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Kurz bevor der Ball wieder läuft hat die FR Prognosen gewagt, wer in der Bundesliga durchstartet - und wer Probleme bekommt.

Bundesliga

Die Bundesliga geht wieder los: Her mit der Kugel!

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  • Thomas Kilchenstein
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Die Fußball-Bundesliga startet in die Rückrunde. Wie ist die Stimmung in den Klubs? Wer bekommt Probleme? Und wer startet durch? Die FR hat in der Winterpause genau hingeschaut.

18 Bundesligisten, 18 Prognosen: Am Freitag (17.1.) startet die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Wie ist die Stimmung in den Klubs? Wer bekommt Probleme? Und wer startet durch? Die FR hat in der Winterpause genau hingeschaut.

RB Leipzig

Wenn zum Start der Rückrunde das Fachmagazin „Kicker“ dem Tabellenführer gleich die ersten drei Seiten widmet, ist das eine weitere Verbeugung vor dem Brauseklub. Der Hype um die historische Meisterschaftschance ist trotz der Belastung in drei Wettbewerben so groß, dass Julian Nagelsmann bereits nach außen versucht, die Erwartungshaltung herunterzudimmen. Intern wird der 32-Jährige jeden bei den Roten Bullen bis ans Limit antreiben. Für die schon in der zweiten Liga im Namen der Dose kickenden RB-Gesichter Peter Gulacsi, Willi Orban, Marcel Halstenberg, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg oder Yussuf Poulsen bietet sich eine einmalige Chance. (hel)

FR-Prognose: Das Potenzial in dem Kader ist enorm. RB schnappt sich die Schale.

Borussia Mönchengladbach

So ein bisschen Absturzangst haben sie schon am Niederrhein, selbst wenn das – pssst! – niemand laut sagt. Doch auch vor einem Jahr sah sich die Borussia auf einem steilen Weg nach oben, 33 Punkte nach 17 Partien, 42 nach 20 Spieltagen – die Mönchengladbacher waren plötzlich erster BVB-Verfolger. Es folgte der brachiale Einbruch und am Ende gerade noch Rang fünf. Warum es dieses Mal anders kommt? Die stets pressende Borussia wirkt unter Neu-Trainer Marco Rose gefestigt und gereift, verfügt über gute Stürmer wie Marcus Thuram. Vor allem aber, und das geht sogar etwas unter: Sie steht ungeheuer stabil, hat erst 18 Gegentore kassiert. Das ist Spitze und eine klasse Basis für eine herausragende Saison. (dur)

FR-Prognose: Kein Meistertitel, aber immerhin Königsklasse. Kann sich sehen lassen.

Bayern München

Das umstrittene Trainingscamp im Scheichtum Katar hat der FC Ruhmreich medial geschickt begleitet. Trainer Hansi forderte zwei neue Spieler, Sportchef Brazzo äußerte Verwunderung über diese Form der medialen Kaderplanung - und kaum jemand schrieb noch über den politisch umstrittenen Alle-Jahre-wieder-Trip. Gemeinhin ist der arme Brazzo mehrfach dafür kritisiert worden, nicht ausreichend perspektivisch zu denken und sich mit Last-Minute-Transfers (Perisic, Coutinho) zu retten. Jetzt hat er mal weitsichtig gedacht, den jungen Nübel für den alten Neuer geholt - schon gibt´s wieder endlose Debatten. (jcm)

FR-Prognose: Wird nix mit der Titelverteidigung, zu viel Unruhe im Kader und drumherum.

Borussia Dortmund

Spielt er oder spielt er nicht gegen Augsburg? Vor dem Rückrundenstart dreht sich alles um die Frage, ob der 19-jährige Neuzugang Erling Haaland fit genug für die erste Aufgabe ist. Obwohl er noch keine einzige Pflichtspielminute für den BVB absolviert hat, ist der Hochtalentierte schon als Heilsbringer auserkoren worden. Mit dem wuchtigen Norweger sind die Borussen wieder variabler im Angriffsspiel, können den 20-Millionen-Mann in den Lauf schicken oder mal eine Flanke schlagen in dem Wissen, da steht jemand, der sie auch erreichen kann. Die entscheidende Frage wird jedoch sein: Wann wird der BVB endlich stabil? Regelmäßig haben die Schwarz-Gelben zwei Gesichter gezeigt. Lucien Favre hat gegen Ende der Hinrunde mit der Umstellung auf eine Dreierkette das spielerische Element wiederbelebt. Ob er die Mentalitätsprobleme des Teams in den Griffe bekommt, ist genauso offen wie Haalands Startelfdebüt. (tim)

FR-Prognose: Trotz des neuen Stürmers wird es wieder nicht zum Titel reichen.

