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Fußballerinnen wollen die Welle reiten

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Von: Frank Hellmann

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Freut sich über die vielen Fans: Alexandra Popp.
Freut sich über die vielen Fans: Alexandra Popp. © Robert Michael/dpa

Alexandra Popp und Giulia Gewinn spüren ein steigendes Interesse vor dem Spiel am Freitag gegen Frankreich

Solch einen Parkplatz bekommt in der Innenstadt von Dresden nicht jede. Der Mannschaftsbus der deutschen Fußballerinnen steht direkt vor dem Grünen Gewölbe, wie ein junger Fan auf der ersten Pressekonferenz der DFB-Frauen vor dem Länderspiel gegen Frankreich (Freitag 20.30 Uhr/ARD) in der Gläsernen Manufaktur des Automobilpartners anmerkte. Zwischenzeitlich erzählten mit Kapitänin Alexandra Popp und Verteidigerin Giulia Gwinn zwei der reichweitenstärksten Nationalspielerinnen, welche erfreulichen Signale der gestiegenen Wertschätzung sie ansonsten wahrnehmen. Fürs erste Heimspiel des Vizeeuropameisters sind immerhin 24 000 Karten verkauft und nur noch Stehplatztickets erhältlich. Dazu kommt die Übertragung der Neuauflage des EM-Halbfinals zur Primetime in den Öffentlich-Rechtlichen.

Es wird also genau die Bühne geboten, die sich Popp und Co. nach dem Turnier in England gewünscht haben. Die Elbmetropole könnte an einem goldenen Oktobertag den idealen Rahmen bieten, um die erzeugte Begeisterung aufzusaugen. „Die Freude ist groß, die Stimmung super – wir sind allzeit bereit und wollen den Hype mitnehmen“, sagte Popp, die aber gleichzeitig an die Pflicht erinnerte, „dass wir weiterhin Leistung abliefern müssen“. Was sie registriert hat: „Es hat sich einiges getan: Man wird erkannt und spürt eine gewisse Dankbarkeit der Leute.“

Die 31 Jährige hat durch sechs EM-Tore bei einem sagenhaften Comeback ihre Popularität immens gesteigert. Allein beim VfL Wolfsburg gingen Anfragen für Exklusivinterviews und Fernsehauftritte im dreistelligen Bereich ein. „Den einen oder anderen Termin habe ich wahrgenommen, aber wenn es nicht passt und mir zu viel wird, dann fällt es mir nicht schwer, etwas abzusagen: Der Fußball steht bei mir im Vordergrund“, erklärte die 121-fache Nationalspielerin. Alles geht eben nicht.

FC Bayern ist gefordert

Ähnlich erging es der beim FC Bayern beschäftigten Gwinn, die auf den Social-Media-Kanälen die mit Abstand meiste Strahlkraft erzeugt. Bei ihrem Berater Felix Seidel kamen so viele Anfragen von Sponsoren herein, dass es unmöglich gewesen sei, „alles unterzubringen“. Die 23-Jährige will in Ruhe das herausfiltern, wo sie wirklich hinter stehe.

Sie wünscht sich, „dass diese Entwicklung, die wir angestoßen haben, nicht stagniert und wir die Leute ins Stadion holen.“ Und dabei kann auch ihr Verein noch mehr tun. Der FC Bayern war einer der letzten großen Vereine, der für seine Fußballerinnen die Arena öffnete. Zum Champions-League-Viertelfinale gegen Paris St. Germain kamen dann im Frühjahr 13 000 Fans. Diese Zahl ist ausbaufähig. Insofern hätte es jetzt in der Gruppenphase kein besseres Los als den FC Barcelona geben können. Der Renommierklub hat zweimal vorgemacht, wie die Königsklasse der Frauen das Camp Nou bis an den Rand füllt. Gwinn formulierte ihren Wunsch so: „Wir hoffen, dass wir einige Spiele in der Arena machen können. Dort die Luft zu schnuppern, ist noch mal ein anderes Champions-League-Feeling.“

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