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Europäischer Fußball

Super League ade! Juve-Boss erklärt Milliarden-Liga für gescheitert

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
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Keine 48 Stunden ist die Super League alt - und schon fällt sie auseinander. Juve-Boss und Mitinitiator Andrea Agnelli hat das Projekt für gescheitert erklärt.

+++ 12.27 Uhr: Die viel diskutierte Super League wird es nicht geben. Dies erfuhr die französische Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld von Hauptinitiator und Juventus-Präsident Andrea Agnelli. Demnach werden die Pläne für die neue Eliteliga im europäischen Fußball nach dem Rückzug der sechs englischen Teams verworfen. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin öffnete den Vereinen bereits die Tür für die Rückkehr in die Wettbewerbe der Europäischen Fußball-Union.

Die englischen Topklubs FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur, der FC Arsenal und der FC Chelsea hatten sich am Dienstagabend von den Plänen distanziert. So waren als Teilnehmer der Super League nur noch Real Madrid, der FC Barcelona, Atletico Madrid, Juventus Turin, Inter Mailand und der AC Mailand übrig geblieben.

Gibt das Projekt Super League auf: Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin.

Super-League-Bosse bleiben trotzig - Liverpool-Eigentümer entschuldigt sich

+++ 10.57 Uhr: Der US-Geschäftsmann und Eigentümer des englischen Fußball-Erstligisten FC Liverpool, John W. Henry, hat sich für die Teilnahme an Plänen zu einer Super League entschuldigt. „Ich möchte mich bei allen Fans des FC Liverpool für die entstandenen Brüche in den vergangenen 48 Stunden entschuldigen“, sagte er in einem am Mittwoch auf Twitter verbreiteten zweieinhalb Minuten langen Video. Es sei klar gewesen, dass das Projekt nie ohne die Unterstützung der Fans überlebensfähig sein werde. „Ihr habt in diesen 48 Stunden klar gemacht, dass es keinen Bestand haben wird“, so Henry.

Auch bei Trainer Jürgen Klopp, den Spielern und „jedem, der so hart daran arbeitet, unsere Fans stolz zu machen“ wolle er sich entschuldigen, fuhr der Investmentmanager fort.

Super League: Crash der Milliarden-Liga nach 48 Stunden - Bosse denken dennoch nicht ans Aufgeben

+++ 09.28 Uhr: Trotz des Rückzugs der sechs englischen Fußball-Klubs will die europäische Super League ihr umstrittenes Milliarden-Projekt nicht aufgeben. „Wir schlagen einen neuen europäischen Wettbewerb vor, weil das bestehende System nicht funktioniert“, heißt es in einem am Mittwoch verbreiteten Statement. Ungeachtet des angekündigten Ausscheidens der Premier-League-Vereine „sind wir überzeugt, dass unser Vorschlag vollständig mit den europäischen Gesetzen und Vorschriften in Einklang steht“, wird darin betont.

Angesichts der aktuellen Umstände wolle man nun die „am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken“. Die Super League sei „überzeugt, dass sich der aktuelle Status quo des europäischen Fußballs ändern muss“, wird in dem Statement betont.

Englischer Protest gegen die Super League - die bereits zum Flop wurde.

Super League - Crash der Milliarden-Liga nach 48 Stunden

Update vom Mittwoch, 21.04.2021, 06.35 Uhr: Die neue Hyper-Kommerzveranstaltung Super League ist zwei Tage nach Ausrufung der großen Fußball-Revolution höchst spektakulär in sich zusammengekracht. Fünf der sechs englischen Giganten knickten am Dienstag im Proteststurm ein und zogen sich zurück: der FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur und der FC Arsenal. Der FC Chelsea und Atletico Madrid sollen folgen. Die Superliga - sie ist faktisch tot.

Bayern München, Borussia Dortmund und Paris St. Germain hatten zuvor ebenso eindeutige wie schmerzhafte Absagen übermittelt. Es sei „die absolut richtige Entscheidung“ der englischen Klubs, hatte der britische Premierminister Boris Johnson schon vor dem Fall des ersten Dominosteins Manchester City bei Twitter jubiliert: „Ich hoffe, dass andere folgen.“

Das Projekt der „Big 12“, zwölf Weltklubs der Superreichen, angeschoben von JPMorgan, wird zur weltweit verspotteten Fehlzündung werden - mit den klaren Siegern FIFA, UEFA und frisch reformierter Champions League, deren ebenfalls kommerzgetriebene Änderungen die Fans nun wohl mit Freude schlucken werden.

Super League: UEFA geht als Sieger hervor

Manchester City „kann bestätigen, dass sich der Verein aus der Gruppe zurückzieht, die Pläne für eine Super League entwickelt“, teilte der Premier-League-Tabellenführer in einem Einzeiler wenig später mit. Die vier weiteren Klubs schlossen sich an. Manchester Uniteds Geschäftsführer Ed Woodward, eine treibende Kraft hinter der Liga, verkündete seinen Abschied.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kommentierte das Zerbröseln der Phalanx mit Genuss. „Ich freue mich sehr, City wieder in der europäischen Fußballfamilie begrüßen zu dürfen. Sie haben große Klugheit gezeigt“, lobte der Slowene. Bis zur Wende hatte es ausgesehen, als wollten Real Madrid, Liverpool und Konsorten ihr Ding gegen alle Widerstände durchziehen - dafür wurden sie als „dreckiges Dutzend“ angesehen. Aus Spanien und Italien waren zunächst keine Rückzüge zu berichten.