FC Schalke 04

„Es gibt Größeres als Alexander Nübel und seinen Transfer.“ In diesem Satz von David Wagner schwingt die Hoffnung mit, dass der Wechsel des Torhüters zur neuen Saison das Team nicht so tangiert, wie es die Stimmung im Fanlager vermuten lässt. Der Trainer weiß ganz genau, dass eine solche Debatte schnell in eine Negativspirale münden kann. Die Frage wird sein, ob Wagner Nübel überhaupt noch einmal aufstellt, um erst gar keine Unruhe aufkommen zu lassen. Die Kapitänsbinde hat er schon an Ex-Eintracht-Spieler Omar Mascarell gegeben. Wagner hat es in dieser Saison geschafft, das Optimale aus seinem Kader herauszuholen, unter anderem hat er das enfant terrible Amine Harit in die Spur bekommen. Im Winter wurde Bankdrücker Mark Uth an Köln abgegeben, dafür kam Michael Gregoritsch aus Augsburg und der talentierte Abwehrmann Jean-Clair Todibo aus Barcelona. Ein Transfer mit Weitsicht. (tim)

FR-Prognose: David Wagner moderiert das Nübel-Thema gut und erreicht mit Schalke Europa.

Bayer 04 Leverkusen

Auch im Abenteuerbetrieb Bundesliga ist es schön, wenn es hier und da Verlässlichkeiten gibt, und so darf man sich freuen, dass Bayer Leverkusen vorhat, den Vertrag mit Trainer Peter Bosz zu verlängern. Das Verlässliche am Niederländer ist, zum Beispiel, dass er Wochenende für Wochenende exakt gleich aussieht, glänzend rasierte Glatze, akkurat gestutzter Bart, und nach den Spielen lässt er sich stets von einem Co-Trainer ein Etui reichen, um seine Brille darin zu verstauen, eine spezielle Spielbrille offenbar. Womöglich braucht Bosz die, um den verrückten Bayer-Fußball in Echtzeit erfassen zu können. Die Leverkusener haben in der Hinrunde ja mal wieder Spektakel mit dem Hang zur Selbstzerstörung angeboten, unbedingtes Offensivspiel, unterbrochen nur von zahlreichen Kontertoren der Gegner. „Das ist bedenklich, absolut“, sagt Bosz, der diese Art der Verlässlichkeit nicht schön findet. (böl)

FR-Prognose: Bayer stabilisiert sich und erreicht die Europa League, mehr nicht.

TSG Hoffenheim

Den ganz großen Burner-Fußball sollte man von dem verkappten Dorfverein wohl eher nicht erwarten in der Rückrunde. Es dürfte gemächlich auf einen gesicherten Mittelfeldplatz hinauslaufen, immerhin. Hinten herrscht Unruhe, denn nach den Ersatztorhütern Alexander Stolz (Sehnen-Entzündung im Ellenbogen) und Daniel Klein (Handbruch) fällt nun auch noch Stammkeeper Oliver Baumann (Meniskus-OP) erst einmal aus, weshalb die TSG in aller Eile Michael Esser von der Bank des Zweitligisten Hannover 96 verpflichtete. Insgesamt hat sich die TSG nach dem Abgang des alles dominierenden Julian Nagelsmann unter dessen Nachfolger Alfred Schreuder stabilisiert, sie spielt nicht mehr so attraktiv, aber sie holt ausreichend Punkte, um nicht ins Zittern zu geraten. Das ist doch schon mal was in dieser komplizierten Saison. Schlagzeilen macht man damit aber natürlich nicht. Das schaffte nur Nagelsmann. (jcm)

FR-Prognose: Die TSG fällt weiter kaum auf und zittert weder nach oben noch nach unten.

