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Frühe Führung nach sieben Minuten: Der Wehener Angreifer Niklas Schmidt trifft, der Dreieicher Verteidiger Niko Opper schaut zu.

Fußball-Hessenpokal

Hessen Dreieich scheidet gegen Wehen Wiesbaden aus

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Der SV Wehen Wiesbaden zittert sich beim SC Hessen Dreieich zu einem letztlich mühsamen 3:1.

Als sich der Favorit Mitte der zweiten Hälfte nur noch mit Befreiungsschlägen zu helfen wusste, als er plötzlich Foulspiel nach Foulspiel beging, da kippte plötzlich ein Spiel, das bis dahin eigentlich nicht kippen konnte. Denn der Favorit, der SV Wehen Wiesbaden, wurde im Halbfinale des Hessenpokals beim SC Hessen Dreieich seiner Rolle lange mehr als gerecht, geriet dann aber doch bedrohlich ins Wanken und zitterte sich zu einem letztlich mühsamen 3:1 (2:0)-Erfolg. Nun wartet im Finale Ende Mai der Sechstligist KSV Baunatal.

Die Dreieicher ihrerseits, die in der vierten Liga bedrohlich im Tabellenkeller feststecken und als Vorletzter dem Amateurfußball entgegen trudeln, rafften sich trotz eines völlig verdienten 0:2-Pausenrückstands nach dem Seitenwechsel noch einmal zu einer Energieleistung auf, die zumindest eine Verlängerung verdient gehabt hätte. Noch nach sieben Minuten deutet rein gar nichts auf dieses enge, umkämpfte und spannende Fußballspiel hin. Da hatte der Wiesbadener Stürmer Niklas Schmidt völlig unbedrängt zur frühen Führung für den Drittligisten eingeschossen.

Alles, was der Dreieicher Trainer Rudi Bommer seinen elf Regionalligakickern vor dem Spiel mit auf den Weg gegeben hatte, es war schnell verpufft. Zwar mühten sich die Gastgeber vor 812 Zuschauern in der ersten Hälfte, hatten einzelne Kontersituationen, rückten als gesamte Mannschaft aber zu zaghaft nach. Die Gäste dagegen spielten so, wie es sich für ein Spitzenteam der dritten Liga gehört, das am Tor zum Fußball-Unterhaus hämmert: abgeklärt.

Nach 17 Minuten vergab wieder Schmidt nur haarscharf das 2:0. Anschauungsunterricht, wie man es besser macht, durfte er sich in der 34. Minute bei Teamkollegen Moritz Kuhn abholen. Der Rechtsverteidiger schlenzte den Ball aus 20 Metern mit seinem schwachen linken Fuß ins lange Eck. Ein sehenswerter Treffer, der so etwas wie die Vorentscheidung zu sein schien. 2:0 zur Pause für den Favoriten, hängende Köpfe bei den Gastgebern, da konnte doch nichts mehr passieren? Konnte es doch.

Denn der SC Hessen kam wesentlich engagierter aus der Kabine und verkürzte in der 49. Minute den Rückstand. Nach einem Schubserschen in den Rücken von Tino Lagator pfiff Schiedsrichter Marcus Rolbetzki einen zumindest fragwürdigen Strafstoß. Denis Streker war’s egal, der ehemalige Bundesligaprofi der TSG Hoffenheim verwandelte für Dreieich zum Anschluss (49.).

Und nun passierte das, was kaum zu erklären ist, was aber doch so häufig vorkommt. Das Spiel kippte, der zuvor haushoch überlegene Favorit wankte, der Außenseiter war drauf und dran, ihn umzustoßen. Erst schloss Dreieichs Danny Klein etwas zu spät ab, sein Schuss wurde geblockt (63.), dann verpasste Stürmer Lagator eine Hereingabe um Zentimeter (67.).

In den Schlussminuten warfen die Gastgeber alles nach vorne, in den entscheidenden Momenten aber fehlte doch ein wenig die fußballerische Klasse. Wiesbaden dagegen konterte und traf wenigen Sekunden vor dem Abpfiff durch den starken Angreifer Manuel Schäffler zum 3:1-Endstand.

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