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Thomas Hengen (l) und Claus Reitmaier scheiden mit dem KSC 1997 gegen Energie Cottbus aus. Foto: Ralf Hirschberger

Geislingen und Co.: Die großen Sensationen im DFB-Pokal

Der DFB-Pokal lebt von den Sensationssiegen der Amateurclubs gegen die Bundesligisten. Vor der ersten Cup-Runde erinnert die Deutsche Presse-Agentur in einer Auswahl an große Überraschungen in der deutschen Pokalhistorie.

Der DFB-Pokal lebt von den Sensationssiegen der Amateurclubs gegen die Bundesligisten. Vor der ersten Cup-Runde erinnert die Deutsche Presse-Agentur in einer Auswahl an große Überraschungen in der deutschen Pokalhistorie.

Mit dem Sieg gegen den damals noch großen HSV schreibt der schwäbische Drittligist Pokalgeschichte. Die Hamburger laufen mit Stars wie Uli Stein, Manfred Kalz oder Felix Magath auf. In der schwäbischen Provinz ist das Team von Trainerlegende Ernst Happel jedoch klar unterlegen. Nach der Partie klagt Magath: "Die eigentliche Katastrophe ist, dass wir überhaupt keine Siegchance hatten."

Nur wenige Wochen nach dem deutschen WM-Triumph in Italien gastiert der FC Bayern beim badischen Oberligisten FV Weinheim. Im Sepp-Herberger-Stadion agieren die von Jupp Heynckes trainierten Münchner Superstars allzu sorglos. Die Weinheimer gewinnen durch einen Elfmeter und ziehen sensationell in die zweite Runde ein.

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Die Bayern reisen mit ihrem neuen Trainer Giovanni Trapattoni ins Frankenland. Vestenbergsgreuth ist ein kleines Dorf bei Nürnberg, gespielt wird aber im Nürnberger Frankenstadion. Die Partie wird live im ZDF übertragen. So werden Millionen von TV-Zuschauern und die knapp 25 000 im Stadion Zeuge des Sensationssieg des Regionalligisten. Der Unternehmer Helmut Hack, heutiger Vereinschef der SpVgg Greuther Fürth, lässt nach dem größten Erfolg der Club-Geschichte eigens einen Erinnerungstee herstellen.

Der VfB Stuttgart mit dem magischen Dreieck Krassimir Balakow, Fredi Bobic und Giovane Elber scheidet im baden-württembergischen Duell beim damaligen Regionalligisten Sandhausen im rekordträchtigen Elfmeterschießen aus. Einige Spieler müssen gar doppelt antreten. Als einziger Schütze verschießt am Ende der Stuttgarter Hendrik Herzog. Nach der regulären Spielzeit stand es 2:2.

Im April schneit es in Cottbus. 21 000 Zuschauer im Stadion der Freundschaft sehen das Drittligateam von Trainer Eduard Geyer vor allem im zweiten Durchgang groß auftrumpfen. Ein gewisser Willi Kronhardt erzielt die Führung und reißt sein Trikot hoch. Auf seinem Unterhemd steht Jule, der Name seiner Freundin. Mit dieser Trikotbotschaft bleibt er vielen Fußball-Fans in Erinnerung.

Die Eintracht blamiert sich an diesem Tag im August mit einer grotesk hohen Niederlage gegen die Amateure des VfB Stuttgart. In der zweiten Hälfte bricht die Eintracht bei den Schwaben völlig ein. Die spielen mit späteren Bundesliga-Stars wie Andreas Hinkel und Aliaksandr Hleb. Der Grieche Ioannis Amanatidis erzielt zwei Tore. Später wechselt der Stürmer zur Eintracht und wird dort sogar Kapitän. 2000: 2. Runde: 1. FC Magdeburg - Bayern München 5:3 n.E.

Der frühere DDR-Europapokalsieger trotzt als Oberligist dem Millionenensemble aus München in den 90 Spielminuten ein 1:1 ab. Nach der torlosen Verlängerung avanciert Torwart Miroslav Dreszer im mit 4:2 gewonnenen Elfmeterschießen zum Helden. Er pariert die Schüsse von Nationalspieler Jens Jeremies und Angreifer Giovane Elber.

Im Jahr 2001 ist der frühere Bundesligist Ulm aus wirtschaftlichen Gründen bis in die fünfte Liga abgestürzt. Aus der Erstligasaison 1999/2000 ist nur noch Dragan Trkulja bei den Schwaben im Kader. Der Serbe erzielt den 2:1-Siegtreffer gegen den "Club", der damals von Weltmeister Klaus Augenthaler trainiert wird.

Die Partie beim Drittligisten Stuttgarter Kickers nimmt eine kuriose Wendung. Der HSV dreht einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung. Einen Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit gleicht Recep Yildiz für die Kickers zum 3:3 aus. Christian Okpala schießt in der Verlängerung den 4:3-Siegtreffer, und 10 450 Zuschauer im ausverkauften Stadion an der Waldau liegen sich in den Armen.

Die von Markus Babbel trainierten Hoffenheimer blamieren sich beim Berliner Viertligisten völlig. Babbels Traineramt in Hoffenheim währte danach nicht mehr sehr lange. Im Dezember musste der Ex-Profi gehen. (dpa)

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