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Eintracht-Torwart Kevin Trapp.
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Eintracht-Torwart Kevin Trapp.

Glosse

Weihnachten bei Kevin Trapp und Co.: Mein Baum, mein Friseur, meine Verlobte

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Ob Draxler, Götze, Boateng oder Trapp: An Weihnachten präsentieren die Fußballstars des Planeten gerne ihre Vorzüge - und jene der eigenen Partnerin. Eine Glosse.

Frankfurt - Vielleicht hätte der Julian Draxler andere, womöglich dezentere Strümpfe wählen können als diese knallroten, die den größtmöglichen Kontrast zu seinem durchgängig in schwarz gehaltenem Outfit hinter halbnackter Freundin, aber vor Designer-Weihnachtsbaum und sorgsam drapierten Päckchen mit goldfarbenem Schleifchen bilden. Vielleicht ist das aber auch genau so gewollt, man weiß das ja nie so genau bei solchen arrangierten, ach was choreographierten Fotos auf Instagram. Die paar hunderttausend Follower werden sich da sicher nicht den Kopf zerbrechen.

Ohne Überraschung hingegen der Kevin Trapp. Kennen wir Follower diese Hebefigur (siehe Foto) mit der erstaunlich gelenkigen, ein wenig an die indische Göttin Shiva erinnernde Gattin in spe nicht schon aus dem letzten Weihnachtsurlaub? Oder vom vorletzten? Alle am fernen Traumstrand mit Nikolausmütze? Und jedes Gran perfekt ausdefiniert.

Fußballstars an Weihnachten: Marco Götze plus Gattin, Kevin Prince Boateng in ungeziemer Kleidung

Oder Mario Götze plus Gattin im langen roten Kleid. Oder Prinz Boateng, schwer tätowiert, aber womöglich für dieses christliche Fest in ungeziemer Kleidung, vulgo: ohne, auf neuer Flamme? Oder Robert Andrich mit sehr stechendem Blick. Und, und, und ... wer zählt die Bildchen, addiert die Schauer? Das Netz wird gerade in der balllosen Zeit überschwemmt davon, mal mit mal ohne Hündchen, alle gucken mit.

Soziale Netzwerke, sagt Blogger und Internet-Experte Sascha Lobo, sind für die Inszenierung von Fußballprofis unerlässlich. Instagram, Facebook und Twitter helfen inzwischen bei Markenbildung. Image, Profilschärfung, beim Austausch mit den Fans, gepostet werden Spielszenen, Porträts, aber auch Privates, immer mehr, weil es viele Likes generiert. Gezeigt wird, was man hat, die sexy Freundin, das goldene Steak, den dicken Schlitten, nach dem Motto: mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Frau, meine Trophäe. Ich habe, also bin ich.

Kevin Trapp und Co.: Fußballstars prahlen an Weihnachten mit Luxus

Warum denn Luxus, wenn man ihn nicht zeigen kann? Man spürt in den Fotos ja förmlich den narzisstischen Stolz der Kicker auf das, was sie erreicht haben. Gerne in geschlitztem Kleid. Mitgeteilt wird dessen weiteren der jüngste Besuch beim fernen Friseur des Vertrauens. Gefolgt wird häufig: den Kollegen auf dem Rasen, da muss der Daumen hoch, komme, was da wolle.

Mehr als 90 Prozent der Bundesligafußballer, das ergab eine Umfrage, haben einen Account in den Sozialen Netzwerken, oft von professionellen Firmen betrieben, viele stellen, gerade an Weihnachten, eigene Bildchen ein. Das suggeriert eine gewisse Nähe, der Star, in der Wirklichkeit längst entrückt in seiner eigenen Blase, was seit Corona noch einmal deutlicher geworden ist, offenbart eine gewisse, freilich künstliche Nähe, weckt eine Prise Vertrautheit. Warum bloß wirkt es so gestellt und künstlich?

Es sei denn, einer trägt knallrote Socken.

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