn gewandt. In Partenkirchen hatte er gleich zweimal die deutlich schlechtesten Bedingungen im Feld. Doch der 28-Jährige, der nun auch das Gelbe Trikot an Kobayashi weiterreichen musste, gab sich vor allem selbstkritisch: „Es waren aber auch nicht die Sprünge, die man bei den Bedingungen gebraucht hätte.“

Sein Trainer Stefan Horngacher führte am gestrigen Ruhetag der Tournee sicherheitshalber ein Gespräch mit dem geknickten Vorflieger, doch auch er gab sich betont gelassen. „Der Karl hat auch in Klingenthal schon nicht so gut ausgeschaut und das nächste Springen in Engelberg gewonnen. Um den müssen wir uns keine Sorgen machen“, sagte der Tiroler, „ich kann mir gut vorstellen, dass wir noch bei der Tournee seine wahre Seite sehen.“ Zumal sich nun ja auch im eigenen Lager jemand fand, der die Last der Verantwortung von seinen Schultern nahm. Markus Eisenbichler war ja nach einem Sturz beim Sommer-GP in Klingenthal leicht verunsichert durch die erste Saisonphase getrudelt. Dann kam der fulminante zweite Durchgang in Oberstdorf. Und das, so ist es eben in einem Sport, in dem vor allem der Kopf über Sieg und Niederlage entscheidet, war das genau das Erlebnis, das Eisenbichler gebraucht hatte.

Eisenbichler lauert

Denn in Partenkirchen präsentierte sich der Siegsdorfer zwei Tage lang in Ausnahmeform. Gewann die Qualifikation, segelte im Wettkampf auf 141 und 143,5 Meter – die Gefühlsexplosion im Auslauf inklusive. 0,2 Pünktchen fehlten im zum ersten Sieg beim neujahrsspringen seit Sven Hannawald 2002, etwas mehr als elf Zentimeter. Und auch Horngacher reagierte verblüfft über die Galavorstellung. „Das hätte ich gar nicht gedacht, dass er hier so einen Segelflieger auspackt.“

Und ganz plötzlich findet sich Eisenbichler bei der Tournee in Lauerstellung wieder. Zu Kobayashi fehlen zwar zwölf Meter. Doch zumindest das Podest mit dem slowenischen Überraschungsmann Lovro Kos – am Neujahrstag über sich selbst verblüffter Dritter („Ich wollte bei der Tournee viermal in die Punkte“) und dem Norweger Marius Lindvik ist in Reichweite. Und das vor zwei Tourneeschanzen, die Eisenbichler liegen.

Doch der 30-Jährige will sich von den Geschehnissen in Partenkirchen und dem merklich wachsenden Selbstvertrauen nicht zu einer Kampfansage verlocken lassen. „Ich freue mich, dass ich wieder zu solchen Sprüngen in der Lage bin“, sagte er, „und nur darauf will ich momentan schauen.“

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