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Streckt sich vergebens: Kepa Arrizabalaga kommt nicht an den Wahnsinnshammer von Daniel Sturridge ran.

Premier League

Furioses Finish

Der FC Liverpool mit Teammanager Jürgen Klopp rettet dank Daniel Sturridge einen Punkt bei Chelsea. Bei Manchester United steht Trainer Jose Mourinho derweil vor dem Aus.

Zwei Minuten waren an der Stamford Bridge noch zu spielen, das Trikot von Daniel Sturridge war noch frei von jeglichen Grasflecken. Kein Wunder, der Stürmer des FC Liverpool war auch erst drei Minuten zuvor auf den Platz gekommen, hatte entsprechend nicht viele Ballaktionen. Bis zur 88. Minute. Da bekam er in halblinker Position, rund 25 Meter vor dem Tor das runde Leder. fasste sich ein Herz, schwang sein linkes Bein durch und drosch den Ball in den rechten Winkel, genau über die Fingerspitzen von Chelsea-Keeper Kepa Arrizabalaga zum 1:1-Ausgleich am Samstagabend. Ein Traumtor. „Das war ein herausragendes Finish“, lobte Liverpools Teammanager Jürgen Klopp den Rückkehrer, der nach vielen Verletzungen und einer Leihe zu West Bromwich Albion langsam zu alter Stärke zurückfindet.

Die Serie von sechs Ligasiegen am Stück für die Reds war zwar gerissen, aber Klopp und sein Team konnten mit dem Punkt gut leben, der Tabellenplatz zwei in der Premier League hinter den punktgleichen Titelverteidiger Manchester City bedeutet. Am Sonntag treffen die beiden Topteams aufeinander. „Wir haben einen Fehler gemacht und den hat Chelsea genutzt“, analysierte Klopp das „fantastische Fußballspiel.“ Eden Hazard hatte die Blues in der 25. Minute in Führung geschossen, viel mehr kam offensiv nicht von der Mannschaft von Maurizio Sarri. Liverpool rannte an, doch Mohamed Salah, Sadio Mané, Roberto Firmino und Xherdan Shaqiri vergaben beste Gelegenheiten  - bis Sturridge Liverpool endlich erlöste. „Das war mein schönstes Tor“, sagte Sturridge.

Drei Tage zuvor hatte der 29-Jährige aus fast gleicher Position im Ligapokalheimspiel gegen den FC Chelsea nur die Latte getroffen. Kurz darauf schoss Hazard die Blues zum 2:1 und eine Runde weiter. „Wir haben die Szene im Vorfeld des Spiels gezeigt, diesmal hat er es ein klein bisschen besser gemacht“, sagte Klopp und grinste danach breit.

Überhaupt nichts zu lachen hat hingegen Jose Mourinho und Manchester United nach dem Absturz auf Platz zehn. Seine Tage beim englischen Rekordmeister scheinen gezählt. Nach der 1:3-Niederlage bei West Ham United suchte der portugiesische Trainer die Schuld mal wieder bei anderen. Und so knüpfte sich der 55-Jährige diesmal die Fans von United vor: „Seit Monaten fordern die Leute Anthony Martial, also habe ich dem nachgegeben“, sagte der Teammanager. Doch Mourinho steht längst selbst in der Schusslinie. „The Special One“ hat seine Magie im dritten Jahr bei den Red Devils endgültig verloren. Erst das peinliche Pokal-Aus gegen den Zweitligisten Derby County, dann die seit Wochen andauernde Fehde mit dem französischen Superstar Paul Pogba, den Mourinho jüngst als Co-Kapitän absägte, jetzt der schlechteste Saisonstart seit 1989.

Zidane als Nachfolger?

In englischen Medien wird längst offen über einen Nachfolger für den exzentrischen Teammanager spekuliert. Laut der „Daily Mail“ soll dies auch in internen United-Kreisen der Fall sein. Demnach wurde noch im Zug auf der Rückfahrt von London nach Manchester über die Zukunft des Trainers gesprochen.

Der selbstverliebte portugiesische Coach muss prompt Ergebnisse liefern. Ein Sieg im Champions-League-Heimspiel am Dienstag gegen den FC Valencia ist daher Pflicht. Hinter den Kulissen fällt immer wieder ein Name, sollte Mourinho auch die nächsten Auftritte in den Sand setzen: Zinedine Zidane.

Knapp vier Monate nach seinem Rücktritt als Trainer von Real Madrid brennt der 46-jährige Franzose auf eine Rückkehr ins Geschäft. Nun könnte alles schneller gehen als gedacht. Dass Mourinho das Ruder nochmal rumreißt, scheint angesichts der sich häufenden Vorfälle unwahrscheinlich. „Ich kann unsere Qualität und mentale Einstellung bemängeln, aber wir müssen trotzdem weitermachen“, sagte ein resigniert wirkender Mourinho nach der Pleite bei West Ham.

Noch deutlichere Worte fand Manchester-Legende Rio Ferdinand. „Die Spieler arbeiten nicht für ihren Trainer. Manchester United ist ein totales Durcheinander und es müssen jetzt große Entscheidungen getroffen werden“, betonte der langjährige United-Kapitän. (tim/sid)

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