SC Freiburg

„Zum Glück“, sagte Christian Streich zuletzt in Spanien, „wurden unsere Problematiken aufgedeckt.“ Zweimal haben die Freiburger im Wintertrainingslager gegen Borussia Mönchengladbach gespielt, zweimal haben sie verloren, jeweils 1:2, und weil vor allem die Leistung der tendenziell ersten Elf dürftig war, zeigte der SC-Trainer Streich sich schlecht gelaunt: „Ich bin unzufrieden, weil wir im Training Sachen geübt haben, die im Spiel nicht zu unserer Zufriedenheit zu sehen waren.“ Dass der SC eine Hinrunde zur vollsten Zufriedenheit hingelegt hat und mit 26 Zählern auf Platz acht steht vor dem Rückrundenstart in Mainz am Samstag, war in dem Moment unerheblich. Streich ist ein Meister darin, sich Sorgen zu machen, selbst wenn es keinen triftigen Grund gibt. Jedes Spiel so eng, was da noch alles schiefgehen kann. „Nehmen wir Mainz. Die können auch jeden in der Liga schlagen. Genauso trauen wir es uns aber zu, in Mainz zu gewinnen“, sagt Streich. Eng, eng, eng. Entgegen kommt den Freiburgern, dass sie weiter über einen breiten Kader mit viel Potenzial verfügen, Verletzte gibt es kaum. Auch Angreifer Luca Waldschmidt ist wieder fit nach seiner Ganzkörperverletzung aus dem Länderspiel gegen Weißrussland. (böl)

FR-Prognose: Der Abstieg ist kein Thema. Europa aber auch nicht. Lauschiges Mittelfeldplätzchen.

VfL Wolfsburg

Die modernen Analysemethoden im Fußball machen es möglich: Neuerdings lässt sich per Heatmap ermitteln, wo sich Trainer in ihrer Coaching Zone aufhalten. Die „Sportbild“ hat VfL-Coach Oliver Glasner nun in der Kategorie der „Vielsitzer“ eingeordnet. Weil der Österreicher die Hälfte eines Spiels auf der Bank verbringt. Aber muss jeder Fußballlehrer wie ein Derwisch an der Seitenlinie herumtigern? Der von Geschäftsführer Jörg Schmadtke ausgesuchte Glasner hat insgesamt gute Arbeit gemacht. Die Niedersachsen wirken stabil, körperlich ist die Mannschaft eine der stärksten der Liga. Für einen Feingeist wie den Ex-Mainzer Yunus Malli ist gar kein Platz mehr. Dafür räumt Wout Weghorst seine Gegner einfach beiseite. Die „Wölfe“ haben sich so auch in der Europa League durchgebissen, und die nächste Hürde Malmö ist allemal machbar. Was fehlt, ist die Begeisterung am Standort. Der Zuschauerschnitt ist in der Liga nicht befriedigend, die Resonanz bei Europapokalspielen erschreckend. Und sollte der VW-Konzern im Zuge seines groß angelegten Umbaus zu mehr Elektromobilität ins Trudeln geraten, muss die Fußball-Tochter hoffen, dass sie in Zukunft genügend Saft abbekommt. (hel)

FR-Prognose: Der VfL Wolfsburg bleibt in Schlagweite zu den Europapokalplätzen. Mehr nicht.

FC Augsburg

Es ist gut gelaufen für den FC Augsburg seit dem elften Spieltag. Bis dahin lag die Mannschaft von Martin Schmidt mit sieben mickrigen Zählern auf Rang 16. Der Ex-Mainzer Schmidt wankte, aber er fiel nicht. Mittlerweile flutscht es. Und es wäre schon arg verwunderlich, sollte die eingespielte Truppe sich nicht stabil im Liga-Mittelfeld halten können. Für die Rückrunde hat sich der ewige Underdog zudem vorgenommen, den Ballbesitz noch besser zu erlernen und dabei das gefürchtete Umschaltspiel nicht zu vernachlässigen. Mit Dauerläufer Eduard Löwen hat sich der FC von der Berliner Hertha einen jungen Mann geholt, der unmittelbar zur Verstärkung werden dürfte, nachdem sich der Ex-Nürnberger Löwen im Sommer noch für Berlin und gegen Augsburg entschieden hatte. Der unzufrieden grollende Michael Gregoritsch ist zu Schalke 04 ausgeliehen, der vor der Saison noch dringend abwanderungswillige Philipp Max fühlt sich längst wieder wohl. Stürmer Florian Niederlechner spielt die Saison seines Lebens – eitel Sonnenschein also bei den schwäbischen Bayern, die mit Mittelfeldmann Löwen, Stürmer Marco Richter und Verteidiger Felix Uduokhai gleich drei Olympiakandidaten im Kader haben. (jcm)

FR-Prognose: Die Augsburger müssten sich dusselig anstellen, um in Abstiegsgefahr zu geraten.