FC Liverpool Teil der Super League - Jürgen Klopp schließt Rücktritt aus

Update vom Dienstag, 20.04.2021, 07.30 Uhr: Jürgen Klopp hat einen Rücktritt als Reaktion auf die Super-League-Pläne des FC Liverpool dementiert, will mit seiner Mannschaft aber auch nicht in einen Topf mit den Besitzern geworfen werden. „Das Team hat nichts damit zu tun. Und ich habe auch nicht wirklich was damit zu tun. Aber Leute behandeln uns so. Leeds-Fans haben uns in der Stadt angeschrien, als wir in der Stadt einen Spaziergang gemacht haben am Nachmittag“, berichtete der Trainer nach dem 1:1 des englischen Fußball-Meisters am Montagabend bei Leeds United. „Unsere Eigentümer haben die Entscheidung getroffen, das ist ein Teil des Clubs, aber der ganze Club ist größer als wir alle.“

Klopp sagte, er habe nicht vor, persönlich Konsequenzen aus der Beteiligung seines Arbeitgebers zu ziehen. „Es ist nicht der Fall, was ich heute gehört habe, dass ich zurücktreten werde oder was auch immer. Wenn die Zeiten noch härter werden, dann klebe ich noch mehr und bleibe hier“, sagte der 53-Jährige. „Ich fühle mich verantwortlich für das Team, für den Club und ich fühle mich verantwortlich für die Beziehung, die wir mit unseren Fans haben. Das ist eine sehr harte Zeit, da bin ich mir sicher, aber ich werde probieren dabei zu helfen, das in Ordnung zu bringen irgendwie.“

Zwölf europäische Top-Klubs gründen Super League - 3,5 Milliarden von JP Morgan

Köln - Erdbeben im europäischen Fußball: Nach jahrelangen Drohungen haben zwölf Top-Klubs die Gründung einer neuen Super League beschlossen. Ihrer nationalen Liga wollen die Vereine aus Spanien, England und Italien jedoch nach eigenen Angaben treu bleiben. Geplant ist ein Wettbewerb, der unter der Woche ausgespielt wird und in direkter Konkurrenz zur Champions League stünde.

Super League - auf Konfrontation mit Fifa und Uefa

Ein Konfrontationskurs zur Fifa und Uefa fahren die Klubs, obwohl die Institutionen zuvor mit einem Bann der abtrünnigen Vereine und Spieler für sämtliche Wettbewerbe bis hin zur WM gedroht hatten. Davon ließen sich die Vereine aber nicht beeindrucken. „Wir werden dem Fußball auf jeder Ebene helfen und ihn an seinen rechtmäßigen Platz in der Welt bringen“, sagte Florentino Perez, Präsident von Real Madrid und erster Vorsitzender der Super League.

Bei den derzeitigen Vereinen der Super League handelt es sich um die englischen Klubs FC Liverpool, Manchester United, Manchester City, Tottenham Hotspur, FC Arsenal und FC Chelsea, die spanischen Topteams Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand aus Italien.

Bundesligateams wie etwa der FC. Bayern München und Borussia Dortmund oder der französische Primus Paris St. Germain sind zunächst nicht beteiligt. Es würden allerdings noch „drei weitere Vereine eingeladen“, teilte die exklusive Gruppe mit. Insgesamt sei Platz für 20 Mannschaften.

3,5 Milliarden Euro für Gründungsmitglieder

Die Super League soll nach Angaben ihrer Mitglieder „so früh wie möglich“ an den Start gehen. Juventus Turin ließ allerdings schon durchblicken, dass der Zeitpunkt derzeit nicht absehbar sei.

Die Gründungsmitglieder sollen eine einmalige Zahlung in Höhe von 3,5 Milliarden Euro erhalten. Die Uefa hatte zuvor von einem „zynischen Projekt“ gesprochen und gedroht, teilnehmende Klubs von allen Wettbewerben zu sperren und Spieler nicht mehr für die Nationalmannschaften zuzulassen.

Den von der Coronapandemie finanziell arg gebeutelten und nach Sicherheit strebenden Vereinen war das aber offenbar erst einmal egal. „Indem wir die besten Klubs und Spieler zusammenbringen und gegeneinander spielen lassen, wird die Super League ein neues Kapitel des europäischen Fußballs aufschlagen“, sagte Joel Glazer, Co-Vorsitzender von Manchester United und Vize-Vorsitzender der Super League.

Super League: Missbilligung kommt von der Fifa

Der Weltverband Fifa drückte umgehend seine „Missbilligung“ aus und forderte „Solidarität“ ein. „Vor diesem Hintergrund kann die Fifa nur ihre Missbilligung einer geschlossenen europäischen Liga außerhalb der Fußball-Strukturen ausdrücken“, hieß es in einem Statement.

Die Gründungsvereine gaben dagegen an, sich auf „Gespräche mit der Uefa und der Fifa zu freuen“, um „partnerschaftlich“ zusammenzuarbeiten. Eigentlich sollte am Montag die viel diskutierte Reform der Champions League durchgesetzt werden. Die angekündigten Schritte gingen den Klubs aber offenbar nicht weit genug.

DFL-Boss Seifert übte bereits vor der offiziellen Verkündung deutliche Kritik: „Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Topklubs in England, Italien und Spanien dürfen nicht die Abschaffung gewachsener Strukturen im gesamten europäischen Fußball zur Folge haben.“ Es wäre „unverantwortlich, die nationalen Ligen als Basis des europäischen Profifußballs auf diese Weise irreparabel zu beschädigen.“ (ktho/nc/sid/dpa)

Rubriklistenbild: © Alfredo Falcone

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