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Thorgan Hazard von Dortmund verlässt nach dem Spiel gegen Schalke den Platz. 

Corona-Regeln

Fußballprofis müssen Tagebücher führen

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Die Bundesligaspieler befinden sich nicht mehr in Quarantäne, sollen ihr Leben ab sofort aber genau protokollieren.

Der Schlusspfiff am 26. Spieltag beendete für die meisten Bundesligaspieler auch die Phase der Quarantäne, die sieben Tage lang gegolten hatte. Einige Teams fuhren zwar noch in die Hotels zurück, um dort noch eine Nacht zu bleiben und anderntags das übliche Regenerationstraining zu absolvieren – bei anderen, wie etwa Dortmund, gab es die Ansage: zwei Tage frei.

Die Spieler, Trainer und Teile der Teams um die Teams herum abzuschotten, bis die Saison durchgespielt ist, hatte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball-Liga, tatsächlich vorgehabt, erkannte aber, dass die rechtliche Umsetzbarkeit scheitern wird. Verständigt hat die Liga sich mit den Vereinen dann auf das Modell der „Block-Quarantänen“, wie es der Bremer Geschäftsführer Klaus Filbry formulierte. Vor den Spielen zieht eine Mannschaft sich zurück, es muss jedoch auch freie Tage und Kontakt zu Angehörigen geben. Ja, eine Gefahr, hier eröffnen sich Infektionswege – weswegen die Ausflüge in den Alltag geregelt sind.

Grundsätzlich gilt, dass ein Bundesligaspieler keinen Besuch in den eigenen vier Wänden empfangen darf, es ist ihm untersagt, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und Einkäufe zu erledigen. Die nötigen Besorgungen sollen Mitglieder des Hausstands übernehmen. Für den Augsburger Trainer Heiko Herrlich (der mit der Zahnpasta und der Hautcreme) bleibt es also schwer – denn seine Familie lebt in Kufstein in Tirol, in Augsburg ist er allein.

Profis werden erneut getestet

Spieler mit Anhang müssen sich ans „Informationshandbuch: Diagnostik und Monitoring für den Trainings- und Sonderspielbetrieb“ halten. Familienmitglieder sind angehalten, ein Tagebuch über ihre Kontakte zu führen und Begegnungen zu codieren. So ist „Au“ der „Außenkontakt, ohne direkten Sprechkontakt mit Einzelpersonen“, „S“ ist „mindestens ein 5-minütiger Sprechkontakt“. Festzuhalten sind zudem der Anlass der Kontakte („Einkauf im Supermarkt“, „Spazieren im Park“) plus eine dabei möglicherweise auftretende Symptomatik (Fieber? Husten? Halsschmerzen? Kurzatmigkeit? Durchfall?).

Kompliziert wird es für Menschen aus dem Umfeld von Spielern, wenn sie im Gesundheitswesen tätig sind. Sie sollen auch aufschreiben, wenn sie „pflegerische oder ärztliche Handlung am Patienten“ („P/Ä“) vornehmen und ob sie dabei „M2“ (FFP2- oder FFP3-Maske) und „K“ („Schutzkittel“) tragen. Die Protokolle sollen der Selbstkontrolle dienen, eine Vorlage beim Verein ist nicht verpflichtend,

Corona-Testungen für Mitglieder des häuslichen Spielerumfelds würde die DFL bezahlen, verpflichtend aber sind sie nicht. Die Fußballer selbst müssen dagegen in dieser Woche jeweils wieder zwei Abstriche vornehmen lassen.

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