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Corona-Pandemie

Fußball-EM 2021: Das sind die möglichen Szenarien unter Corona-Bedingungen

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Die Fußball-EM sollte ein großes Fest in Europa werden. Durch die Corona-Pandemie musste sie auf 2021 verschoben werden. Mehrere Szenarien stehen zur Diskussion.

  • Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie* kommt es zu einer erneuten Diskussion um die Austragung der EM 2021* im Sommer.
  • Ist es möglich, an dem Konzept mit zwölf austragenden Städten festzuhalten?
  • Alternative Szenarien werden diskutiert.

Frankfurt - Es sollte eine ganz besondere Fußball-Europameisterschaft werden: Zum 60-jährigen Bestehen hatten sich die Verantwortlichen der Union of European Football Association (UEFA) für die EM 2020 auf ein paneuropäisches Turnier geeinigt, dass von Baku bis Dublin und von Rom bis St. Petersburg für eine große Fußball-Party in ganz Europa sorgen sollte. Geplant war, die 51 Spiele in zwölf Stadien in europäischen Metropolen wie München, Amsterdam oder London auszutragen.

Doch dann kam die Corona-Pandemie und veränderte alles. Die Europameisterschaft 2020 wurde auf 2021 verschoben, wegen der aktuellen Corona-Situation ist es aber auch in diesem Jahr fraglich, ob der Wettbewerb in seiner ursprünglich geplanten Form stattfinden kann. Bisher steht der Spielplan zur EM 2021*.

Findet die Fußball-EM 2021 statt? Neue Diskussion um Austragungsorte wegen Corona-Krise

Es ist kaum verwunderlich, dass aufgrund der aktuellen Lage – Deutschland und Großbritannien beispielsweise befinden sich erneut im harten Corona-Lockdown – eine neue Diskussion um die Fußball-EM entbrannt ist. Kann die EM in diesem Jahr überhaupt stattfinden und wenn ja, in welcher Form? Ist es möglich, das Turnier weiterhin in zwölf Ländern auszutragen? Was sind die Alternativen?

Durch die Medienwelt geistern seit einigen Tagen verschiedene alternative Szenarien, beispielsweise die Austragung in nur einem Land oder sogar nur einer Stadt. Spekuliert wird über ein Turnier analog zur Europa League im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen sowie über die Austragung der EM im Sommer 2021 in London oder Russland. In London gäbe es genug moderne Fußball-Stadien, die Wege wären kurz. Ähnlich wäre es in NRW. In Russland wären die Wege zwar etwas weiter, aber auch dort würde die Infrastruktur aufgrund der Weltmeisterschaft im Jahr 2018 den Vorgaben entsprechen.

Fußball-EM 2021: Wo findet das Turnier statt? Austragende Städte planen wie bisher

Doch Fakt ist: Die UEFA hat bisher noch keine offiziellen Angaben dazu gemacht, wie es mit der EM im Sommer 2021 weitergeht – und vor dem 5. März wird es auch keine weitreichenden Entscheidungen geben. Aber auch an diesem Tag ist ein entgültiges Konzept mehr als unwahrscheinlich. Nach Informationen der DPA bevorzugt die UEFA weiterhin die Austragung der EM im Sommer 2021 in den zwölf europäischen Städten.

Die Fußball-EM 2020 musste aufgrund der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben werden.

Fakt ist auch, dass die Städte, in denen die EM im Sommer 2021 ausgetragen werden soll, wie bisher planen. Das hat der Deutsche Fußball-Bund* gegenüber dieser Zeitung bestätigt. Keine der austragenden Städte hat angedeutet, sich zurückzuziehen. Für die Planung fordert die UEFA vier Varianten von den Städten ein, die sie jeweils beim Verband vorstellen müssen. Daran arbeiten die zwölf Austragungsorte aktuell.

Vier Varianten für die Fußball-EM - Wie soll das Turnier noch stattfinden?

