+
Beachsoccer in Palavas-les-Flots.

Femme fatale

Strandfeeling: Kräftige Kerle mit viel Macho-Gehabe

  • schließen

Was die deutschen Fußballerinnen in Palavas-les-Flots noch hätten lernen können.

Es im Sinne aller, dass das Departément Hérault die Zufahrten von Montpellier runter zu den berühmten Badeorten Palavas-les-Flots und La Grande-Motte nicht allein den Autos überlässt. Zur Entlastung fahren Busse. Und eine Straßenbahnlinie, die bis zur Velo-Verleihstation fährt. Die beste Idee war definitiv, einen Fahrradweg direkt bis an den Strand zu ziehen. Es gibt wenig Touren, die so ein erhebendes Gefühl vermitteln wie diese idyllischen 15 Kilometer, wenn in den Ausläufern der Stadt todschicke Wohnviertel in die traumhafte Landschaft überlaufen. Und das Sonnenlicht sich im Fluss Lez spiegelt, der sich am Ende nicht mehr ganz so erhaben ins Meer schlängelt, weil er für unzählige Yachten als Anlegeplatz dient.

Direkt am Strand sind zwar die Auswüchse nicht ganz so gelungener Baukunst zu besichtigen, aber wofür gibt es die Skulptur von Nella Buscot, die mit ihrer Mächtigkeit gleich mehrere Strandwächter zu ersetzen scheint. Alles im Blick, signalisieren die Figuren. Am Samstag haben sich trotzdem die meisten Touristen an andere Stellen begeben. Dort, wo zwischen großen Netzen noch zwei gelbe Fußballtore in den Sand gerammt waren. Für die „Tournoi de district Beach Soccer FFF“, das regionale Beachsoccer-Turnier unter Hoheit des Französischen Fußballverbandes.

Lesen Sie auch: Sara Doorsoun: „Ich bekomme sehr viele positive Resonanz aus dem Iran“

Strenge Schiedsrichter wachten, dass die besonderen Regeln des Fußballs im Sand befolgt wurden. Beim Fünf gegen Fünf dürfen Torhüter die Rückpässe in die Hand nehmen und weit nach vorne werfen. Die Feldspieler wiederum lupfen meist die Bälle oder halten sie direkt in der Luft. Es waren besondere männliche Spezi, die hier spielten. Kräftige Kerle mit viel Macho-Gehabe. Ihre Frauen hockten im Bikini auf der Promenade, betreuten den Nachwuchs, schleckten ein Eis oder spielten am Smartphone. Hochgeguckt hat so manche erst, als der abgekämpfte Gefährte in seinem sand- und schweißverschmierten Outfit sich neben sie setzte.

Es gab hier ganz viel zu sehen, was es bei der Frauen-WM 2019 in Frankreich nicht zu bestaunen gibt. Fallrückzieher im Minutentakt beispielsweise. Freistöße ohne Mauer. Volleyschüsse, die so hoch übers Fangnetz fliegen, dass Möwen vor den knallblauen Flugobjekten erschrecken. Das Ambiente war allein den Abstecher ans Meer wert. 

Schade, dass die deutschen Nationalspielerinnen zeitgleich ein paar Strandkilometer weiter in La Grande-Motte waren. Da sind zwar schöne Bilder im Wasser und in einer Strandbar entstanden, aber es wäre wohl ein noch größeres Vergnügen gewesen, sich untereinander mal im Beachsoccer zu versuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Diese Sender übertragen die Frauen-WM 2019: Infos zu TV und Live-Stream

Fußball-WM der Frauen 2019: Deutschland gegen Südafrika im Live-Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion