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Sven (l) und Lars Bender kommen zum Training bei Bayer Leverkusen.
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Sven (l) und Lars Bender kommen zum Training bei Bayer Leverkusen.

Bayer 04 Leverkusen

Fußball-Bundesliga: Sven und Lars Bender haben keinen Bock mehr auf Schmerzen

  • VonAndreas Morbach
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Die Zwillingsbrüder Sven und Lars Bender beenden gemeinsam ihre Karriere. Sven hat am Samstag seinen letzten Auftritt als Profi.

Sein Wechsel von Dortmund nach Leverkusen liegt zwar schon vier Jahre zurück, doch eine Ehrenbezeichnung für Sven Bender wird beim diesjährigen Bundesligafinale im schwarz-gelben Tempel wieder aufleben. Als „Fuß Gottes“ adelten die BVB-Fans den Defensivspezialisten in der finalen Phase seiner Dortmunder Jahre. Eine charmante Danksagung für die zirkusreife Rettungsaktion, mit der Bender im April 2017 im Münchner Pokalhalbfinale einen Schuss von Arjen Robben mit der Fußspitze noch an den Pfosten bugsierte. Statt 3:1 für die Bayern stand es am Ende 3:2 für die Gäste aus Westfalen – die einen Monat später gegen Frankfurt auch den nationalen Cup gewannen.

Am Samstag kehrt Sven Bender nach Dortmund zurück – zu seinem letzten Auftritt als Profi und, wenn es seine Fußprobleme zulassen, als Leverkusener Startelfspieler. Auch sein Zwillingsbruder Lars hätte sich einen aktiven Abschied aus dem Sportlerleben gewünscht. Doch nach einer Meniskus-Operation Ende Februar wurde der Rechtsverteidiger nicht mehr rechtzeitig fit, um zumindest beim Duell der beiden NRW-Vertreter noch mal die Fußballstiefel schnüren zu können. „Ich werde“, verkündete er Anfang letzter Woche, „definitiv nicht mehr spielen.“

Sven und Lars Bender in der Fußball-Bundesliga: Nur acht Spielzeiten getrennt

Der ewige Leverkusener, der gerade seine zwölfte Saison beim Werksklub beschließt, kam zwölf Minuten vor seinem Zwillingsbruder zur Welt. Beide begannen im Landkreis Rosenheim beim TSV Brannenburg mit dem Kicken, gemeinsam spielten sie anschließend drei Jahre lang in Unterhaching, ehe sie – ebenfalls gemeinsam – mit 13 zu den Münchner Löwen wechselten. Dort spielten sie erst für die Jugendmannschaften der Sechziger, später bei den Profis. Ihre einzige Trennung als Rasenballsportler erfolgte 2009 – als Lars nach Leverkusen ging, und Sven nach Dortmund.

Acht Spielzeiten später waren sie wieder vereint, und nun hängen die Brüder ihre Fußballschuhe mit 32 zeitgleich an den Nagel. Vor allem wegen der zahlreichen Verletzungen, die sie in der Vergangenheit – auf weniger erfreuliche Weise – ebenfalls verbanden. „Letztlich hat die Vernunft gesiegt, sich selber zu schützen. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe halt keinen Bock mehr, Spiele von außen anzuschauen und die Schulterklopfer zu kriegen“, sagt Lars. „Mit den ganzen Schmerzen, mit denen wir uns auf dem Platz bewegen, macht es keinen Sinn mehr – weil wir nicht mit hundert Prozent agieren können“, sagt Sven – und fügt hinzu: „Wer uns kennt, weiß, dass sich das für uns wie Betrug am Verein, an den Mitspielern anfühlt.“

Sven und Lars Bender in der Fußball-Bundesliga: Kein Titel für Lars

Privatleben und Beruf haben die beiden stets voneinander getrennt, entsprechend wollen sie sich auch zu ihren Zukunftsplänen momentan nicht äußern. Fest steht, dass es für die gebürtigen Rosenheimer nun erst einmal zurück in ihre oberbayerische Heimat geht. Dort wollen sie das, was sie sich „neben dem Fußball aufgebaut haben“ (Sven Bender) weiter verfolgen – und zwischendurch auf fast drei Jahrzehnte Fußball zurückblicken.

Neben dem gemeinsamen Titel als deutscher B-Juniorenmeister mit 1860 München (2006) gehören für Sven (sieben Länderspiele) dazu zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiege mit Dortmund. Dem älteren der eineiigen Zwillinge (19 Länderspiele) blieb eine Trophäe als Profi dagegen verwehrt. „Titel sind natürlich schön, davon träumt jeder. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert – und ich habe Sven die Titel mit Dortmund gegönnt“, sagt der künftige Leverkusener Ehrenspielführer, den der Blick auf seine Branche nachdenklich stimmt.

Sven und Lars Bender: Genugtuung bei Olympia in Rio

„Gerade aktuell geht das Fußballgeschäft den einen Weg, und der Rest der Gesellschaft den anderen. Man entfernt sich ein bisschen“, findet der Mann mit den 255 Bundesligaeinsätzen für Bayer 04 – für den der Gewinn der olympischen Silbermedaille, 2016 in Rio, einen besonderen Stellenwert hat. Aus doppeltem Grund.

Zum einen sei das größte Sportevent der Welt ein echtes Erlebnis gewesen. Zum anderen gelang ihm bei dem Turnier in Brasilien in Kooperation mit seinem Bruder eine Beweisführung. „In Rio haben wir zum ersten Mal seit unserer Zeit bei 1860 München wieder in einem Team gespielt. Es hieß immer, wir könnten nicht mehr zusammenspielen, weil wir zu gleich wären“, erinnert sich Lars Bender – und erklärt stolz: „Das war unsere persönliche Genugtuung, all diese Stimmen mit diesem Erfolg verstummen zu lassen.“

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