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Voller Einsatz: Bayern-Kapitänin Lina Magull im Duell mit Damaris Egurrola von Olympique Lyon.
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Voller Einsatz: Bayern-Kapitänin Lina Magull im Duell mit Damaris Egurrola von Olympique Lyon.

Frauenfußball-Bundesliga

Fußballerinnen an der Leistungsgrenze

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg haben die Dominanz in der Frauenfußball-Bundesliga verloren.

Lina Magull sprach kurz vor Mitternacht von „einer bitteren Niederlage“, für Sara Zadrazil stand fest, „dass wir uns weiterentwickeln müssen“. Und Klara Bühl fügte hinzu: „Das Positive ist, dass wir nächste Woche bereits das Rückspiel haben.“ Drei Spielerinnen vom FC Bayern, eine Stoßrichtung: Der deutsche Meister hat in der Champions League bei Olympique Lyon (1:2) erlebt, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Und nebenbei kaum Zeit zum Verschnaufen: Es geht gleich im Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga (Samstag, 14 Uhr/NDR und BR) gegen den Pokalsieger und Vizemeister VfL Wolfsburg weiter.

Dessen Trainer Tommy Stroot betonte am Donnerstag, „dass die Bayern ganz klarer Favorit sind“. Der 32-Jährige begreift die Münchnerinnen in ihrer Entwicklung „einen Schritt weiter“, will aber „alles reinwerfen“, um Paroli zu bieten. Die dominierenden Teams der letzten Jahre machen gemeinsam die Erfahrung, dass die neue Gruppenphase der weiblichen Königsklasse die Spielerinnen an Leistungsgrenzen führt, physisch und psychisch. Dieser Monat sei extrem, sagte Stroot, man müsse irgendwie versuchen, „die Akkus wieder aufzuladen“.

Es ist definitiv auch dem Kräfteverschleiß geschuldet, dass ein Sextett in der Bundesligatabelle vorne dicht beieinander liegt. Eintracht Frankfurt kann im Heimspiel gegen den Vorletzten Carl Zeiss Jena (Freitag, 19.15 Uhr/Eurosport) für eine Nacht auf Platz zwei springen. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist hocherfreut über die Tatsache, „dass es endlich wieder spannend ist“.

Ein Argument, mit dem auch Holger Blask, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), gerne nächsten Sommer in die Verhandlungen der 2023 auslaufenden Medienverträge gehen würde. Der lange für die Deutsche Fußball-Liga (DFL) tätige Vermarktungsprofi war bei Amtsantritt erst einmal verdutzt über die skurrile Situation, dass zwar Fernsehverträge abgeschlossen waren, aber beileibe gar nicht von alle Frauen-Spielen TV-Bilder produziert wurden. Der Verband hat mit seinem Partner Telekom diesen Widerspruch mit einem millionenschweren Investment beendet.

Liga ist ein Start-up

„Wir brauchen mehr Sichtbarkeit“, sagt Blask, der jeden Vergleich mit der Männer-Bundesliga als „nicht zielführend“ bezeichnet. Die Frauen-Bundesliga sei, so ehrlich müsse man sein, immer noch „ein Investitionsprojekt“. Vergleichbar mit einem Start-up-Unternehmen.

Wenn er neue Abschlüsse tätigt, sollen bitte mehr als die recht bescheidenen 89 000 Euro herausspringen, die derzeit jeder Frauen-Bundesligist als TV-Geld bekommt. Einer Ausgliederung der Liga – diesen Antrag hat der Fußballverband Rheinland auf Betreiben des ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger für den Bundestag im März 2022 gestellt – steht Blask skeptisch gegenüber. Er sei nicht „grundsätzlich dagegen“, sagt der DFB-Manager, hält es aber derzeit „nicht für den richtigen Schritt“. Und sein ehemaliger Arbeitgeber hat vorläufig gar kein Interesse an einer Übernahme; hier sind sich DFB und DFL mal völlig einig.

Mitunter steht sich die höchste deutsche Frauen-Spielklasse immer noch selbst im Wege, konnte sich beispielsweise dem Vernehmen auf ihrer jüngsten Tagung nicht dazu durchringen, die Position des Pressesprechers als hauptamtliche Tätigkeit festzuschreiben. Mancherorts hapert es auch an infrastrukturellen Voraussetzungen, wenn etwa Rasenheizungen an einigen Standorten fehlen. Ganz zu schweigen davon, dass sich aktuell kaum ein Verein in die großen Männer-Arenen traut, um Highlight-Spiele zu veranstalten.

Dass die Fußballerinnen des SC Freiburg künftig im kultigen Dreisamstadion spielen, wo die Männer raus an den Flugplatz in einen Neubau gezogen sind, ist schon einmal ein Anfang. Prompt pilgerten zur Premiere immerhin 3100 Fans – rund drei Mal so viel wie der Liga-Schnitt – an einem Montagabend zum Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg. Nicht weil der Verein, sondern die eigene Fanszene dafür den Impuls gab.

Das Beispiel zeigt: Noch schöpfen selbst die innovativsten Marken die Synergien nicht aus. Genau diese Kardinalfrage sprach die auch beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf im Aufsichtsrat sehr engagierte Bundestrainerin Voss-Tecklenburg kürzlich wieder an: „Wie gewinnt man die Fans, die im Männerfußball schon da sind, auch für die Frauen?“ Da müssten die Klubs Ideen kreieren und mutiger sein.

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