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Fülle in petto

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Von: Jan Christian Müller

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Der Mann für die schweren Fälle: Hansi Flick (li.) baut auf Niclas Füllkrug. Foto: dpa
Der Mann für die schweren Fälle: Hansi Flick (li.) baut auf Niclas Füllkrug. Foto: dpa © dpa

Gut, dass Bundestrainer Hansi Flick Angreifer Niclas Füllkrug mitgenommen hat.Der Debütant könnte wichtig werden - wenn es schlecht läuft.

Gute Idee von Hansi Flick, Niclas Füllkrug mit in den Flieger über den Oman nach Katar zu nehmen. Der Bursche mit der Zahnlücke und dem frechen Lausbubengrinsen ist zwar schon ein bisschen in die Jahre gekommen, vor allem mit den Knien ist es nicht mehr zum allerbesten bestellt. Aber Füllkrug aus Hannover, unter Vertrag bei Werder Bremen, kann mit Kopf, er kann links wie rechts. Das hat man am Mittwochabend in Maskat gesehen, als der 29-Jährige mit seinem schwächeren Fuß entscheidend traf. Das ist der linke, aber so schwierig war es für den gelernten Strafraumstürmer dann nicht mehr, den Ball im omanischen Tor unterzubringen. Die Box ist seine Heimat. In dem Revier macht ihm niemand etwas vor.

Jedenfalls nicht auf Bundesliganiveau und auch nicht auf Oman-Niveau, ob es dann auch für eine Weltmeisterschaft reicht, als Joker ein Spiel zu entscheiden, wird sich eventuell noch zeigen. Für einen Debütanten ist es aber schon mal eine gute Sache – sowohl persönlich als auch mit Blick aufs Team -, dass es gleich im ersten Länderspiel geklappt hat mit dem Toreschießen. Gibt Selbstvertrauen und gibt der Mannschaft Vertrauen, dass da draußen einer hockt, der zum Gamechanger werden kann.

Füllkrug hat mit seinem Treffer in der Schlussphase dafür gesorgt, dass Hansi Flick und dessen Getreue nicht torlos mit einem schweren Bündel auf dem Rücken in die Wüste wandern. Dort sind sie am Donnerstag angekommen, wirklich nur Wüstensand und Wasser um das neue Heim drumherum, das auf den Namen Zulal Wellness Resort hört und den Männern ein paar Annehmlichkeiten bietet, die sich sonst nur reiche Scheichs leisten können. Und professionelle Fußballspieler natürlich.

Der routinierte „Fülle“ hat bei seiner ersten Pressekonferenz vor der Partie im Oman schon spüren lassen, dass er sich traut, auch im Kreis der Besten ein lässiger Typ zu bleiben, der der Mannschaft nicht nur auf dem Feld, sondern auch in deren Innenleben gut tun könnte. Er wird ja mit einiger Sicherheit nicht so bockig auftreten, wie man das aus Bremen bisweilen kennt, wenn ihm was gegen den Strich geht.

Füllkrug weiß um seine Rolle. Er wird nicht gleich beleidigt sein, wenn er nicht gebraucht wird. Das würde nämlich bedeuten, dass Deutschland Weltmeister wird. Und kein Joker kommen und Kastanien aus irgendwelchen Feuern holen muss. Die Vorstellung der Kollegen in Maskat hat dafür allerdings keine sachdienlichen Hinweise gegeben.

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