Variante eins beinhaltet eine Europameisterschaft ohne Zuschauer, Variante zwei eine EM mit einer Stadionauslastung von etwa 20-30 Prozent. In der dritten Variante wird mit 50 Prozent Auslastung geplant und in der vierten mit einer Vollauslastung. Dazu müssen die Szenarien mit Hotels sowie An- und Abfahrtswegen durchgespielt werden.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte im Oktober 2020 angedeutet, dass der Verband bereit sei, verschiedene Szenarien umzusetzen. Eine Standortstreichung oder ähnliches wurde von der UEFA aber nicht kommentiert oder bestätigt.

Austragung der Fußball-EM in zwölf Städten stößt auf Gegenwehr

Die weiterhin angedachte Austragung der Europameisterschaft in zwölf Städten stößt auf viel Gegenwehr. So schrieb Ex-Bundestrainer Berti Vogts in einer Kolumne für „T-online“: „Verschiebt die EM. Reagiert jetzt. Sonst ist es zu spät.“  In der Corona-Krise mit anhaltend hohen Infektionszahlen sei es aktuell „illusorisch“, an die Durchführung eines europaweiten Turniers in nur wenigen Monaten zu denken.

Dem pflichtete auch Fredi Bobic, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, bei: „Ich muss Berti da beipflichten“, sagte Bobic. „Es ist illusorisch, dass im Juni 2021 eine Fußball-EM in zwölf verschiedenen europäischen Ländern stattfindet. Und es wäre auch das komplett falsche Signal aufgrund der Corona-Pandemie.“

Bundesliga-Profis kritisieren Fußball-EM in zwölf Städten

Ähnliche Kritik kommt von den beiden Bundesliga-Profis Emil Forsberg und Peter Gulacsi von RB Leipzig. „In zwölf Ländern – das wird schwer, in einem Land ergibt es mehr Sinn. Die Gesundheit geht vor“, sagte der schwedische Nationalspieler Forsberg am Samstagabend (23.01.2021) im „Aktuellen Sportstudio“ (ZDF).

TurnierFußball-Europameisterschaft
Datum11. Juni 2021 bis 11. Juli 2021
Teams24
Austragungsorte12
Spiele51
Endspiel11. Juli 2021, Wembley-Stadion, London
Eröffnungsspiel11. Juni 2021, Olympiastadion, Rom

Peter Gulacsi, der mit Ungarn am 23. Juni in München auf die deutsche Nationalmannschaft treffen soll, betrachtet eine Verkleinerung des Turniers mit gemischten Gefühlen. Einerseits hoffe er sehr, „dass wir die zwei Heimspiele gegen Frankreich und Portugal zu Hause in Budapest spielen dürfen.“ Für Ungarn sind die zwei Heimpartien gegen den Weltmeister und den Europameister von immenser Bedeutung. Andererseits gab er zu Bedenken: „Wenn man sieht, wie die Champions-League- und Europa-League-Turniere gelaufen sind, dann macht das viel Sinn“, sagte der ungarische Nationalkeeper.

Fußball-EM 2021: Mannschaften wären komplett abgeschottet

Doch genau diese beiden Turniere – die Champions League und die Europa League – führen viele Befürworter der Europameisterschaft 2021 an. Denn seit dem Saisonstart im September reisen die Teilnehmer durch ganz Europa und sind dabei wahrscheinlich besser abgeschottet als in einer normalen Bundesligawoche. Eigene Flüge werden gechartert, in den Hotels werden die Mannschaften von der Außenwelt mehr oder weniger abgeschnitten.

Ähnlich würde es nach Angaben des DFB auch bei der Fußball-EM im Sommer 2021 laufen. Auch da wären die Mannschaften abgeschottet und würden während des Turniers mehr oder weniger in ihrer eigenen Blase leben, die auch engmaschige Corona-Tests beinhalten würde. Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird, eines scheint sicher: Eine erneute Verschiebung der EM kommt nicht infrage. Denn bereits im Winter 2022 steht die Weltmeisterschaft in Katar an. (Melanie Gottschalk) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Erst vor wenigen Tagen war der DFB in die Kritik geraten, denn offenbar hat der Verband den Wikipediaeintrag von DFB-Generalsekretärs Friedrich Curtius frisieren lassen*.

Rubriklistenbild: © Harold Cunningham/dpa

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