1. FC Union Berlin

Tabellenplatz elf mit 20 Punkten, der Derbysieg gegen die Hertha, selbst bei den Mitgliederzahlen rückte der FC Union (35 000) nah an den großen Stadtrivalen (37 000) heran – das erste Bundesligahalbjahr des Aufsteigers hätte kaum besser laufen können. Aber, sagte Christian Gentner nun in der „Berliner Morgenpost“, es sei eben nur ein Halbjahr von deren zwei vorbei. Der zweifache Deutsche Meister (mit Wolfsburg und Stuttgart) und erfahrene Mittelfeldmann der Köpenicker warnte eindringlich davor, schon zu früh einen Haken dran zu machen an diese Saison. Es werde in der Rückrunde deutlich schwieriger, so Gentner, weil Union nun von der Konkurrenz anders wahrgenommen und nicht mehr unterschätzt werde. „Wir dürfen uns nicht blenden lassen“, so der 34-Jährige. Die ersten vier Spieltage halten gleich drei schwierige Gastspiele für die Berliner bereit: bei den Topteams aus Leipzig und Dortmund sowie den viel ärger abstiegsbedrohten Bremern. „Es wird sicher Unruhe aufkommen“, ist sich Gentner daher sicher, zeigt sich mit diesem Wissen aber gerade überzeugt vom Klassenerhalt: „Deswegen lassen wir drei Klubs hinter uns.“ Das könnte durchaus klappen. (dani)

FR-Prognose: Union hält eisern Kurs auf den Ligaerhalt – und zehrt von seinem Punktepolster.

Hertha BSC

Schlagzeilen liefert die Berliner Hertha neuerdings zu Genüge. Die jahrelange Graue Maus der Bundesliga, die irgendwie niemanden (außer die eigenen Fans und teils nicht mal mehr die) so recht begeistern konnte, ist bundesweit zurzeit in aller Munde. Als „Big City Club“ oder „spannendstes Fußballprojekt in Europa“ bezeichnete Jürgen Klinsmann die Berliner. Der neue Chef, der Halbjahrescoach mit Bundestrainer-Vergangenheit und abgelaufener Trainer-Lizenz, hat die Aufmerksamkeit für den Hauptstadtklub merklich erhöht, die noch verstärkt wird durch die im Hintergrund getätigten Rieseninvestition von Lars Windhorst; 225 Millionen Euro sollen es angeblich sein. Kleine und große Stareinkäufe sind zwar noch nicht da, werden aber längst rund ums Olympiastadion gehandelt. Spätestens im Sommer soll richtig durchgestartet werden. Das lässt Träume entstehen, von Titeln und europäischen Auftritten, die mit der Aktualität wenig gemein haben. Denn die heißt für die „Alte Dame“: Kampf gegen den Abstieg. Mit 19 Punkten sind die Herthaner Tabellenzwölfter und haben nur vier Zähler Vorsprung zum Relegationsrang – dieses blöde Tagesgeschäft aber auch. (dani)

FR-Prognose: Hertha rettet sich, dem spannenden Fußballprojekt wird das (noch) nicht gerecht.

Eintracht Frankfurt

Die Vorrunde hatten sie sich in Frankfurt natürlich anders vorgestellt, ganz anders sogar. Eigentlich wollte Eintracht Frankfurt wieder oben angreifen, in Europa fühlt sie sich ja zu Hause. Und nach dem gloriosen 5:1-Erfolg gegen den FC Bayern am 10. Spieltag träumten sie am Main gar von der Champions League, Trainer Adi Hütter musste allen Ernstes eine Frage zur Meisterschaft abwehren. Und dann? Tja, dann ging es steil bergab. Seither befinden sich die Frankfurter im freien Fall. Von den vergangenen zehn Partien auf nationaler und internationaler Ebene setzte es acht Niederlagen bei nur einem Sieg, selbst das Ticket für die K.o.-Phase der Europa League wurde durch eine peinliche 2:3-Pleite gegen Guimaraes gelöst. Von Powerfußball und Draufgängertum ist ohne Büffelherde nichts mehr geblieben. Klar ist, dass die Unmenge von Spielen, 56 an der Zahl im Jahr 2019, das qualitativ ohnehin nicht mehr so hochwertige Team zu sehr geschlaucht haben. Nun ist der Resetknopf gedrückt, die Stimmung besser, eine neue Taktik einstudiert, einige Leistungsträger zurück und formverbessert. Im Normalfall sollte das reichen, um nicht abzusteigen. Viel mehr wird nicht drin sein. (dur)

FR-Prognose: Ein Platz im grauen Mittelfeld wäre schon ein Erfolg. Sollte irgendwie klappen.

