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Wird mal wieder Zeit für einen Sieg: Die Mainzer Ahmet Gürleyen (links) und Anthony Ujah würden sich gewiss freuen.

FSV Mainz 05

Gegen die Verzwergung

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Der FSV Mainz 05 sehnt im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg ein Erfolgserlebnis herbei.

Wie groß ist der FSV Mainz 05 wirklich? Die Frage steht im Raum, seit Rouven Schröder auf der Mitgliederversammlung ausrief: „Wir sind nicht mehr die kleinen Mainzer. Wir müssen uns vor niemandem verstecken.“ Doch spätestens nach sechs sieglosen Bundesligaspielen sind die so gut gestarteten Nullfünfer wieder auf Normalgröße geschrumpft. Und selbst wenn der kommende Ligagegner SV Werder gerade eine gewaltige Klatsche kassiert hat, kämpft Mainz im Heimspiel gegen die Bremer (Sonntag 18 Uhr) gegen die endgültige Verzwergung. Vielleicht kommt das DFB-Pokalspiel beim Ligakonkurrenten FC Augsburg (Dienstag 20.45 Uhr) nun gerade recht, um sich vorher aufzurichten.

„Das klare Ziel ist, im Pokal zu überwintern. Wir müssen uns mannhaft wehren“, forderte Sandro Schwarz am Montag. Die Serie von sechs sieglosen Bundesligaspielen ist für den FSV-Trainer kein Anlass, Trübsal zu blasen: „Wir wissen selbst, dass uns das ein oder andere Ergebnis fehlt. Aber das hängt nun einmal nicht mit der Leistung zusammen. Der Pokal ist ein anderer Wettbewerb.“

Irgendwie muss doch motivierend wirken, dass die Mainzer ihr letztes Pflichtspiel eben gegen die bayrischen Schwaben gewannen, wobei der Heimerfolg vom 15. September in der Nachspielzeit ja nur zustande kam, weil der inzwischen abgelöste Augsburger Keeper Fabian Giefer an Orientierungsschwierigkeiten litt. „Da ging es emotional hoch her“, erinnerte sich Schwarz. Ein aufregendes Match erwartet der 40-Jährige nun wieder. Kollege Manuel Baum beeindrucke ihn durch wechselnde Grundordnungen. Und: „Sie sind sehr aggressiv, schlagen ständig ihre Flanken wie Peitschen rein.“ Der Gewinn von zweiten Bällen sei extrem wichtig, um gut ins Umschaltspiel zu kommen. Das Problem: Diese Taktik kann nur aufgehen, wenn auch mal der eine oder andere Ball behauptet wird, was Widerstandskraft voraussetzt.

Schwache Zweikampfwerte

Hier allerdings liegen aus den beiden vergangenen Bundesligaspielen gegen Borussia Mönchengladbach und Bayern München fast desaströse Werte vor: Beide Male gewannen die Rheinhessen weniger als 40 Prozent der direkten Duelle. Damit fehlen Basistugenden für die von Schwarz propagierte Spielweise, der auch einräumt, dass mit Jean-Philippe Gbamin einer seine Führungsfiguren noch Nachholbedarf hat. Zudem benötigt Stürmer Jean-Philippe Mateta dringend mal eine Verschnaufpause. Vielleicht kommt Anthony Ujah endlich mal eine Chance von Beginn an, zumal der bei der Rückkehr mit so viel Lob bedachte Nigerianer in 225 Einsatzminuten immerhin zwei Tore erzielt hat – mehr als jeder andere Mainzer.

Ein anderer Kandidat für eine Denkpause bekommt notgedrungen dienstfrei: Der in der Erstrundenbegegnung bei Erzgebirge Aue (3:1) früh des Feldes verwiesene Moussa Niakhaté wird durch Alexander Hack ersetzt. Der 25-Jährige gibt nach ausgeheiltem Fußknochenbruch sein Saisondebüt. Auch Danny Latza muss noch eine Rot-Sperre aus der letzten Pokalrunde absitzen. Schwarz kündigte derweil mehrere Wechsel an. Für alle aber gilt: bloß nicht klein machen. mit dpa

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