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Gänsehaut trotz Niederlage bei Kickers Offenbach

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Von: Jörg Moll, Christian Düncher

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Es hat nicht ganz gereicht: Kickers-Spieler Dominik Wanner, Shako Onangolo und Lucas Hermes (von links).
Es hat nicht ganz gereicht: Kickers-Spieler Dominik Wanner, Shako Onangolo und Lucas Hermes (von links). © OFC

Offenbacher Kickers schlagen sich wacker gegen Fortuna Düsseldorf und werden von ihren Fans gefeiert.

Erst eine beeindruckende Choreografie der Fans, dann ein leidenschaftlicher Auftritt der Mannschaft gegen ein zwei Klassen höher spielendes Team – vor 16 620 Fans im Stadion: Die Offenbacher Kickers haben am Samstagabend mal wieder gezeigt, warum sie gerne als schlafender Riese bezeichnet werden. Einzig das Ergebnis drückte nach dem ersten DFB-Pokal-Auftritt seit 2016 beim Trainer und den Spielern etwas auf die Stimmung. Daran änderten auch der Applaus und das Lob vom Gegner nichts.

Sein Team habe „alles investiert“ und „ein ordentliches Spiel gemacht“, resümierte Kickers-Coach Alexander Schmidt. Allerdings sei das Ergebnis von 1:4 (0:1) eine „Ernüchterung“. Zumal es die Kräfteverhältnisse nur bedingt widerspiegelte. Das gab auch Daniel Thioune, Coach des Gegners Fortuna Düsseldorf, zu. Der Leistungsunterschied sei viel geringer gewesen, so der 48-Jährige. „Es war ein brutaler Pokalfight und Offenbach eine große Hürde.“

Björn Jopek, Mittelfeldstratege des OFC, sprach dennoch von einer „Lehrstunde“. Die deutlich höhere Effizienz der Düsseldorfer machte den Unterschied, das war Konsens. „Nach dem 1:4 durfte ich auch mal ein paar Bälle halten“, sagte OFC-Keeper David Richter, der nur sieben Schüsse auf sein Tor bekam und bei den Gegentreffern machtlos war.

Tatsächlich war für den OFC mehr drin. Ihre stärkste Phase hatten die Kickers nach dem Seitenwechsel. Ein Schuss des starken Jakob Lemmer wurde in letzter Sekunde geblockt (53.), kurz darauf staubte er jedoch zum 1:2 (57.) ab und ließ den Berg beben. Nach Pass von Rafael Garcia hatte Dejan Bozic das 2:2 auf dem Fuß, sein Heber ging aber knapp vorbei (63.). „Dann hätte es hier komplett gebrannt“, vermutete Zitzelsberger. Stattdessen machte Düsseldorf alles klar. „Wir wurden bitterböse bestraft“, befand Jopek. hob aber mit Blick auf den Regionalligaauftakt am Sonntag (14 Uhr) bei Wormatia Worms auch das Positive hervor: „Wir haben gewisse Dinge bereits umgesetzt und gegen den Ball gezeigt, was die Leute begeistert. Sie haben uns gepuscht. Diese Energie müssen wir gemeinsam mitnehmen.“

Mit dem DFB-Pokaltriumph ist es zwar nichts geworden. Doch der Vorfreude auf die neue Spielzeit hat das 1:4 keinen nachhaltigen Dämpfer zugefügt. Zu positiv waren die Gesamteindrücke gegen den abgezockten Zweitligisten.

Die Offenbacher Fans hatten mit ihrer tollen Choreografie für Gänsehautmomente gesorgt, die Spieler auf dem Rasen mit einer mutigen Anfangsphase und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd nachgewiesen, dass sie die Offenbacher Attribute (Kampf, nie aufgeben) leben wollen. Den wohlwollenden Applaus als tapferer Verlierer holten sie sich zurecht ab. Festzuhalten bleibt auch, dass dem OFC inklusive der garantierten 209 000 Euro durch den DFB eine stattliche Einnahme aufs Konto kommt.

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