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Feiert Bochum den Titel in Liga zwei? Robert Zulj übt schon. Foto: Daniel Karmann/dpa
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Feiert Bochum den Titel in Liga zwei? Robert Zulj übt schon.

Zweite Liga

Bochum, Kiel oder Fürth: Wer steigt in die Fußball-Bundesliga auf? - Eine Prognose

  • Jakob Böllhoff
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  • Daniel Schmitt
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Bochum, Kiel oder Fürth. Zwei gehen direkt hoch in die erste Bundesliga, einer muss in die Relegation. Die FR-Sportredaktion wagt eine Prognose.

Die ersten drei Plätze in der zweiten Bundesliga sind vor dem letzten Spieltag am Wochenende vergeben an den VfL Bochum, Holstein Kiel und die SpVgg Greuther Fürth. Aber wer steigt direkt in die Bundesliga auf und wer geht in die Relegation? Die FR-Sportredaktion blickt voraus und wagt eine Prognose.

Vfl Bochum: Ersatz für den Ruhrpottrivalen

Es ist schon eine ganze Weile her, als der Traditionsklub von der Castroper Straße in Bochum, der Verein für Leibesübungen 1848, letztmals in der deutschen Eliteliga kickte. In der Saison 2009/10 war das, da verschlissen Profis wie Vahid Hashemian, der Hubschrauber im Angriff, Paul Freier, der Kurzzeitnationalspieler auf dem Flügel, oder Marcel Maltritz, der Brocken in der Defensive, gleich vier Trainer in 34 Runden. Marcel Koller, Frank Heinemann, Heiko Herrlich und schließlich gar die Bochumer Vereinsikone Dariusz Wosz - alle versuchten zu retten, was am Ende nicht zu retten war. Der sechste Bundesligaabstieg der Klubgeschichte eine logische Folge.

Seitdem hoffen sie in Bochum natürlich regelmäßig auf eine Rückkehr ins Fußball-Oberhaus, anfangs ziemlich dolle, zwischenzeitlich eher weniger, ging’s dann doch vornehmlich um den Klassenerhalt in Liga zwo, mittlerweile wieder sehr, sehr stark. Nach elf Jahren Zweitligafußball könnte es bald so weit sein: Ligaspiele gegen Bayern, Dortmund, Schalk...ach nee, da war ja was.

Wenn den Bochumer Profis in den vergangenen Wochen nicht regelmäßig die eigenen Nerven diverse Streiche gespielt hätten, stünden sie wohl schon längst als Erstligaersatz für den Ruhrpottrivalen aus Gelsenkirchen parat. Der VfL spielt eine herausragende Saison, wobei die Betonung auf „spielt“ liegt. Rein fußballerisch war in dieser Runde kein Konkurrent besser. Aber: Von den vergangenen drei Partien gewann die Truppe von Trainer Thomas Reis eben nur eine, der einstmals riesige Vorsprung ist ein relativ kleiner geworden, die Angst davor, den sicher geglaubten Aufstieg noch zu vermasseln, dagegen ordentlich gewachsen. (Daniel Schmitt)

Letztes Spiel: SV Sandhausen (H)

FR-Prognose: Tief im Westen wird am Sonntag die Zweitliga-Meisterschaft und der Aufstieg gefeiert - trotz Nervenflattern.

Holstein Kiel: Müde Beine

Der Kieler Trainer Ole Werner kann in diesen Tagen das machen, wofür er zwecks seines Postens auch vorgesehen ist: seine Mannschaft trainieren. Erstmals seit Februar gestaltet der jüngste Coach im deutschen Profifußball, 33, wieder eine komplette Übungswoche. „Toll“ sei das, sagt Werner. So was wie eine ausgewogene Trainingssteuerung, einen Mix aus Be- und Entlastung, aus Standardstudium und fußballtaktischen Formaten hatte es bei den Norddeutschen schlicht nicht gegeben in den vergangenen Wochen und Monaten.

Insgesamt 28 Tage Corona-Quarantäne verbannten die Kieler erst aufs Sofa und dann fast ausnahmslos aufs Grün. Seit Mitte April musste das Team in nicht mal einem Monat acht Spiel austragen, ein Monsterprogramm, in dem sich die Mannschaft prächtig schlug, erst heranrückte an die Konkurrenz, dann vorbeizog und sich auch vom Rückschlag am vergangenen Sonntag in Karlsruhe (2:3) den verdienten Lohn nicht mehr nehmen lassen will. Müdigkeit hin, Nervosität her. „Wir haben die besseren Karten als Fürth“, sagt Werner.

Ein Heimsieg gegen den SV Darmstadt, und der Kieler Aufstieg wäre fix. Trotz der immensen Bedeutung des Spiels verzichten die Kieler dabei auf Fans im Stadion. So hatte die Stadt einen Modellversuch angeregt, aufgrund der niedrigen Inzidenz doch einige Menschen ins Stadion zu holen, die KSV Holstein aber lehnte dankend ab. „Weder sollte der Profifußball für sich eine Sonderrolle in der Gesellschaft reklamieren. Noch möchte die KSV Holstein eine Bevorzugung gegenüber anderen Sportvereinen im Land erfahren“, lautete die Begründung von Klubchef Steffen Schneekloth. Eine wohltuende Einschätzung der Lage, der Anerkennung gebührt – ebenso wie dem Team nach dieser storchen-starken Saison. (Daniel Schmitt)

Letztes Spiel: Darmstadt 98 (H)

FR-Prognose: Die KSV gewinnt, Schleswig-Holstein bekommt seinen ersten Bundesligisten.

Spvgg. Greuther Fürth: Bereit für Höheres

Acht Jahre ist es her, dass die Fürther in der Fußballbundesliga spielten, zum ersten und bislang einzigen Mal. Enttäuscht zwar, aber mit fränkischem Gleichmut ertrug die Spielvereinigung damals die Rückkehr in Liga zwei, ihrem natürlichen Habitat - unangefochten sind die Fürther ja der Rekordzweitligist, mit den meisten Spielen und den meisten Toren. Zu wissen, wo man herkommt, war noch nie die schlechteste Ausgangslage für Abenteuer, und es ist diese grundlegende Bodenständigkeit der Fürther, die sie nun erneut an die Schwelle zur Erstklassigkeit geführt hat.

Das solide Wirtschaften des vergleichsweise einnahmeschwachen Zweitligadinos hat dazu geführt, dass die Franken entspannt beobachten konnten, wie ein paar Bundesligisten von oben an ihnen vorbeirauschten, auch der ungeliebte Nachbar aus Nürnberg. Die Verantwortlichen um Sportchef Rachid Azzouzi haben sich derweil die Zeit genommen, ein tragfähiges Fundament aufzubauen, von dem aus Höheres erreichbar ist, ohne zum Zwang zu werden.

„Wir werden jetzt sicher nicht die ganze Woche jubelnd herumlaufen“, sagt Azzouzi: „Aber für die Stimmung ist natürlich schon gut, dass du ein Etappenziel, und zwar unter den besten Drei in der Liga zu sein, geschafft hast. Jetzt können wir nur gewinnen!“ Soll der direkte Aufstieg her, ist ein Sieg gegen Düsseldorf Pflicht fürs stets offensiv ausgerichtete Team von Trainer Stefan Leitl. Der Rest ist Schicksal. (Jakob Böllhoff)

Letztes Spiel: F. Düsseldorf (H)

FR-Prognose: Die Mittelfranken schlagen Düsseldorf, doch die Konkurrenz lässt sich nicht lumpen – Relegation.

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