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Der Architekt des Aufschwungs: Christian Streich.
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Der Architekt des Aufschwungs: Christian Streich.

SC Freiburg

Freiburger Monsterchen

  • Jakob Böllhoff
    vonJakob Böllhoff
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Der Sport-Club reist als Bundesligateam der Stunde zum angeschlagenen FC Bayern München und warum sich Trainer Christian Streich „wahnsinnig“ auf das Spiel freut.

Wie unglücklich für den FC Bayern. Da leisten sich die erschöpften Münchner ihre wohl größte Formkrise der zurückliegenden zwölf Monate, und ausgerechnet jetzt, nach zwei Pflichtspielniederlagen nacheinander, treffen sie auf die aktuell erfolgreichste Mannschaft Europas. Fünf Ligaspiele in Folge hat dieser monströse Gegner zuletzt gewonnen, mit einer Tordifferenz von insgesamt 16:2. Besser, das hat die Sportschau ermittelt, war in diesem Zeitraum kein Team in den fünf Topligen Europas, nicht in England, nicht in Spanien, nicht in Italien, nicht in Frankreich und natürlich auch nicht in Deutschland.

Bei dem monströsen Gegner, mit dem die Bayern es am Sonntag (15.30 Uhr) zu tun bekommen, handelt es sich übrigens um den SC Freiburg.

Ach ja, die Freiburger. Heimlich still und leise haben sie sich in den vergangenen Wochen diese Siegesserie in der Bundesliga zusammengebastelt. Fünf Dreier nacheinander: Das haben sie noch nie geschafft in Liga eins, der sie ja nun auch schon ein paar Jährchen angehören. Aber eigentlich interessiert es sie auch nicht sonderlich. „Rekorde bedeuten mir gar nichts, das hat keine Relevanz für mich“, hatte Trainer Christian Streich gesagt nach dem rekordbringenden 5:0 am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Köln, womit übrigens auch der höchste Bundesligasieg des SC egalisiert war. „Wichtig“, ergänzte Streich, seit Januar 2012 stets unumstrittener Chefcoach in Freiburg, „ist die gute Entwicklung der Mannschaft und der Einzelspieler. Das ist entscheidend. Und ich bin sehr erfreut über die Art und Weise, wie die Mannschaft auftritt und jeder für den anderen arbeitet.“

Sinnbild Schlotterbeck

Streich, 55, sah zeitweise sehr glücklich aus während des Köln-Spiels, mitunter so, als könne er die Geschehnisse kaum glauben. Anfang Dezember noch hatte er davon ausgehen müssen, dass der Abstiegskampf mal wieder Besitz einnehmen würde von ihm und den anderen Freiburgern. Nach dem Auftaktsieg in Stuttgart waren sie in einen unschönen Negativlauf geraten, neun sieglose Spiele nacheinander. Unentschieden in Augsburg und gegen Mönchengladbach bildeten dann den Übergang in diese Siegesserie, die den Sport-Club ins tabellarische Mittelfeld transportiert hat, mit Anschluss an die Europapokalplätze.

Es ist auch einer Systemumstellung geschuldet, vorgenommen nach dem enttäuschenden 1:3 (0:3) gegen Mainz 05, dass der SC Freiburg sich stabilisiert hat. Streich installierte eine Dreierabwehrkette und brachte die Innenverteidiger Keven Schlotterbeck und Manuel Gulde neu ins Team, die zwar unspektakulär, aber zuverlässig ihren Job erledigen. Schlotterbeck, 23 Jahre alt, steht dabei sinnbildlich für die positiven Entwicklungen im Freiburger Team, die sich etwas zeitverzögert einstellten.

Nach seiner erfolgreichen Leihsaison bei Union Berlin verletzte Schlotterbeck sich in der Vorbereitung, fiel wochenlang aus und benötigte anschließend noch einmal Zeit, sein körperliches Topniveau zu erreichen. Inzwischen ist Schlotterbeck, dessen jüngerer Bruder Nico zurzeit ebenfalls an Union Berlin ausgeliehen ist, jene Verstärkung, die man sich von ihm versprochen hat – genau wie Mittelfeldspieler Baptiste Santamaria, 25, den zehn Millionen Euro teuren Neuzugang aus Frankreich, der anfangs mit dem Tempo in Deutschland fremdelte; genau wie Mittelstürmer Ermedin Demirovic, 22, der zuletzt in der Schweiz beim FC St. Gallen spielte und ebenfalls Eingewöhnungszeit brauchte. Gegen Köln erzielte der in Hamburg geborene Bosnier ein Tor und bereitete zwei Treffer vor, wodurch sich Topscorer Vincenzo Grifo sogar ausnahmsweise einmal ein Spiel ohne Torbeteiligung erlauben konnte.

So haben sie langsam, aber sicher dann doch die mal wieder schwerwiegenden Abgänge vor der Saison kompensiert, als die Nationalspieler Luca Waldschmidt und Robin Koch sowie Stammkeeper Alexander Schwolow den Klub verließen. Und so fahren sie mit einer Mischung aus Gelassenheit und Selbstbewusstsein auch zum FC Bayern München, natürlich im Wissen, der große Underdog zu sein, trotz allem. „Ich freue mich wahnsinnig auf das Spiel“, hat Christian Streich gesagt, „Spiele gegen Bayern sind immer tolle Erlebnisse für mich. Wir haben es ja ein paar Mal auch schon richtig gut gegen sie gemacht. Und wenn sie uns auseinandernehmen, weil sie so gut sind – dann ist es halt so.“

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