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Fühlt sich wohl bei ihrem neuen Arbeitgeber: die Brasilianerin Leticia Santos.

Bundesliga

1. FFC Frankfurt: Aggressiv und offensiv

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Die Bundesliga startet in ihre 30. Saison – die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt wollen die Zuschauer begeistern.

Nach fünf Wochen Vorbereitung kann Siegfried Dietrich noch immer eine Menge über die Neuzugänge im eigenen Kader lernen. Bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des 1. FFC Frankfurt im 49. Stock eines Bankenhauses in der Innenstadt, das seit vielen Jahren einen großen Beitrag zum Etat von derzeit 1,5 Millionen Euro leistet, musste der Manager des Frauenfußball-Bundesligisten staunend vernehmen, wie die Brasilianerin Leticia Santos alle Fragen von Stadionsprecher Werner Damm in ordentlichem Deutsch beantwortete. „Ich selbst habe mit ihr immer Englisch gesprochen“, merkte der 65-Jährige an.

Trainer Niko Arnautis, der neben ihm saß, könnte sich da gedacht haben, dass es auf dem Rasen glücklicherweise weniger Kommunikationsprobleme gab. In fünf Testspielen wurden bislang vier Siege erzielt. In jedem Training, so berichtete der Chef auf dem Platz, „wird Gas gegeben“, selbst in den schmerzenden Laufeinheiten. Alle setzen sich dafür ein, an die oft mutigen Vorstellungen der vergangenen Spielzeit anzuknüpfen, die das damals zweitjüngste Team seiner Klasse mit einem fünften Rang beendet hatte. „Wir wollen frischen, offensiven und aggressiven Fußball zeigen und von der ersten Sekunde an mit Leidenschaft auftreten“, kündigte Arnautis an. Was dann am Ende dabei herausspringen soll, wollte er nicht konkret formulieren.

Es wird nicht einfach sein, die Abgänge zu kompensieren. Das Quintett an Fußballerinnen, das es nicht mehr am Main hielt, wurde von zwei prägenden Spielerinnen angeführt: die zu Manchester United abgewanderte Niederländerin Jackie Groenen, die kurz darauf bei der Weltmeisterschaft in Frankreich ihr Nationalteam mit ihrem Tor zum 1:0 im Halbfinale gegen Schweden ins Endspiel gegen Titelverteidiger USA beförderte, und Marith Müller-Prießen, die in Paris Auslandserfahrung sammeln will. Die Nachfolgerin der geschiedenen Kapitänin steht seit Mittwoch fest: Tanja Pawollek will sich als Spielführerin mit aller Kraft für das Team einsetzen, sich aber trotz der exponierten Stellung nicht verändern. Wie bei den Verantwortlichen am Spielfeldrand schürt auch ihr Optimismus, dass einerseits alle treu gebliebenen Akteurinnen sich ein Jahr weiterentwickelt haben und die Neuen in der Mannschaft Hoffnungen wecken. So wurden neben der 24-jährigen Santos als die Schweizerin Sandrine Mauron (22) und die Österreicherin Barbara Dunst (21) engagiert. Dazu kommen als viel versprechende Talente die ebenfalls aus der Alpenrepublik stammende Yvonne Weilharter (18), die die Zahl ihrer Landsfrauen beim FFC auf vier erhöht, sowie die gleichaltrige deutsche U-Nationalspielerin Sjoeke Nüsken, die sich nach einem Wadenbeinbruch im Juni aber erst einmal wieder herankämpfen muss.

Für die Liga insgesamt ist es eine besondere Saison, denn sie geht in ihr 30. Jahr. „Als einziges Team ist der FFC von Beginn an dabei“, sagte Dietrich. Der spätere viermalige Champions-League-Sieger hatte sich aus einer Abteilung der SG Praunheim heraus entwickelt und 1998 seine Eigenständigkeit erlangt. Diese wird er im kommenden Sommer aufgeben, um unter dem Dach von Eintracht Frankfurt die besseren wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bedingungen in einem Männer-Bundesligaverein zu genießen.

Über die Details wird laut Dietrich erst ab Herbst entschieden. Eine Mitgliederversammlung soll später alles absegnen. „Jetzt gilt unsere Konzentration erst einmal der Saison“, so der Manager. Diese beginnt am 16. August (18.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Turbine Potsdam. Und endet, wenn alles nach Plan geht, im Frühjahr mit der letzten Partie des Bundesligagründungsmitglieds 1. FFC Frankfurt unter diesem Namen.

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