FSV Mainz 05

Das erste Spiel in Freiburg hat den Nullfünfern den Weg in die Saison gewiesen. Die 0:3-Klatsche wurde binnen weniger Minuten in der Schlussphase zementiert, blieb lange in den Kleidern hängen und kostete Sandro Schwarz schließlich den Job, Nachfolger Achim Beierlorzer hat neue Energie in einer soliden Bundesligamannschaft geweckt und nun das Glück, dass der lange verletzte Mittelstürmer Mateta endlich wieder topfit ist. Der Schlaks fehlte mit seiner Gier nach Toren einem Team ohne steile Hierarchie an allen Ecken und Enden. Er wird zuverlässig treffen müssen, zudem darf sich kein defensiver Mittelfeldspieler mehr verletzen, sonst wird es eng auf dieser Position. (jcm)

FR-Prognose: Die Rheinhessen bleiben nicht ohne Mühe überm Strich.

1. FC Köln

Es heißt, die Kölner wollten Benedikt Höwedes verpflichten, auch der Name Lukas Podolski kursiert weiter hartnäckig am Geißbockheim, in dem sich Sportdirektor Horst Heldt auf der Suche nach Neuverpflichtungen also offenbar begeistert durchs „Kicker“-Sonderheft zur Fußball-WM 2014 blättert. Klar ist: Neuverpflichtungen tun Not in Köln, über den Transfer des Schalke-Stürmers Mark Uth hinaus – und ungeachtet der Tatsache, dass sich der FC und Neu-Coach Markus Gisdol mit drei aufeinanderfolgenden Siegen vor Weihnachten aus der Abstiegszone beförderten. Das positive Ende einer mal wieder extrem turbulenten Hinrunde. Und lange keine Garantie fürs Happy End am Saisonende. (böl)

FR-Prognose: Direkter Klassenerhalt – wenn auch vor allem aufgrund der Schwäche der Anderen.

Fortuna Düsseldorf

Friedhelm Funkel weiß genau, woran es liegt, dass der Klub so weit unten steht: Max Kruse fehlt. Der spielte zwar einst bei Werder Bremen, aber gut ist, dass der Fortuna-Trainer auch die Konkurrenz im Blick hat, morgen treffen die beiden im Kellerduell aufeinander, Vorletzter gegen Drittletzter aufeinander. Ein wegweisendes Duell. Die Fortuna hat die Abgänge von Lukebakio, Raman und Duksch nicht kompensieren können, 18 Tore hat sie in 17 Spielen nur erzielt, Liga-Minusrekord. Und Rouwen Hennings davon allein elf, wehe, der Mann verletzt sich, dann ist’s zappenduster. Mit 32 spielt er die Saison seines Lebens. Ein bisschen Hoffnung macht die Rückkehr von Kevin Stöger nach ausgeheiltem Kreuzbandriss. Aber reicht das zum Klassenerhalt? (kil)

FR-Prognose: Das wird verdammt eng. Am Ende wird es für Dino Friedhelm wohl nicht ganz langen.

SV Werder Bremen

Noch immer wirkt vieles an der Weser irritierend. Wenig Training im Wintercamp, trotzdem gleich wieder neue Verletzte. Und ein nicht mit dem Abstiegskampf vertrauter Trainer, der im Umgang mit seiner Mannschaft sich auf einmal als Hardliner gebärdet. Wie lange wirkt das authentisch? Das Festhalten an Florian Kohfeldt ist nachvollziehbar, doch wenn mit der Nachverpflichtung von Kevin Vogt die Erfolge ausbleiben, wird’s brenzlig. Auch für Manager Frank Baumann. Mit Vogt sind die Grün-Weißen fast verdammt, eine Dreierkette zu spielen. Daraus ergeben sich die nächsten Probleme. Es wird eng für einen Verein, der als Urgestein zur Bundesliga gehört wie die Stadtmusikanten zu Bremen. (hel)

FR-Prognose: Dem Kader fehlt Qualität, dem Trainer die Routine. Werder spielt Relegation.

SC Paderborn

Steffen Baumgart hatte einen Heimsieg gefordert, Steffen Baumgart hat einen Heimsieg bekommen. Zum Jahresabschluss holte die Mannschaft des ausgebildeten KZF-Mechanikers, der so gerne schrullige Glücksbändchen ums Handgelenk trägt, das für den stets mutig agierenden Tabellenletzte so wichtige 2:1 gegen die Frankfurter Eintracht. Zwölf Punkte hat das Schlusslicht damit nach 17 Spielen gesammelt, der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt somit nur noch drei Zähler. Machbar, aber kann das wirklich reichen, um dem wundersamen Aufstieg im vergangenen Jahr noch einen viel wundersameren Klassenerhalt in diesem folgen zu lassen? Die Antwort: siehe FR-Prognose. (dani)

FR-Prognose: Abstieg. Paderborn rennt weiter selbstbewusst nach vorne und damit ins Verderben.

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