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Mit Köpfchen: Felicitas Rauch (li.) im Duell mit Diane Caldwell.

Nationalmannschaft

Forsche Töne

Deutsche Fußballerinnen fegen Irland weg und nehmen Titel ins Visier.

Kaum haben die deutschen Fußballerinnen die höchste Hürde auf dem Weg zur Europameisterschaft 2022 in England genommen, schlägt Alexandra Popp selbstbewusst forsche Töne an. „Wir wollen wieder oben angreifen und in zwei Jahren Europameister werden“, sagte die 29 Jahre alte DFB-Spielführerin nach dem souveränen 3:0-Heimsieg gegen Irland am Samstag in Essen.

Auch Martina Voss-Tecklenburg war nach dem erfolgreichen Wiederbeginn im Geistermodus nach mehr als einem halben Jahr Länderspielpause sehr zufrieden. Ihre Elf dominierte den schwersten Gegner der EM-Qualifikationsgruppe I klar und übernahm mit einer makellosen Bilanz von fünf Siegen und 34:0-Toren die Spitzenposition. „Wir hatten schon Ergebnisdruck. Wir haben ganz viele Dinge richtig gemacht und souverän drei Punkte geholt. Ich bin guter Dinge, dass wir uns den ersten Platz nicht mehr nehmen lassen“, sagte die 52 Jahre alte Bundestrainerin.

Tempo, Spielfreude, Dominanz, Kreativität und Torgefahr waren die Attribute, die Voss-Tecklenburg von ihrem Team sehen wollte. Und die Duisburgerin konnte verfolgen, dass ihr zurzeit bestmögliches Team die Vorgaben von Beginn an umsetzte. Der Lohn waren die schnelle Führung durch die ehemalige Essenerin Marina Hegering (8. Minute) und die frühe Entscheidung durch den Doppelschlag von Dzsenifer Marozsan (39.) und Lea Schüller (41.) noch vor der Pause.

Dass spielerische Leichtigkeit, Spritzigkeit und Präzision in der zweiten Hälfte etwas verloren gingen, konnte die DFB-Elf verschmerzen und war angesichts der unterschiedlichen Leistungsstände der Spielerinnen zu dem frühen Saison-Zeitpunkt nicht verwunderlich. So fiel auch das Fazit von Melanie Leupolz, die in etwas defensiverer Mittelfeldrolle zentral vor der Abwehr glänzte, positiv aus. Der Wechsel in diesem Sommer von Bayern München zum FC Chelsea sei „der richtige Schritt“ gewesen, betonte die 26-Jährige.

Marozsan vor 100. Spiel

Nach dem frühen Aus bei der WM im Vorjahr in Frankreich war Leupolz noch frustriert, verärgert und deprimiert. Nun verkörpert sie Selbstvertrauen und Zuversicht pur: „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Nun sieht es sehr gut aus mit der Quali. Die nächsten Spiele wollen wir dazu nutzen, uns als Mannschaft noch weiterzuentwickeln. Es gibt immer etwas zu verbessern“, befand Leupolz.

Als das DFB-Team am Sonntag nach Montenegro reiste, wo am Dienstag (16.00 Uhr/ARD) gegen die Gastgeberinnen eine weitaus leichtere Aufgabe wartet, saßen einige Akteurinnen nicht mit im Flugzeug. Mit Blick auf die Belastungssteuerung kehrten die zuletzt viel beschäftigten Popp, Svenja Huth und Kathrin Hendrich, die mit Wolfsburg noch vor wenigen Wochen im Champions-League-Finale standen, sowie Sara Däbritz (Paris) vorzeitig zu ihren Klubs zurück.

Giulia Gwinn machte sich auf den Weg nach München. Die 21-Jährige vom FC Bayern zog sich gegen Irland eine Außenband- und Kapselverletzung im rechten Knie zu. „Das ist ein Wermutstropfen, weil sie wirklich in guter Verfassung war“, sagte die Bundestrainerin. Gegen den Underdog aus Montenegro – das Hinspiel Ende August 2019 gewann Deutschland 10:0 – wird Voss-Tecklenburg auf Akteurinnen setzen, die sonst weniger Spielanteile haben: „Sie haben es auch verdient, sich zu zeigen.“ Eine könnte in Podgorica ein großes Jubiläum feiern. Dzsenifer Marozsan steht vor ihrem 100. Länderspiel. (dpa)

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