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FFC-Trainer Niko Arnautis mit seinen Neuzugängen: Sjoeke Nuesken, Yvonne Weilharter, Sandrine Mauron, Leticia Sanos de Oliveira und Barbara Dunst (von links nach rechts).

1. FFC Frankfurt

1. FFC Frankfurt: Frisch und offensiv

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Der 1. FFC Frankfurt setzt auch in dieser Saison auf die eigenen Talente. Am Freitag bestreiten die Fußballerinnen den Saisonauftakt gegen Turbine Potsdam.

Lange Zeit galt dieses Duell als der Klassiker des deutschen Frauenfußballs schlechthin. Siegfried Dietrich, der Manager des 1. FFC Frankfurt, empfindet es deshalb als Ehre, aber auch als angebracht, dass die Begegnung seiner Mannschaft mit dem langjährigen Erzrivalen Turbine Potsdam am Freitag (18.30 Uhr/live auf Eurosport) die 30. Saison der Bundesliga eröffnen wird. In der Regel ist es der deutsche Meister, der aktuell VfL Wolfsburg heißt, der den ersten Kick der Spielzeit mitgestalten darf. Der FFC jedoch, der vor 20 Jahren aus einer Abteilung der SG Praunheim hervorging, ist, obgleich unter unterschiedlichen Namen, als einziges Team vom ersten Tag an auf der Beletage des Frauenfußballs mit dabei; seinen sieben Meistertiteln steht nur einer weniger aufseiten der Brandenburgerinnen gegenüber.

Die Vorzeichen des bevorstehenden Aufeinandertreffens im Stadion am Brentanobad sind allerdings andere als jene im vergangenen Jahrzehnt, als beide Vereine auch auf europäischer Ebene dominierten. Die Parallelen bestehen darin, dass sowohl der FFC als auch Turbine auf ein System setzen, in dem sich Nachwuchstalente zu gestandenen Stammspielerinnen entwickeln können. Die Gäste noch viel mehr als die Gastgeberinnen haben im Sommer ihren Kader ergänzen müssen. Neun Neuzugänge, keiner älter als 22 Jahre, haben die Auswahl von Trainer Matthias Rudolph verstärkt und das Durchschnittsalter auf 21,2 herabgesenkt. Damit steht der zuletzt Drittplatzierte als jüngste Mannschaft der Liga da.

Doch auch für die Hessinnen, zuletzt zwei Positionen dahinter rangierende, gilt das Motto „Jugend forscht“. Cheftrainer Niko Arnautis hat als Lehrertrainer an der Carl-von-Weinberg-Schule die Perspektivspielerinnen bestens im Blick. Als Ziel für die anbrechende Spielzeit hat der 39-Jährige ausgegeben, dass der FFC erneut frischen und offensiven Fußball bietet.

Bei der ersten Aufgabe muss der nach dem Abgang von Marith Müller-Prießen von Tanja Pawollek geführte FFC außer auf die langzeitverletzten Sjoeke Nüsken und Lea Schneider auf die erkrankte Verena Aschauer verzichten. Der Coach freut sich auf ein temporeiches Spiel und einen „heißen Fight“ zwischen zwei Vereinen, die seiner Meinung nach erneut „eine ordentliche Rolle“ spielen werden.

Prominente Gäste erwartet

„Es sind zwei Teams, die auch heute noch die Großen ärgern können“, betont Dietrich. Davon sollen sich nicht nur die Fernsehzuschauer bei Eurosport überzeugen, das dank des neuen Vertrags mit der Bundesliga live überträgt, sondern auch die Prominenten, die zu dem Event vor Ort geladen sind, das der Partie einen besonderen Rahmen gibt. Dem Anpfiff vorgelagert ist ein Szene-Treffen ab 16.30 Uhr in einem VIP-Zelt auf dem Stadiongelände, zu dem unter anderem Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, der Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Cacau, sowie der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erwartet werden. Eine Talkrunde mit der früheren FFC-Spielerin und -Weltmeisterin Nia Künzer lässt die Vergangenheit Revue passieren und in die Zukunft blicken.

Die hält für den FFC die Kooperation mit dem heimischen Männer-Bundesligisten Eintracht Frankfurt bereit, weshalb auch eine Delegation von diesem, angeführt von Vorstandsmitglied Axel Hellmann, präsent sein wird. Dietrich bezeichnet die nächsten Monate als „Verlobungszeit“, der im Sommer die „Traumhochzeit“ folgen soll. „Wir wollen eine gute Braut sein“, sagt der Manager. Der Name 1. FFC Frankfurt wird dann nicht mehr in der Liga erscheinen, stattdessen die Eintracht den Standort auch bei den Frauen in der Erstklassigkeit vertreten.

Dietrich, der Macher des Erfolgsprojekts, verspürt bei dem Gedanken daran keine Wehmut. Für ihn, erklärt der 62-Jährige, sei der Entscheidungsprozess abgeschlossen. Er schaue in die Zukunft, die den Frankfurter Fußballerinnen unterm Dach des Großvereins wirtschaftliche und infrastrukturelle Vorteile bringen soll. Ihm selbst dürfte in der neuen Konstellation nicht langweilig werden. Neben der Tätigkeit als Generalbevollmächtigter für den Frauenfußball bei der Eintracht ist der rührige Strippenzieher auch als zukünftiger Vorsitzender des neuen DFB-Ausschusses Frauen-Bundesliga vorgeschlagen.

Die Termine

Der 1. FFC Frankfurt bestreitet in der Hinrunde folgende Spiele

Turbine Potsdam (Freitag 18.10 Uhr/H)

FC Bayern (23. August 19.15 Uhr/A)

USV Jena (15. September 14 Uhr/H)

Bayer Leverkusen (22. September/A)

1. FC Köln (29. September/H)

SC Sand (13. Oktober/A)

VfL Wolfsburg (20. Oktober/H)

MSV Duisburg (27. Oktober/ A)

SGS Essen (3. November /H)

TSG Hoffenheim (24. November/H)

SC Freiburg (1. Dezember/A)

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