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Fühlt sich in der Zentrale sichtlich wohl: Julian Brandt (l.) gegen Alfredo Morales. 

BVB - Düsseldorf 5:0

Aus Frust wird Lust

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Mit einem Ausbruch an Spielfreude schießt sich Borussia Dortmund gegen Fortuna Düsseldorf aus der Krise. Trainer Lucien Favre hat inzwischen offenbar die richtigen Stellschrauben gefunden.

Wenige Tage vor seinem 110. Geburtstag präsentierte sich der BV Borussia Dortmund im komplett schwarzen Outfit. Eine Homage an die große Zeit der Bergleute und Stahlkocher im Revier, die, so Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, „durch manch dunkle Zeiten gehen mussten, um das zu erarbeiten, was man heute hat.“ Ein Leitmotiv offenbar auch für die Mannschaft des BVB, die sich beim eindrucksvollen 5:0 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf zurück in die Herzen der Malocher spielte. Die Folge: Innerhalb von nur 150 Minuten waren die 9009 einzeln nummerierten Sondertrikots im Online-Shop des Bundesligisten vergriffen. Fragen nach der Rückkehr ins Meisterschaftsrennen wies Trainer Lucien Favre aber entschieden zurück: „Non, non, non, non – darüber möchte ich nicht reden.“

Die Stimmung in der Mannschaft war deutlich besser. „Wir hatten alle einen sehr, sehr guten Tag, haben vor Spielfreude gestrotzt“, bestätigte Neuzugang Julian Brandt. „Das mussten wir uns in den vergangenen Wochen hart erarbeiten. Diesmal hat man gesehen, welche Qualität in der Mannschaft steckt“, erklärte der ehemalige Leverkusener, der sich in der neuen Rolle im zentralen Mittelfeld sichtlich wohler fühlt. Offenbar hat Trainer Lucien Favre inzwischen die richtige Taktik gefunden, um seinem Team die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen zurückzugeben.

Wie schon beim 2:1-Erfolg bei der Hertha in Berlin setzte Favre auch gegen die Düsseldorfer auf ein 3-4-3-System. Und das scheint den Borussen auf den Leib geschnitten zu sein. „Offensiv haben wir eine sehr gute Raumaufteilung. Dort können wir spielen, den Ball lange halten. Das macht den Gegner müde“, erklärte Brandt die Vorteile, die auch defensiv mit der Dreierkette greifen: „Mit Dan-Axel Zagadou haben wir eine unheimlich körperliche Maschine auf dem Platz. Der räumt alles weg.“

Unter dem Strich haben Favres Maßnahmen den Dortmunder mehr Sicherheit gegeben. Und die Leichtigkeit zurückgebracht. Die Angriffsreihe mit Marco Reus, Thorgan Hazard und Jadon Sancho spielte die Fortuna im zweiten Durchgang fast schon schwindelig. Reus und Sancho schnürten dabei den Doppelpack, Hazard traf einmal.

Vor allem Reus zeigte sich deutlich formverbessert und erhielt anschließend ein Sonderlob von Michael Zorc: „Bei Marco hat man einen deutlichen Schritt nach vorne gesehen. Er war spritziger, auch mehr im Spiel. So kann es weiter gehen“, betonte der Sportdirektor, der die Überzeugung vertrat, dass die vielen Gespräche der jüngsten Vergangenheit fruchteten. „Es bewegt sich was“, beteuerte Zorc.

Der Kapitän blieb dagegen gelassen, wie auch in den vergangenen Wochen, als massive Kritik auf ihn einprasselte. „Ich bin nun schon lange genug dabei, weiß, dass ich zuletzt nicht die beste Leistung gezeigt habe. Wenn es um meine Person geht, bin ich immer kritisch“, gestand Reus ein. „Man muss weiter hart arbeiten und an sich glauben. Heute haben wir den nächsten Schritt nach vorne gemacht, und ich hoffe, dass wir am Dienstag daran anknüpfen können.“

Dann steht in der Champions League das letzte Gruppenspiel gegen Sparta Prag an (21 Uhr). Der BVB muss gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass der FC Barcelona bei Inter Mailand nicht verliert. „Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen“, erklärte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, und wies darauf hin, dass Prag auch in Barcelona und Mailand jeweils ein Unentschieden erreichte. In eigener Hand hat der BVB das Überwintern ohnehin nicht mehr. „Wir müssen schon darauf hoffen, dass Barcelona das Spiel in Mailand ernst nimmt.“

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