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Brisantes Derby: HSV gegen Bremen.
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Brisantes Derby: HSV gegen Bremen.

Nordderby

0:2 für Dummheit

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Werder Bremen stellt sich im Nordderby gegen den Hamburger SV selten dämlich an und hat Pech mit einer Schiedsrichterentscheidung.

Bei Werder Bremen scheint es nach dem 0:2 im Nordderby gegen den Hamburger SV dringend angeraten, noch einmal das gute alte Regelkundebuch hervorzukramen, unbedingt in der aktuellen Version, um anstehende Fragen zu beantworten. Etwa die, dass es nach einer Gelben Karte keinesfalls angeraten ist, einen gegnerischen Torwart mit beiden Beinen voraus zu attackieren. Das zieht nämlich in der logischen Konsequenz Gelb-Rot und somit einen Platzverweis nach sich. Auch interessant, dass es bereits seit Saisonbeginn im August 2019 die Regel gibt, dass ein angreifender Spieler bei einem eigenen Freistoß einen Abstand von mindestens einem Meter zur gegnerischen Abwehrmauer einzuhalten hat, um lästiges Gedrängel zu vermeiden.

Besonders die nicht mehr ganz jungen Herren Christian Groß (32) und Mitchell Weiser (27) sollten sich die Regelfibel noch einmal in aller Ruhe zu Gemüte führen. Denn Groß war es, der schon nach einer halben Stunde zum Duschen geschickt wurde, weil er, nachdem er kurz zuvor schon sehr berechtigt verwarnt worden war, völlig übermotiviert gegen den Hamburger Torwart Daniel Heuer Fernandez zur Sache ging. Und Weiser war es, der sich zehn Minuten später direkt zur Hamburger Mauer gesellte, weshalb der Ausgleich durch Marvin Duckschs formidablen Freistoß nicht gegeben wurde. „Ich habe zuletzt wenig gespielt, ich kannte diese Regel nicht“, sagte Weiser hinterher. Dass der Verteidiger sich sowohl bei Sky als auch bei Sport1 den TV-Anstalten stellte, verdient jedenfalls mehr Respekt als seine Kenntnisse der Regelkunde.

Im Fall von Routinier Groß, der erst mit 30 sein Bundesligadebüt unter Florian Kohfeldt erlebte, ist die Verfehlung fast noch ärgerlicher, weil Zeichen fehlenden Lernerfolgs. Denn derselbe Groß hatte sich schon im vorletzten Saisonspiel der Abstiegssaison in diesem Frühjahr beim früh dezimierten FC Augsburg nach einem grob fahrlässigen Foul im Mittelfeld gegen Florian Niederlechner die Gelb-Rote Karte abgeholt. Werder verlor 0:2, Kohfeldt seinen Job, die Bremer am Wochenende darauf die Klasse,

Das mit Hochspannung erwartete Nordderby sah am Samstagabend aggressiv attackierende Gäste, die die von ihrem Trainer Tim Walter vorgegebene ständige Vorwärtsverteidigung bis zum Exzess präsentierten und dabei am Ende fast noch auf den Hosenboden gefallen wären. Die frühe Führung durch Robert Glatzels dritten Saisontreffer baute Moritz Heyer nach prächtiger Vorarbeit von Bakery Jatta quasi mit dem Pausenpfiff auf den Endstand von 2:0 aus. Werders wütende Angriffe nach dem Wechsel - begünstigt durch eine Gelb-Rote Karte gegen den Hamburger Kapitän Sebastian Schonlau, die HSV-Coach Walter zurecht als Konzessionentscheidung kritisierte - brachten viele Chancen, aber keine Tore.

Schiedsrichter Sascha Stegemann hätte in der ersten Halbzeit allen Grund gehabt, nach einem Foul von Schonlau im Strafraum an Ducksch auf Strafstoß und Gelb-Rot für den bereits verwarnten Schonlau zu entscheiden. Denn der traf den Ball bei einer versuchten Rückgabe zu seinem Torwart nicht richtig, zerrte dann am Bremer Stürmer und lief Ducksch zudem in die Kniekehle. Es dürfte allenfalls der unscharfen HSV-Brille geschuldet sein, dass Tim Walter die Entscheidung als zweifelsfrei vollkommen richtig erachtete. Richtig war aber dennoch, dass der Videoassistent nicht tätig wurde. Denn Stegemann hatte die Szene gesehen und bewertet. Wenn auch eher falsch als richtig. jcm

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