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Franck Ribery und der Freiburger Trainer Christian Streich nach dem Spiel.

FC Bayern München

Es knirscht beim FC Bayern

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Ausgerechnet vor Topspiel gegen Dortmund endet die sechsteilige Bundesliga-Siegesserie.

Tabellenführung futsch und miese Stimmung – in der Woche vor dem Topspiel gegen Borussia Dortmund kriselt es beim FC Bayern. Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic zählen die Spieler nach dem 1:1 beim SC Freiburg an. Das Gipfeltreffen mit dem BVB wird in vielerlei Hinsicht zum Endspiel. „Wir haben nicht die richtige Einstellung zum Spiel gefunden und die ersten Minuten verschlafen. Im Großen und Ganzen war es total enttäuschend, wie wir gespielt haben“, sagte Salihamidzic. Auf die Frage, warum die Einstellung bei den Profis des Rekordmeisters nicht gestimmt habe, antwortete er knapp: „Das wüsste ich auch gerne.“ Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge machten gar nicht erst den Versuch, das 1:1 zu erklären – sie rauschten wortlos und mit ernsten Mienen davon.

Die Münchner Startruppe war offenbar mit dem Gefühl in den Breisgau gereist, den siebten Ligasieg in Serie sicher zu haben. Doch weit gefehlt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich ging mit Volldampf in die Partie – das hatte Kovac schon so vermutet. Seine warnenden Worte an die Spieler verpufften aber wirkungslos. „Ich bin über das Ergebnis nicht nur enttäuscht, sondern sehr verärgert“, reagierte der Trainer dementsprechend bedient. „Wir haben in den ersten fünf Minuten gepennt. Wir haben das vorher 700 Mal in der Kabine angesprochen, das ist unerklärlich“, schimpfte Leon Goretzka.

Nicht zum ersten Mal missachteten die Bayernspieler offensichtlich, was vorab in der Kabine besprochen worden war. Der Druck auf Kovac ist immens. Verpasst der Kroate in seiner Premierensaison nach dem recht frühen Aus in der Champions League auch den Meistertitel, wird es im Sommer womöglich eng für ihn.

Die fahrlässige Chancenverwertung in Freiburg wollte Salihamidzic nicht als Ausrede gelten lassen. „Es war nicht so, dass man draußen saß und das Gefühl hatte, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollen“, sagte er. „Gegen Dortmund müssen wir zeigen, dass wir Meister werden wollen“, ergänzte Salihamidzic, „ Ich erwarte, dass wir sie aggressiv unter Druck setzen.“ Mats Hummels sah hingegen kaum Grund zu großer Aufregung. „Wir hatten 26 Torschüsse und sechs, sieben hochkarätige Chancen – und dann kann man nicht so viel falsch gemacht haben“, sagte der Münchner Innenverteidiger.

eViel war es tatsächlich nicht, nur eben das letztlich Entscheidende. Goretzka, Robert Lewandowski und Serge Gnabry vergaben beste Chancen am Fließband. „Es ist natürlich ein Dämpfer, aber keiner, der nachhaltig im Kopf hängen bleibt“, ist Hummels sicher. Lewandowski, dessen Ausgleich zum 1:1 sehenswert war, hingegen hofft auf einen Lerneffekt: „So ein Spiel wie heute zeigt uns für den Rest der Saison, dass wir wach bleiben müssen. Wahrscheinlich ist es besser, wenn so etwas jetzt passiert als später.“ Der Ex-Borusse ist überzeugt, dass die Mannschaft gegen Dortmund „eine Reaktion“ zeige wird. Erst mal steht am Mittwoch der Pflichttermin im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Heidenheim an. Eine eher lästige Aufgabe für die Münchner. Dass dem BVB gegen den VfL Wolfsburg ein Sieg gelungen war, passte ins Bild. Den sicher geglaubten psychologischen Vorteil nach der Aufholjagd in den vergangenen Wochen könnten die Bayern in Freiburg leichtfertig aus der Hand gegeben haben. Auch wenn Hummels versicherte, dass das BVB-Ergebnis nur „eine Randnotiz“ gewesen sei.

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