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Wurde beleidigt. Jordan Torunarigha. Foto: AFP
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Wurde beleidigt. Jordan Torunarigha.

Kommentar

Rassismus im Fußball: Was Torunarigha passiert, ist leider ganz normal

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Jordan Torunarigha wird in einem Testspiel rassistisch angegangen. Gut, dass die deutsche Olympiaauswahl sofort und richtig reagiert. Ein Kommentar

Es ist wieder passiert. Es wird wieder passieren. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Rassismus, wie der deutsche Olympia-Fußballer Jordan Torunarigha ihn im Testspiel gegen Honduras erlebte, beileibe nicht zum ersten Mal in seinem Leben. Rassismus hat im Fußball nichts zu suchen, haben sie hinterher reflexartig gesagt, weil man das halt sagt in solchen Fällen, was immer ein bisschen klingt, als gäbe es Ort und Anlass für Rassismus, außerhalb des Fußballs. Aber was sollen sie auch sagen.

Worte sind Taten, aber nicht jede Tat lässt sich alleine mit Worten bezwingen. Dass die deutsche Mannschaft gegen Honduras geschlossen den Platz verließ, noch vor dem regulären Ende des Spiels, ist die entscheidende Botschaft an diesem Eklat, der sich auf ermüdende Art und Weise nach Normalität anfühlt. Was gut ist. Rassismus ist ja ein Teil der Normalität, es gibt ihn auf der ganzen Welt, in honduranischen Köpfen und in deutschen, und wenn er rausbricht, muss seine Bekämpfung beginnen, egal ob im Supermarkt oder auf dem Fußballplatz, egal ob vor laufenden TV-Kameras, auf dem Dorfplatz oder zu zweit vor dem Wurstregal.

Rassismus im Fußball: Konsequentes Handeln der deutschen Mannschaft gegen Honduras

Es ist ein Fortschritt, dass die Entscheidung des deutschen Teams, vom Platz zu gehen, als einzig richtige akzeptiert wird. Gut möglich, wahrscheinlich sogar, dass es vor zehn, 15 Jahren noch anders gelaufen wäre. Dass die Sache, hätte der betroffene Spieler sie überhaupt angezeigt und nicht als Trashtalk an sich abprallen lassen, heruntergespielt worden wäre. Stell dich nicht so an, hätten sie vielleicht gesagt, war nicht so gemeint, ein Missverständnis. Komm schon.

Es ist eine müßige und verschwörerische Diskussion, ob das deutsche Team genauso gehandelt hätte, hätte es sich nicht um die 85. Spielminute eines Vorbereitungsspiels gehandelt, sondern, sagen wir, um die 60. Spielminute im Olympischen Halbfinale bei 2:0-Führung. Das ist egal. Jedes einzelne Mal, da konsequent gehandelt wird, vergrößert die Chance, dass beim nächsten Vorfall, den es geben wird, die Konsequenz die gleiche Schärfe trägt. Man muss den Aufschrei hören können, und sehen, bis es keine Vorfälle mehr gibt, in einer fernen Utopie.

Einsatz für Vielfalt und Toleranz ein Kampf an der Basis

Die zurückliegenden Wochen haben auch einmal mehr gezeigt, dass man der Einsatz für Vielfalt und Toleranz ein Kampf an der Basis ist. Die großen Organisationen haben nichts zu bieten außer einem schlimmen Verdacht. Die Europäische Fußball-Union offenbarte beim Münchner Regenbogendesaster, dass hinter der Kulisse ihrer Hochglanzkampagnen eine löchrige Moral vor sich hinmodert. Twitter und Facebook und Instagram lassen es derweil geschehen, dass auf ihren Plattformen junge englischen Fußballer nach dem Drama im EM-Finale rassistisch beschimpft werden.

Es bleibt das eigene Wort und die eigene Tat, wie von den deutschen Olympiakickern vorgelebt: Hört auf mit dem Scheiß, sonst könnt ihr ohne uns weitermachen. (Jakob Böllhoff)

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