Zwei Teenager als Gewinner: Erling Haaland (links) und Giovanni Reyna. Bild: dpa
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Zwei Teenager als Gewinner: Erling Haaland (links) und Giovanni Reyna. Bild: dpa

Giovanni Reyna

Frühreifer Borusse

  • vonSven Schneider
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Im Schatten von Erling Haaland erlebt der erst 17-jährige Giovanni Reyna sein Debüt.

Es lief die 72. Spielminute beim Dortmunder Gastspiel in Augsburg, als eine besondere Einwechslung völlig unterging in der Jubeltraube des BVB. Erling Haaland hatte Sekunden zuvor zum zweiten Mal getroffen und die zwischenzeitliche 4:3-Führung beim 5:3-Erfolg erzielt, da kam Giovanni Reyna für Thorgan Hazard ins Spiel und betrat zum ersten Mal Bundesligarasen. Für den 17-jährigen US-Amerikaner, der für viele als der Gewinner aus dem Wintertrainingslager in Marbella ging, erfüllte sich mit seinem Debüt im deutschen Fußballoberhaus laut Selbstauskunft „ein Traum“,

Trainer Lucien Favre hatte bereits am Donnerstag verkündet, dass Reyna sicher im BVB-Kader in Augsburg stehen würde. Dementsprechend energisch verlief Reynas erstes Aufwärmen am Samstag vor großem Publikum in der Augsburger Arena. Ein angezogener Sprint hier, tiefes Durchschnaufen dort – und bange Blicke hinüber an die Seitenlinie zu Coach Favre. „Als der Trainer dann meinen Namen gerufen hat, habe ich mich unglaublich gefreut“, sagte Reyna. Allerdings war Vorfreude nicht das einzige Gefühl, welches der Jungspund bei seiner Premiere empfand: „Ich war sehr nervös. Aber die Jungs um mich herum haben es geschafft, dass ich mich auf dem Platz schnell wohl gefühlt habe.“

So sehr, dass er nach gerade einmal vier Minuten auf dem Feld Augsburgs Verteidiger Tin Jedvaj resolut im Mittelfeld abräumte und sich die erste Gelbe Karte seiner nun startenden Profikarriere einhandelte. „Gio ist körperlich schon sehr weit. Man merkt nicht, dass er erst 17 Jahre als ist. Er spielt sehr robust“, schwärmte BVB-Keeper Roman Bürki im Vorfeld. Zu einer Torbeteiligung reichte es für den dribbelstarken und spielintelligenten Reyna in Augsburg nicht. Es wäre wohl zu viel des Guten gewesen an diesem Nachmittag. Und wohl auch zu viel verlangt von Grünschnabel Reyna. Dass er das Offensivspiel allemal in seinen Genen hat, hatte Reyna im vergangenen halben Jahr bei der U19 von Borussia Dortmund bewiesen. Dort gelangen ihm 16 Scorerpunkte in 15 Partien.

„Wir möchten ihn nun auf eine deutlich höhere Stufe im Trainingsbetrieb stellen und ihn zu einem vollwertigen Spieler von Borussia Dortmund ausbilden“, kündigte BVB-Sportdirektor Michael Zorc jüngst an. Der Anfang ist gemacht. Nun gilt es für Reyna, im schwarz-gelben Trikot durchzustarten. Womöglich hätte der Klub dann bereits einen Nachfolger für Jadon Sancho (19) gefunden. Der Engländer dürfte das Ruhrgebiet im Sommer verlassen – an entsprechenden Angeboten wird es nicht mangeln.

Seinen Trainer hat Reyna – jüngster US-Amerikaner der Bundesligageschichte und der fünftjüngste bisherige Bundesligadebütant – mit seiner Leistung in Augsburg bereits überzeugt. „Als 17-Jähriger hat er es heute sehr gut gemacht. Wir haben uns vor Weihnachten dazu entschieden, Reyna mit zu uns zu nehmen. Du bist blind, wenn du nicht sein fußballerisches Talent siehst“, schwärmte Favre. „Er ist in der Lage, Tore zu machen und auch vorzubereiten. Zudem kann er für sein junges Alter bereits sehr, sehr clever verteidigen.“

Am kommenden Freitag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln will Reyna an seine gezeigte Leistung anknüpfen. Dann vielleicht über eine längere Distanz – und mit weniger Schmetterlingen im Bauch.

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