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Sorgt in Brasilien für strahlende Gesichter und in Paris für Verdruss: Neymar.

Neymar

Geht er oder bleibt er nicht?

Auch beim PSG-Gastspiel in Dresden dreht sich alles um Neymar.

Das Dauerthema Neymar verfolgte Thomas Tuchel bis nach Dresden. „Ich bin auf alles vorbereitet“, sagte der deutsche Trainer von Paris St. Germain und lächelte milde. Die erwarteten Fragen nach seinem wechselwilligen Superstar, der in der französischen Hauptstadt geblieben war, brachten den 45-Jährigen nicht aus der Ruhe.

Tuchel hätte in seiner Heimat gewiss lieber über das 6:1 (3:0) im ersten Test des französischen Meisters beim Zweitligisten Dynamo Dresden gesprochen. Oder über die starke Frühform von und Doppeltorschütze Kylian Mbappé. Ob der kapriziöse Neymar an dessen Seite noch einmal in einem Pflichtspiel stürmt, erscheint seit Dienstagabend noch ein wenig unwahrscheinlicher als ohnehin schon.

„Ob ich weiß, dass er gehen wollte? Ja, vor der Copa America. Aber das ist eine Sache zwischen dem Klub und Ney“, sagte Tuchel nach dem Spiel vor französischen Medien. Auf die Frage, ob Neymar nun wirklich geht, antwortete der Coach nur: „Ich weiß es nicht.“ Die Südamerika-Meisterschaft hatte Neymar (27) wegen einer Verletzung verpasst, erst am Montag war er mit einwöchiger Verspätung nach Paris zurückgekehrt. Den Trainingsstart hatte er unentschuldigt geschwänzt – wie allgemein vermutet wird, um seine Rückkehr zum FC Barcelona zu forcieren.

Dass Neymar in Dresden fehlte, während Stars wie Mbappé oder Julian Draxler (ein Tor) die überforderten Sachsen mit Leichtigkeit auseinandernahmen, passt ins Bild. Tuchel begründete das Fehlen des Brasilianers mit Trainingsrückstand. „Er war verletzt, also macht es keinen Sinn, ihn zu so einem Spiel mitzunehmen“, sagte der Coach im Gespräch mit Focus Online.

Trainer Tuchel ganz gelassen

Laut Tuchel absolvierte Neymar am Montag und Dienstag in Paris Leistungstests, „damit wir eine Bestandsaufnahme haben“. Ob er am Samstag (18.30 Uhr) zum nächsten PSG-Testspiel beim 1. FC Nürnberg mitreist, ist fraglich.

Gedanklich scheint sich Tuchel schon auf seine Zeit nach Neymar einzustellen. „Er hat Qualität ohne Ende. Deshalb wäre es ein großer Verlust. Da müssen wir abwarten, es bleibt uns gar nichts anderes übrig“, sagte der 45-Jährige.

Der Ball liegt also im Feld der Entscheider. PSG-Sportdirektor Leonardo sagte unlängst der französischen Tageszeitung „Le Parisien“, bei einem „zufriedenstellenden Angebot“ könne Neymar PSG verlassen. Barça, das sich gerade Antoine Griezmann 120 Millionen Euro hat kosten lassen, sucht derzeit nach Finanzierungsmöglichkeiten. Die spanische Sportzeitung AS berichtete bereits, die Katalanen hätten die Offensivspieler Philippe Coutinho und Ousmane Dembélé plus 40 Millionen Euro für Neymar geboten.

Sollte sich Barcelona Neymar doch nicht leisten können, könnten laut der Zeitung „Mundo“ Deportivo andere Vereine ins Spiel kommen. Das Blatt schreibt, dass sich Neymar alternativ auch mit Real Madrid, Juventus Turin, Manchester United und Bayern München anfreunden könnte.

Und wenn am Ende alle Stricke reißen, bleibt er eben bei PSG, das am 23. Juli auf große Marketing-Tour geht. „Meiner Meinung nach ist er bereit, mit uns nach China zu kommen“, sagte Tuchel. Neymar wird sich etwas anderes wünschen. (sid)

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